Full text: Ein Jahrhundert Württembergischer Verfassung

  
  
   
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dem Glanze seiner Talente und seiner Beredsamkeit alle bisherigen ] 
Candtage. , Doch er ſchritt zum Angriff, wo eine ſchlichte Rechtsver. | 
wahrung vollauf genügte, er verbiß Fich in dieſem Kampf mrit einem ; 
Eigensinn, der lebhaft an die Haltung der Altrechtler erinnerte; un 
für die Wohlfahrt des Landes leiſtete er nichts".) Über den An- | 
griffen auf den Bundestag, die zudem nicht am richtigen Platz, nicht 4 
wärts auf dem Wege der konſtitutionellen Erziehung.?) „Nicht 
das dürft ihr ansehen, sagte ein bekannter Abgeordneter zu ſeinen 
ſchiedenen erlaubten, meiſt geselligen Zwecken, die nun die Handhabe 
zu gemeinsamen politischen Bestrebungen gaben. Letztmals hatte die 
Regierung nur einem Staatsbeamten, dem Frh. v. Sternenfels, den 
Urlaub zum Eintritt in die Kammer verweigert, jetzt wurde er vieren 
es hinnehmen; Ühland und Römer aber antworteten mit Niederlegung 
ihrer Umter. Zum Verweigern war die Regierung durch das Grund- 
gesetz § 146 ausdrücklich ermächtigt; aber ſie verweigerte den Urlaub 
nicht wegen dienstlicher Unabksmmlichkeit, sondern stets nur wegen 
Politiſcher Gesinnung. Dadurch setzte die Regierung ſich selbſt als 
parteiiſch in der öffentlichen Meinung herab. Die Opposition kehrte aus 
dem Wahlkampf nur wenig geschwächt mit 32 Stimmen wiedèr, geſchloſssen 
geſchart um ihre wiedergewählten ührer und verbittert durch die ihr im 
Watllkampf widerfahrene Unbill. urch diese Rückkehr war die Regierung 
nicht überraſcht, aber verſtimmt war ſie durch die Wiederwahl einiger 
entschiedener Gegner unter der Ritterſchaft.–)) Zur Gewinnung gegen- 
) reiht 4, 292. 
) Rob. Mohl a. a. O. S. 115. 
I) Elsner a. a. O. 
O) Staatsarchiv Stuttgart 48, 23, 2. 
 
	        

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