Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

Programmierung in geometrisch exakte Figuren, er ist 
fernerhin in der Lage, perspektivische Darstellungen aus 
Grundrissen, Schnitten und Ansichten zu entwickeln und 
in Bewegung zu zeigen oder in Bruchteilen von Sekunder 
Cremonapläne für die verschiedenen Lastfälle eines Trag- 
werks zu zeichnen. 
Die großen Probleme im Umgang mit Computern liegen 
darüberhinaus heute weniger auf dem Gebiet der "hard- 
ware", des technischen Apparats, als vielmehr im Bereich 
der "software", wobei die Verschiebung des Akzents von 
den maschinenbezogenen Programmiersprachen auf die 
problemorientierten Arbeitsprogramme am heftigsten 
diskutiert wird. 
Die von Seymour A. Papert auf dem MIT - TUB Kongreß 
dargestellten Schwierigkeiten auf dem Gebiet der auto- 
matischen Zeichenerkennung lassen es im Augenblick kaum 
glaubhaft erscheinen, daß der Computer in absehbarer 
Zeit alles, was an graphischer Information denkbar ist, er- 
kennt, liest und verarbeitet. Wenn Daten in bildhafter 
Form vorliegen, kann zwar der Mensch seine Fähigkeit, 
zu abstrahieren und zu kombinieren, besonders zur Geltung 
bringen, aber der Computer ist den ungeheuren Informations- 
mengen, die Bilder im allgemeinen darstellen, hilflos 
ausgeliefert, weil die menschliche Fähigkeit, Superzeichen 
zu isolieren und zu erkennen, bis heute kaum programmier- 
bar ist. 
Lohnend und an den deutschen Architekturabteilungen zu 
wenig bekannt sind aber gerade die Möglichkeiten, das 
Arbeiten mit dem Computer auf dem Gebiet des Entwerfens 
anhand von Aufgabenstellungen mit einer überschaubaren 
Zahl von Variablen zu studieren, was unter Umständen 
sogar möglich ist, ohne daß ständig ein Rechner zur Ver- 
fügung steht. 
Denn der Computer hilft nicht nur Großzahlprobleme zu 
lösen, deren Bearbeitung wegen zu umfangreicher Daten- 
mengen bisher unwirtschaftlich war, sondern er zwingt 
den Benutzer und Entwerfer vor allem, Fragestellungen 
neu zu formulieren, deren Grundlagen ein für allemal 
gesichert scheinen. 
Bernd Wendland 
KOSTEN UND COMPUTER 
Die Konferenz brachte wertvolle Anregungen zur Entwick- 
lung des Entwurfsverfahrens. Ein Beitrag der Professoren 
O.M. Ungers (Berlin) und H.Albach (Bonn) behandelte 
die "Optimale Planung von städtischen Wohngebieten". 
Ein heißes Eisen, - in einem studentischen Flugblatt heißt 
es: "O.M. Ungers ..., mit Hilfe eines durch Abblendung 
der psychischen Bewußtseinsstruktur gewonnenen Bündels 
praktikabler "biologischer Bedürfnisse" und mit Hilfe von 
Normen, die sich in Verordnungen niederschlagen, kommt 
er zur Optimierung. Hier wird Vereinfachung zur BRUTA- 
LISIERUNG!" Seiner Bedeutung wegen sei hier die Kurz- 
fassung (1) des Vortrages wiedergegeben: 
"Die Verfasser berichten über ein größeres Forschungs- 
ARCH + 1(1968) H.4
	        

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