Full text: Ordnung der Diplomprüfung für Elektroingenieure (1932)

ANHANG III / PRAKTISCHE WERKSTATTXTIGKEIT 
2 bis 3 Monaten nachgewiesen werden. Ausbildungsabschnitte 
unter 1 Monat werden nicht angerechnet, 
11. Die Sommerferien sollen im allgemeinen für Studienarbeiten 
und Studienreisen, für wissenschaftliche Arbeit in Laboratorien 
oder Konstruktionsbüros oder für ergänzende Spezialpraxis frei- 
gehalten werden, Die während der Studienjahre dem Praktikanten 
gegebene Möglichkeit, Einblick in die verschiedensten Fertigungs- 
gebiete und Betriebe zu erlangen, wird sich im späteren Berufs- 
leben kaum mehr bieten; deshalb soll man an der Praxis nicht 
sparen, 
12. Auslánder haben bereits vor Beginn des Studiums die 
erforderliche zwólfmonatige praktische Ausbildung zu erwerben. 
Da es ihnen bei der starken Nachfrage nach Praktikantenstellen 
seitens der deutschen Studierenden háufig schwierig wird, in 
£eeigneten deutschen Betrieben unterzukommen, kann ihre prak- 
tische Ausbildung in guten ausländischen Betrieben erfolgen, 
muß aber diesen Richtlinien sinngemäß entsprechen. 
Art und Weise der praktischen Ausbildung 
13. Es ist zweckmäßig, die praktische Ausbildung mit den mehr 
handwerksmäBigen Arbeiten, z. B. mit Formerei, Modelltischlerei, 
Schmiede und Schlosserei zu beginnen und dann die maschinelle 
Bearbeitung wie Dreherei, Fräserei usw. anzuschlieBen, hierauf 
den Zusammenbau von Apparaten und Maschinen kennenzulernen 
und zuletzt im Betrieb von Maschinenanlagen oder auf Prüf- 
stánden zu arbeiten. Erst nach einer zwôlimonatigen Werkstatt- 
praxis kann eine Tátigkeit in Betriebs- usw. Büros in Frage 
kommen. 
Für die zeitliche Einteilung dieser Praxis werden im Aus- 
bildungsplan Vorschläge gegeben. 
14. Für das erste Halbjahr der praktischen Ausbildung wird 
vor zu enger Spezialisierung gewarnt, die im Widerspruch zum 
akademischen Studium steht und zu einseitig machen könnte. 
Erst für den zweiten Teil der Ausbildung sollen die Studierenden 
Fabriken des von ihnen bevorzugten Fachgebietes aufsuchen, 
um mit den besonderen Werkstattarbeiten vertraut zu werden. 
15. Der Studierende soll durch seine Praxis einerseits prak- 
tische Kenntnisse der Werkstoffe und ihres Verhaltens bei der 
Bearbeitung, der Werkzeuge und Werkzeugmaschinen und da- 
durch der Bearbeitungsmôglichkeiten, der Konstruktionsformen 
der herzustellenden Teile, Apparate und Maschinen erwerben; 
andererseits soll er aus eigener Beobachtung einen Einblick in das 
Zusammenarbeiten der verschiedenen Arbeitergruppen, in die 
Leitung und Organisation der Werkstätten und in die Entloh- 
nungsmethoden der Arbeitskräfte gewinnen. 
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