Volltext : Neue allgemeine Bauordnung für das Königreich Württemberg [Hauptband] (Bd. 1)

Nr. 152, Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke..

„ebensdauer der
Gewölbe

Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensdauer und sonstige Bemerkungen

231

Betriebsstunden

V: 2—6 Jahre bei kleinen «
Ausbesserungen,
o.V.: 1—4 Jahre

380

keine Erfahrung

Nach 6500 Betr.-Stdn.
jes einen Kessels am
Gewölbe keinerlei Beschädigungen


zeit Herbst 1911,
* ” 1911,
zeit Oktober 1913

5000—8000
1500

ca. 6000

Ganz langsames Abkühlen bei Außerbetriebsetzung. Gute Verankerung der Gewölbestützmauern, so daß deren
„ageveränderung ausgeschlossen. Infolge der, besonders bei sehr großen Kesseln, starken Erwärmung der Gevölbe
 werden von diesen auf die Stützmauern große Drucke ausgeübt. Geben nun bei ungenügender Verankeung
 die Stützmauern nach, so werden diese bei Schrumpfungen der Gewölbe (durch Abkühlung) in der Regel
micht in ihre frühere Lage zurückkehren. Infolgedessen wird der Gewölbebogen flacher, biegt schließlich durch,
)is er einstürzt. Ferner ist beim Aufbau der Gewölbe auf denkbar kleinste Fugen zu sehen (zu erzielen durch
\ufeinanderschleifen der Steine), denn starke Fugen begünstigen bei dem vorher erwähnten Vorgange das Eintürzen
 durch Herausfallen des sich in den Fugen befindlichen Chamottemörtels sehr stark. Auch empfiehlt
‚ich, die Pfeilhöhe nicht zu niedrig zu machen, bei einer Breite von 2750 mm möglichst höher als 350 mm.
Schließlich muß stets darauf geachtet werden, daß alle abgebrannten oder lose gewordenen Steine rechtzeitig
ıntfernt und ersetzt werden,
Die Wichtigkeit aller vorgenannten Momente erhellt daraus, daß die 4 Kessel mit den 2750 mm breiten Gewölben
ınd 350 mm Pfeilhöhe innerhalb 2 Jahren zweimal nachverankert werden mußten. Wölbungen mit nur geringen
Pfeilhöhen von 100 und 150 mm hielten nur kurze Zeit und wurden bei nächster Gelegenheit in solche mit
größeren Pfeilhöhen umgeändert.
Große Gewölbe, welche aus zu großen Keilsteinen mit Nuten und Federn hergestellt waren, haben sich
nicht bewährt. Die großen Steine können nicht in dem Maße durchgebrannt werden wie die kleinen. Die Steine
‚ersprangen meistens an der Feder oder Nute, die unteren Hälften fielen dann herab, wodurch das Gewölbe an
Aalt verlor, bis es schließlich einstürzte, und zwar geschah dies schon nach ca. einem. Jahre nach erfolgtem
Neubau. Dieselben Gewölbe, aus Normalsteinen und normalen Keilsteinen (Hochwölber) hergestellt, hielten bejeutend
 länger.
Rıtere Gewölbe aus kleinen Faconsteinen, ohne Feder und Nut, bei geringerer Gewölbebreite haben sich
sehr gut bewährt.

Verwendung von Nut- und Federkeilsteinen. Nachstreichen mit Spezialmörtel bei jedesmaliger Außerbetriebsetzung
 des Kessels.

Rechtzeitiges Ausbessern der schadhaften Steine.

Genaues Aneinanderpassen der Steine durch Aufschleifen, und Vermauern mit möglichst engen Fugen.

Zin nennenswerter Verfall des Mauerwerks ist bis jetzt nicht eingetreten. Es wird dies in erster Linie auf das
‚erwendete Feuerungsmaterial, beste Braunkohlenbriketts aus der Niederlausitz, zurückgeführt Außerdem ist
ıatürlich die Güte des Chamottematerials in hervorragender Weise bestimmend für die Lebensdauer der Gevölbe.
 — Es wurde während ca. 14 Tagen einmal ein Versuch mit anderem Brennmaterial, böhmischer Brauncohle
 und sächsischer Steinkohle, gemacht. Bereits in dieser kurzen Zeit konnte ein gegenüber dem normalen
yanz bedeutend größerer Verschleiß der Gewölbe festgestellt werden. Irgendwelche Versuche, dem vorzeitigen
nbrauchbarwerden des Mauerwerks vorzubeugen, sind nicht gemacht worden.

5a ist vorteilhaft, wenn die Kessel dauernd in Betrieb bleiben können bzw. wenn beim Außerbetriebsetzen für
angsame Abkühlung Sorge getragen wird. Wesentlich für die Lebensdauer der Gewölbe sind ferner rationelle
Formgebung, gutes Material, Schrägung des Gewölbes.

Jurch rechtzeitiges Wiederherstellen der Widerlager wird vorzeitiges Einstürzen noch guter Gewölbe verhindert,
— Vermeidung der Abkühlung durch Aufbrinken (?) der Feuer an vorübergehend abgestellten Kesseln (während
der Nacht).
Vergleichende Versuche mit verschiedenen Materialien ergaben, daß nur wirklich allerbestes Material für
die Dauergewölbe benutzt werden darf, — Direkt eingestürzt ist noch kein Gewölbe. Es handelt sich hierbei
am Bahcock-Wilcox-Schiffskessel mit Eisenmantel.

Möglichst seltene Unterbrechung des Kesseldienstes, möglichst baldige Erneuerung eingefallener Gewölberinge,
starke Verankerungen und sehr kräftige Seitenwände. In der Nähe der Bogenwiderlager dürfen die Seitenmauern
aicht durch Schaulucken unterbrochen sein.

Erfahrungen liegen noch
nicht vor wegen zu
zurzer Betriebsdauer.
Joraussichtlich werden
1. gewährleisteten 6 Mo-1ate
 Haltharkeit o7=ialt

5. V. kaum 1000 '
V ca. 4000

Nach kurzer Betriebszeit sind die Steine gesprungen und ein Ring nach dem andern eingestürzt. — Möglichst
ange Fugen und Mauerung im Verband. Die letzten Ausmauerungen wurden nach dem System des EW. Barmen
 PArmenammaen and zwar mit Dinaxit-Material, und es wurden bis ietzt schon bis 4000 Betriebsstunden erzielt.

Zuerst normale Keilsteine der Firma 48, die aber nach ganz kurzer Zeit (ca. 4 Wochen) defekt wurden. Bei
jem nächsten Material waren auch nach ca. 400 stündiger Betriebsdauer Abbröckelungen an den Steinen zu bemerken.

            
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