Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

Hans-Jürgen Frank und Roland Wick 
STÄDTEPLANERAUSBILDUNG 
Zur Diskussion städtebaulicher Ausbildungsformen: 
2. Teil - Städtebauer-Ausbildung innerhalb des Architek- 
t+urstudiums 
Die Städtebauausbildung an Architekturschulen hat zwei 
Lehrziele: 
(a) Vermittlung städtebaulicher und planerischer Grund- 
lagen für alle auf dem sich ständig differenzierenden 
Gebiet der Architektur Tätigen. 
(b) Vermittlung von Grundlagen und Spezialkenntnissen 
für in der Stadtplanung und im Städtebau Tätige. 
Letzteres ist im Rahmen eines herkömmlichen Architektur- 
studiums häufig nicht in der Komplexität und Intensität 
möglich, wie dies wünschenswert wäre, da sich das Fach- 
gebiet des Städtebaus und der Stadtplanung sehr stark aus- 
geweitet hat und auf interdisziplinäre Zusammenarbeit 
mit einer Vielzahl von anderen Wissensgebieten angewie- 
sen ist. Dazu kommt, daß die Studiendauer des Architek- 
turstudiums nach den Vorstellungen des Wissenschaftsrates 
auf 8 Semester verkürzt werden soll, Grundsätzlich erge- 
ben sich drei Möglichkeiten: 
Vermittlung von städtebaulichen und planerischen Spe- 
zialkenntnissen im Aufbaustudium, als Er- 
gänzung eines Studiums der Architektur oder verwand- 
ter Disziplinen. Verschiedene bestehende Möglichkei- 
ten des Aufbaustudiums wurden in ARCH+ 3/68 aus - 
führlich dargestellt. 
2. Eigenständiges Städtebau-bzw. Planer- 
studium ‚wie es an verschiedenen deutschen 
Hochschulen inzwischen angelaufen oder in Vorberei- 
tung ist (Aachen, Berlin, Dortmund, München). Darü- 
ber wird im nächsten Heft ARCH+ 5/68 ausführlich 
berichtet werden. 
3.5+ädtebauausbildung. im Archi 
tekturstudium 
Dies war bis vor kurzem in Deutschland die einzige 
Möglichkeit zur Ausbildung von Städtebauern und 
Stadtplanern. Dabei sind eine ganze Anzahl von Mög- 
lichkeiten denkbar, die an den verschiedenen Hoch- 
schulen praktiziert werden. 
- Herkömmliches Architekturstudium mit starker Spe- 
zialisierungsmöglichkeit in der Oberstufe (Beispiel 
Stuttgart). 
Herkömmliches Architekturstudium mit geringerer 
Spezialisierungsmöglichkeit, aber mit städtebauli 
chem Aufbaustudium (Beispiel München). 
Architekturstudium mit frühzeitiger städtebaulicher 
Spezialisierung (Schwerpunkt Stadtbau) und Vertie- 
fung desselben Fachgebiets im Aufbaustudium (Bei- 
spiel TU Berlin, Studienplan A 1). 
- Architekturstudium mit frühzeitiger Spezialisierungs- 
möglichkeit im Städtebau und anschließendem Auf- 
baustudium mit Schwerpunkt Orts-, Regional- und 
Landesplanung (Beispiel Zürich). 
Dieser Beitrag soll untersuchen, wie groß.der Pflichtanteil 
der städtebaulich und planerisch relevanten Fächer und 
wie groß die Wahl - bzw. Spezialisierungsmöglichkeit im 
Städtebau und in ergänzenden Disziplinen an den einzel - 
nen Hochschulen sind. 
Welche Fächer in welchem Umfang angeboten werden, 
ist aus den Tabellen ersichtlich, die Auszüge aus den 
Studienplänen bzw. Vorlesungsverzeichnissen der einzel- 
nen Hochschulen darstellen. 
Die graphischen Darstellungen sollen die Relation der 
städtebaulich und planerisch relevanten Fächer zum Ge- 
samtstudienplan zeigen. Dabei ist die Betrachtung rein 
quantitativ nach Anzahl der Wochenstunden gesehen. 
Da qualitative Aspekte ausgeklammert wurden, ist ein 
Anspruch auf umfassende Objektivität nicht gegeben. 
ARCH + 1(1968) H.4
	        

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