Full text: Ordnung der Diplomprüfung für Elektroingenieure (1932)

ANHANG II] , PRAKTISCHE WERKSTATTATIGKEIT 
16. Die Handfertigkeit im Formen, Schmieden, Schlossern, 
Hobeln, Drehen, Fräsen, Schleifen usw. sollte wenigstens so weit 
durchgebildet und geübt werden, daß der Studierende befähigt 
ist, die für die einzelnen Arbeiten nötige Zeit und Genauigkeit 
und die mit der Herstellung verbundenen Schwierigkeiten und 
Kunstfehler zu beurteilen und an der Ausführung und Aufstellung 
von Maschinen und sonstigen einschlägigen Erzeugnissen selbst- 
tätig mitzuarbeiten, 
17. Die Studierenden haben sich als Arbeiter ohne jede Sonder- 
stellung zu betätigen, um sich auch in den Verkehr mit den 
Arbeitern, in die Anleitung und Behandlung der Arbeiter seitens 
der Meister und Ingenieure und in die Denkweise der Arbeiter 
einzuleben. 
18. Da die Praktikanten schon während der ersten Ausbildung 
vor dem Studium alle Arbeiten nach Werkzeichnungen auszu- 
führen haben, müssen sie bereits Werkzeichnungen verstehen 
und einfache Werkskizzen ausführen können. Deshalb wird für 
die Zeit der ersten Ausbildung empfohlen, Gelegenheiten zur 
Teilnahme an Maschinenbauerkursen, namentlich im technischen 
Zeichnen, auszunützen und deswegen die Betriebsleitung zu be- 
ragen. 
Ausbildungsbetriebe 
19. Den Anforderungen an die Kenntnisse, Handfertigkeit und 
soziale Einfühlung kann nur in Fabrikbetrieben der Privat- oder 
Gemeinwirtschaft entsprochen werden. Bauschlossereien, Instal- 
lationsgescháfte, kleinere Reparaturwerkstütten und auflerhalb 
der Industrie stehende Lehrwerkstátten sowie die meisten Hand- 
werksbetriebe scheiden für die erforderliche praktische Aus- 
bildung aus, da sie eine Beobachtung der industriellen Fertigung 
nicht ermóglichen. 
Der Studierende ist für seine praktische Ausbildung nicht an 
den Umkreis seiner Hochschule gebunden. 
20. Nach Gegenden geordnete Listen von zur Zeit in erster 
Linie in Frage kommenden und für die Ausbildung $ewonnenen 
Fabrikbetrieben werden von den Praktikanten- Professoren der 
Hochschulen in Verbindung mit der Industrie aufgestellt und 
laufend ergánzt; sie kónnen in den Hochschulen eingesehen bzw. 
von diesen bezogen werden. Die Praxis in anderen Betrieben 
bedarf im Einzelfall der vorherigen Genehmigung, 
Belege über die Ausbildung 
21. Es wird verlangt, daß die Studierenden über ihre praktische 
Ausbildung ein Werkarbeitsbuch (Tagebuch) nach dem Muster
	        

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