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BAÜZEITUNQ
Mr. 17
Landgut Kosenstihl, Littenweiler
Salon
Architekten Pfeifer & Großmann, Karlsruhe
so spät, und zwar erst durch Veröffentlichung in der
Tagespresse Kenntnis von den Entwürfen erlangt haben,
man würde sonst sicherlich mit allen zu Gebote stehenden
Mitteln dahin gewirkt haben, daß die Entwürfe zum
Gegenstand eines öffentlichen "Wettbewerbes gemacht
worden wären.“
Denkmalrat für das Groß]ierzogtnm
Hessen
Der Denkmalrat für das Großherzogtum Hessen trat
am 28. Dezember unter dem Vorsitz des Geheimrats Freiherrn
v. Biegeleben zu einer Tagung zusammen.
Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen und erstattete
den Geschäftsbericht für das Jahr 1907.
Hieraus ist zu entnehmen, daß Prof. Dr. Haller in Gießen
sich leider veranlaßt gesehen hat, sein Amt als Mitglied
des Denkmalrats niederzulegen. Neuen Zugang hat der
Denkmalrat durch Bestellung des Architekten Prof.
Meißner erfahren, der an Stelle von Prof. Pütz er
zum Denkmalpfleger für Baudenkmäler der Provinz Rheinhessen
seit 15. August 1907 ernannt ist. Der Vorsitzende
ergriff die Gelegenheit, dem Prof. Putzer namens des
Denkmalrats den Dank für seine fünfjährige hingehende
und erfolgreiche Wirksamkeit als Denkmalpfleger auszusprechen
und das neue Mitglied Prof. Meißner herzlich
willkommen zu heißen. Des weiteren gedachte der Vorsitzende
des Hinscheidens des Prälaten Dr. Fr. Schneider-Mainz,
der eine Zeitlang ebenfalls dem Denkmalrat angehört
hatte, und würdigte hierbei die großen Verdienste,
die der Verstorbene sich um die wissenschaftliche Forschung
und die Pflege der Kunst erworben hatte. Auf die sachlichen
Vorgänge übergehend, bemerkte der Vorsitzende,
daß nach den Verhandlungen der letzten Tagung (29. Dezember
1906) über Punkt 3 der damaligen Tagesordnung:
Erziehung und Ausbildung der Pfarrer für die Interessen
der Denkmalpflege, eine Denkschrift von der hierzu
bestellten Kommission bearbeitet werden sollte. Es wurde
mitgeteilt, daß diese Denkschrift nunmehr vorläge und
demnächst der Regierung zur Weitergabe an die oberen
Kirchenbehörden vorgelegt werden würde.
Der weiteren Anregung des Denkmalrats bezüglich
der Beschaffung von Glasmalereien u. s. w. für Kirchen
sei vom Großh. Ministerium des Innern entsprochen und
das Oberkonsistorium sowie das Bischöfliche Ordinariat
ersucht worden, eine Anweisung an die Kirchenvorstände
unter Bekanntgabe des Gutachtens des Bayrischen Generalkonservatoriums
zu erlassen. Nach Mitteilung derDenkmalpfleger
Prof. Wickop und Walhe wird mit der Aufnahme
von Baudenkmälern in die Denkmalliste fortgefahren.
Baurat Wagner berichtete hierauf über die bis jetzt
erfolgten Einträge in die Denkmalliste und die hiernach
ausgefertigten und denVerfügungsberechtigten zugestellten
Denkmalratsbeschlüsse. Archivdirektor Freiherr Schenk
teilte mit, daß für die Urkundenpflege 10 Bezirksurkundenpfleger
und nunmehr auch etwa 100 Ortsurkundenpfleger
bestellt seien. Bezüglich der kirchlichen Urkundenpfleger
seien vorbereitende Schritte getan.
Man ging nun zu dem zweiten Punkt der Tagesordnung:
Aussprache über die Beschwerden gegen die Beschlüsse
des Denkmalrats, über. Im Zusammenhang