Full text: Diplomprüfungsordnung für Architekten (1930)

Anhang zur Diplomprüfungs-Ordnung für 
Architekten. 
Die praktische Tätigkeit. 
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Die in § 3 Ziff. 2 der Diplomprüfungsordnung geforderte 
einjàáhrige praktische Tátigkeit soll nicht auf einem Architektur: 
büro, sondern auf dem Bauplatz und in Werkstätten ausgeübt 
werden. Die Ausbildung erfolgt am besten ohne Unterbrechung 
vor dem Studium, da die erworbenen Kenntnisse dem Studieren: 
den das Erfassen des auf der Hochschule in den ersten Semestern 
vorgetragenen Stoffs erleichtern. Mindestens soll ein halbes Jahr 
ungeteilt vor Beginn des Hochschulstudiums erledigt werden. Die 
andere Hälfte kann auch geteilt, vor oder wahrend der ersten 
Hälfte des Studiums abgemacht werden. Auf alle Fälle muf das 
praktische Jahr vor der Vorprüfung zurückgelegt sein. 
In dieser handwerklich technischen Ausbildungszeit soll sich 
der Lernende vor allem mit den Baustoffen und ihrer Verarbeitung 
vertraut machen. Er soll die Schwierigkeiten und Möglichkeiten 
kennen lernen, welche die verschiedenen Baustoffe bieten. Vor 
allem soll er durch eigenes Zugreifen und Mitarbeit Hand: 
fertigkeit erwerben, die Voraussetzung alles handwerklichen Ver: 
stándnisses ist. Diese erreicht er durch Betätigung beim Rohbau 
und Ausbau, durch Mauern auf dem Bau, durch Zurichten, Au£ 
reifen und Abbinden des Holzes auf dem Zimmer: und Bauplatz, 
in der Schreinerei durch Arbeit mit der Hand und an der Maz 
Schine, auf dem Bau durch Helfen beim Anschlagen und Ein: 
setzen der Türen und Fenster; in der Schlosserei durch Zusehen 
und Zugreifen beim Schmieden und Schweißen. Eine mehr- 
monatliche Tätigkeit als Bauführungsgehilfe sollte in alle übrigen 
Arbeiten des Ausbaus Einblick verschaffen. 
Aus den Zeugnissen über die praktische Ausbildung muf? her: 
vorgehen, wieviel Zeit auf einzelne Arbeiten verwendet wurde. 
Die in der Regel achtzehnmonatige Büro« und Bauführungs: 
tätigkeit soil dem Studierenden Gelegenheit geben, die Kenntnisse 
des Vorstudiums in der Praxis zu erproben. Diese Tätigkeit, bei 
der er wertvolle praktische Arbeit liefern kann, wird ihm ermôg- 
lichen, seine Neigungen und Fähigkeiten so zu prüfen und kennen 
zu lernen, daß er imstande ist, danach sein weiteres Studium 
ersprießlich und sinngemäß aufzubauen.
	        

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