Architektur, auf der 200 farbige Skizzen und der Baurarbenplan
von Chur zur Schau gebracht wurden. Hier
wirkt eine besondere Beratungsstelle sehr eifrig im Sinne
des Bundes.
Für 1930 sind mehrere Ausstellungen geplant, so in
Leer (Ostfriesland) anläßlich des Norddeutschen Malertages
im Mai, in Bunzlau (verbunden mit einem Lichtbildervortrag),
in Pr.-Holland (verbunden mit einem Wettjewerb),
in Wiesbaden (anläßlich des deutschen Malertages
im August) und in Graz (anläßlich des Oesterreichischen
Malertages), ferner in Küstrin. Eine Beteiligung
des Bundes an der Berliner Bauausstellung ist nach der
ablehnenden Haltung der Industrie unwahrscheinlich, —
Die Bildsammlung des Bundes wurde durch Körperfarb-»roben
und Edelputzproben ergänzt.
Die Zahl der Lichtbildervorträge (des Geschäftsführers)
erhöhte sich auf 110 (um 34). Es wurden
Vorträge gehalten in Guben, Görlitz (anläßlich des Bauschultages),
Quedlinburg (Verkehrsverein), Hildesheim
Verein zur Erhaltung der Kunstdenkmäler), Parchim
Volksbildungsverein), Grabow (Rat), Bützow (Bürgerverain),
Hagenow (Rat), Ludwigslust (Rat), Lauenburg (Volksbildungsverein),
Ratzeburg (Bürgerverein), Zerbst (Masistrat),
Zerbst (Tagungsreferat), Forst (Magistrat), Cottaus
(Magistrat), Berlin (Verband der Malereigeschäfte),
Nowawes (Magistrat), Angermünde (Malerinnung), Arnswalde
(Magistrat), Rügenwalde (Magistrat), Stade (Magistrat),
Cuxhaven (Magistrat), Emden (Malerinnung),
Norden (Magistrat), Leer (Technischer Verein und Malerinnung),
Quakenbrück (Verkehrsverein), Holzminden (Bausewerkschule),
Höxter (Magistrat), Arnsberg (Heimatverein),
Recklinghausen (Verschönerungsverein), Greiz (Hausbesitzerverein),
Marburg (Magistrat), Augsburg (Architekten-
und Ingenieurverein), Saarbrücken (Stadtverwaltung),
Mölln (Bürgerverein), Winsen (Magistrat), Bunzlau
Magistrat), Lauban (Magistrat) und Pößneck,
Die Vorträge waren teilweise verbunden mit Führunsen
der Fachkreise und einer Kritik des Vortragenden
an Ort und Stelle. Diese Rundgänge und Besichtigungen
zrwiesen sich als sehr anregend. Auch die Aufsätze,
welche der Vortragende in einigen Fällen nach der Veranstaltung
in der Tagespresse veröffentlichte, weckten
Aufmerksamkeit, Der Anstrichfilm des Reichsausschusses
für Sachwerterhaltung wurde gelegentlich im Anschluß
an den Lichtbildervortrag gezeigt. Besondere Anerzennung
verdient der Verschönerungsverein Recklingnausen,
der sich eifrig um die Farbe im Stadtbild bemüht
is. u.). In Arnsberg erwies sich die Verbindung des Vor-‘rages
mit dem Westfalenfilm als recht anregend. In
Holzminden war der Vortrag für die Schüler und das
Lehrerkollegium bestimmt. Auch diese Maßnahme verdient
Beachtung, — Geplant sind Lichtbildervorträge in
Wiesbaden (zum Deutschen Malertag), in Graz (zum
Desterreichischen Malertag) und in Bad Oeynhausen (zur
Tagung der leitenden Gemeindebaubeamten),
Die Sammlung farbigerLumierediaposi-:ive
des Geschäftsführers konnte im Sommer 1929 durch
viele sehr gute Aufnahmen ergänzt werden. In der Regel
wird eine Auswahl von 70 Platten der mehrere 100 Stück
ımfassenden Sammlung zur Schau gebracht. Durch Anschaffung
eines lichtstarken Apparates konnte die
Wiedergabe der Bilder wesentlich verbessert werden, Die
Platten wurden mehrfach ausgeliehen.
Die Zahl der Wettbewerbe hat sich seit Gründung
des Bundes auf etwa 30 vermehrt, Für Besigheim
wurde ein Wettbewerb in der Stuttgarter Kunstgewerbeschule
erfolgreich ausgeschrieben. In diesem Jahre soll
ein gleiches Unternehmen für Tübingen durchgeführt
werden, Auch in Schwerin wurden kleinere Wettbewerbe
von der Stadtverwaltung veranstaltet, In Angermünde
st ein Wettbewerb für den Marktplatz geplant.
Die Beratung der Städte nahm auch im vergangenen
Jahre einen breiten Raum ein. Vor allem beanpruchte
die Organisation der Hamburger Beratungsstelle
iel Arbeit. Diese wurde durch Innungsbeschluß ge-‚.ründet
und begann sogleich Richtlinien und Grundtöne
estzulegen. Das geschützte Gebiet wurde nach Vorschlag
les Bundes festgelegt. Für Zerbst entwarf der Bund
m Anschluß an die Tagung ein Ortsstatut. Für Greiffen-'erg
in Schlesien, Demmin in Pommern, Stolp i. Pommern
ınd Wittingen in Hannover wurden Farbenpläne für die
Aarktplätze vom Bunde entworfen, für Demmin außer-{em
der Plan für eine Siedlung. Der Entwurf des Bundes
ür den Markt in Rügenwalde wurde zum Teil verwirkicht,
Für Füssen a, Lech lieferte der Bund einen volltändigen
Baufarbenplan und eine Grundtonreihe, Für
linbeck, Merkstein, Greifswald und Kremmen wurden
Jeinere Arbeiten geleistet. Der Kreisausschuß des
Creises Mettmann ließ durch den Bund ausführliche
Zichtlinien herstellen (vgl. „Die farbige Stadt‘ 1929,
Ir, 6). In Helmstedt veröffentlichte die Schriftleitung
ler Zeitschrift „Heimatland‘ Richtlinien für die farbige
3Zehandlung von Bauten, die dann im Sonderdruck unter
en Malern und Hausbesitzern verteilt wurden. Aehnich
verfuhr der Heimatschutzverein in Siegen, dessen
7eitschrift einen Aufsatz des Geschäftsführers über die
arbige Gestaltung des Siegener Stadtbildes aufnahm. Das
;tadtbauamt Recklinghausen verteilte die Farbtafeln des
Jundes in den Fachkreisen, Hohe Anerkennung verdient
las Vorgehen der dortigen Zechenverwaltung, die auf
\nregüng des Bundes zahlreiche alte Bergarbeiter-Wohn-‚äuser
lebhaft farbig anstreichen ließ. Der Verschöneungsverein
daselbst verteilte Prämien für die besten Antriche
in der Altstadt, ebenso wie dies mit Erfolg in
‚eipzig von der Stadtverwaltung aus geschieht. Gut-.chten
wurden abgegeben für Hildesheim (Verein zur Erıaltung
der Kunstdenkmäler), Essen (Kirchengemeinde),
Schneidemühl (Regierung). Anregend wirkte das Vorsehen
der Stadtverwaltung Duderstadt, die Prof. Dr. Fiıcher
aus Hannover mit der Leitung der farbigen Antriche
zum Stadtjubiläum betraute (vgl. „Die farbige
;tadt‘ 1929, Nr, 10). Auch in Brakel (Kr. Höxter) war
{ie Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem Bunde
us gleichem Anlasse erfolgreich,
Der Gedanke, Merkblätter für alle Arbeitsjebiete
der Farbe im Stadtbild herauszugeben, wurde
veiter verfolgt. Nach dem Fassadenfarbenmerkblatt er-:chien
ein solches für Sgraffitötechnik. Ein Merkblatt
ür farbige Trockenmörtel und für Bindemittel liegt beeits
im Entwurf vor. Ferner gab der Bund eine Farbtoneihe
für den Hausanstrich als Faltkarte mit Leimfarb-‚ufstrichen
heraus, die durch einen erläuternden Text
srgänzt wurde, Eine ähnliche Karte für den Fachwerkınstrich
ist in Vorbereitung. Auf der Zerbster Bundesagung
wurde ein neuer Farbtonblock gezeigt, den der
Aitarbeiter des Bundes, Dr, Matthaei, Tübingen, gechaffen
hatte und der Beachtung verdient,
Die Reihe der wertvollen Umfragen des Bundes
‚rweiterte sich durch den Bericht von Prof, Dr. Wagner
iber die an die Regierungen und Staatlichen Baubehörden
jerichtete Umfrage über Erfahrung mit Werkstoffen, Das
‚ufschlußreiche Ergebnis wurde auf der Zerbster Bundesagung
im Oktober 1929 vorgetragen,
Die Zusammenarbeit mit den Bauschulen entvickelte
sich günstig, Das Preußische Ministerium für
Jandel und Gewerbe verteilte die Drucksachen und
"arbtafeln des Bundes an die einzelnen Schulen, Ver-‚schiedene
Anstalten bezogen dann die Merkblätter und
Tafeln in größerer Auflage.
Die Werkstoffprüfungen nahmen einen günstigen
Fortgang, Im Anschluß an die Staatliche Baujewerkschule
Görlitz führten die Anstalten in Zerbst,
Magdeburg, Sternberg, Holzminden und Nienburg entprechende
Prüfungen nach den Vorschlägen des Bundes
durch, Im Frühjahr 1930 folgen die Staatlichen Baujewerkschulen
in Höxter, Eckernförde und Buxtehude,