Full text: Heimatgruß der Technischen Hochschule Stuttgart an ihre Studierenden im Felde (1916)

18 
nicht verzichten kann, zum Berzweiflungstampy getrieben 
werden! Qlnb ein CBergtoeiflungsfamp] ift diejer Weltkrieg, 
wenn auch, wie wir ficher offen, fein ausfidhtslofer! Er bat 
Kräfte geweckt, die mir felbft nicht kannten, er hat heute Das 
ganze deutiche Bolt zu den lidhten Höhen Höchfter Opfer- 
wiligfeit emporgeführt. 
In diefem Zeichen ftebt das neue Jahr. Bird es ein 
Friedensjabr werden? Mit einem weltgefchichtlidh groben Gr» 
eignis bat es begonnen, mit dem Friedensangebot der Mittel- 
mädte, das auf den 12. Degember füllt. Qluf der Höhe ihrer 
glänzenden militärijhen Srrungenjchaften haben fie, unjer 
Kaijer an der Spige, mit ihm die deutiden Gürften und die 
waffenbrüderlidh vereinigten Staaten Öfterreih-Angarn, Bul- 
garien und die Sürfei, den Mut gehabt, dem Sehnfuchtsruf 
der gequälten Menfhheit offen und ehrlich Ausdruck zu geben 
unb den Feinden ein Friedensangebot zu machen. Kaum 
aufleuchtend, ift der Hoffnungsftrahl jhon wieder erlojchen. 
Bei dem moralijhen Siefftande unfjerer Feinde konnte man 
es fait vorausjehen, wie das Angebot aufgenommen werden 
würde, aber nach al dem graufigen Böltermorden mußte die 
Menfjchheitsirage einmal geftellt werden. Wie fie bon unjern 
verbiffenen Gegnern mit Spott und Hohn, mit alten und neuen 
Lügen, mit alten und neuen Berdächtigungen und Befchimpf- 
ungen beantwortet wurde und vom Lande Dollaria mit einem 
Ginfen feiner Induftriefurfe, ift ein weiteres trauriges Kapitel 
zur Menfjchheitsgefichichte und ein Beweis dafür, Daß fich der 
aus toabrer Humanität entjprungene Deutjd)e Griebenágebante 
mit Den Humanititsverfiherungen Wiljons, den ameritanijden 
„Hochherzigfeiten“ nicht in Ginflang bringen läßt, die am 
le&ten Gnbe business as usual bod) nur bagu bienen, Den 
jon au 20 Milliarden Mark angejhwolenen blutigen S®old- 
ftrom ameritanijder Kriegslieferungen nod) weiter zu ftárfen. 
Qlnfer Griedensangebot bat tenigitens fare Situation ge- 
jhaffen, es hat unjere Feinde gezwungen, Farbe zu bekennen, 
bie QMaste fallen zu laflen, und fie in ihrer Berblendung 
beraníapt, jest amtlid) und laut por der beftiirzten QRenjd)beit 
zu erfldren, was man in weiten Kreifen perjdhnungsgieriger
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.