Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

SUMME: 
Q1 
Die normale Sättigungsfunktion wurde für die Mehrheit 
der verwendeten Messzahlen gewählt und hat daher ei- 
nen erheblichen Einfluss auf die zu erwartende Kurven- 
Charakteristik. Die Zahl der erlaubten Funktionstypen 
lässt sich gegebenenfalls um die Hälfte reduzieren, ent- 
weder durch Wahl anderer Messzahlen, die zu den 
übrigbleibenden Wertfunktionstypen passen, oder aber 
durch Wahl einer anderen Wertfunktion für die betref- 
fenden Messzahlen. Vorerst erscheint diese Verein- 
fachung nicht wünschenswert. 
Schritt: Bestimmung der Konstanten für jede Wertfunk- 
tion (a, b) 
Die Konstanten für die Wertfunktionen wurden eben- 
falls, wie die Auswahl der Wertfunktion, für jede 
Messzahl durch ein Gruppenurteil erhalten. Die Grup- 
pe bestand aus neun wissenschaflichen und techni- 
schen Mitarbeitern des Institutes für Raumfahrttechnik 
an der Technischen Universität in Berlin. Obwohl die- 
se Gruppe nicht die ideale Grösse und Zusammenset- 
zung aufweist, können die erhaltenen Ergebnisse je- 
doch für eine erste Prüfung des Modellkonzeptes für 
ausreichend angesehen werden. Das Urteil setzte ein 
sorgfältiges Studium der vorhanden statistischen Daten 
und in vielen Fällen eine eingehende Diskussion vor- 
aus. Als Referenzpunkte dienten insbesondere die tat- 
sächlichen statistischen Werte der U.S.A. und der 
BRD im Jahre 1961. 
Die vorläufig gewählten Konstanten für die einzelnen 
Wertfunktionen, die den Messzahlen zugeordnet wur- 
den, sind in der Tabelle 1 aufgeführt. 
© Schritt: Bestimmung der Gewichtsanteile 
(KL, Pig; 0ji,Bji) 
Die Gewichtsanteile der Hauptbereiche und Teilbe- 
reiche der Zivilisation wurden im Januar 1966 durch 
eine Umfrage in der BRD ermittelt. Es wurde jedoch 
darauf hingewiesen, dass der Befragte bei der Antwort 
möglichst berücksichtigen sollte, dass es hier um die 
Entwicklung eines Masstabes geht, der im internationa- 
len Bereich Gültigkeit haben soll. Die Zahl der Be- 
fragten war aus organisatorischen Gründen auf 250 be- 
grenzt, von denen 200 an der Befragung teilnahmen. 
Obwohl dieses noch keine repräsentative Umfrage dar- 
stellt, kann das erhaltene Resultat jedoch nicht völlig 
falsch sein. 
Die gestellten Fragen und erhaltenen Antworten sind 
aus der folgenden Aufstellung zu entnrhmen: 
Wenn Sie den Fortschritt der Zivilisation in zwei Berei- 
Chen messen wollten, wieviel Gewicht würden Sie diesen 
Bereichen relativ zuordnen? 
Zustand der menschlichen Umwelt (k) 50,9 
Zustand der menschlichen Gesellschaft(I) 49,1 
100.0 
Der Zustand der menschlichen Umwelt soll durch ein- 
zelne Indikatoren (Messzahlen) in geeigneter Form ge- 
messen werden .Diese Indikatoren sind in vier Gruppen 
eingeteilt. Wie würden Sie die relative Wichtigkeit 
dieser Gruppen zum Zwecke der Messung der mensch- 
lichen Umwelt beurteilen? 
Nationale Wirtschaft (p1) 30,0 
Lebensstandard (der Durchschnittsfamilie) CM 25,2 
Bildungswesen (P3) 26,5 
Verkehrswesen (p,) 18,3 
4 606.0 
Auch die Messung der menschlichen Gesellschaft sol! 
mit Hilfe von Indikatoren vorgenommen werden. Diese 
Indikatoren sins wiederum in vier Gruppen aufgeteilt. 
Wie würden Sie die relative Wichtigkeit dieser Gruppen 
Geregeltes Staats-und Gemeinwesen (q7) 25,4 
Gemeinschaftsempfinden (q„) 24,5 
Geisteshaltung und Moral (d3) 21,5 
Bildungsgrad CM 28,6 
100.0 
Da die Gewichte für die menschliche Gemeinschaft 
und für die menschliche Umwelt nur weniger als ein 
Prozent von 50 abweichen, haben wir keinen Grund, 
vorerst von einer 50 : 50 Aufteilung der Gewichte abzu- 
weichen. 
Die aus dieser Umfrage sich ergebende relative Wichtig- 
keit ergibt sich aus den Produkten von K:P:% 0ZW. EB 
und ist wie folgt: 
Nationale Wirtschaft 
Bildungsgrad 
Nationale Wirtschaft 
Bildungsgrad 
Bildungswesen 
Geregeltes Staatswesen 
Lebensstandard 
Gemeinschaftsempfinden 
Geisteshaltung und Moral 
Verkehrswesen 
15,00% 
14,30% 
15,00% 
14,30% 
13,25% 
12,60% 
12,70% 
12,25% 
10,75% 
9,15% 
100 00% 
Die Gewichtsfaktoren für die einzelnen Messzahlen 
Aji,ßji innerhalb der obigen Teilbereiche wurden 
wegen des Umfanges in einem kleinen Kreise durch ein 
Gruppenurteil ermittelt .Es waren wieder neun wissen- 
schaftliche und technische Mitarbeiter des Instituts. 
Aus diesen Gewichtsfaktoren kann nun die relative 
Wichtigkeit der gewählten Messzahlen für dieses Modell 
berechnet werden, aber nur für den Fall,dass in allen 
Wertfunktionen der maximale Wert erreicht wird (100% 
der möglichen Punktzahl).Dann - und nur dann - haben 
die hier gewählten Messzahlen das folgende Gewicht, 
wobei nur die 10 bedeutendsten der 81 gewählten Mess- 
zahlen und die 10 mit dem kleinsten Gewicht hier 
aufgeführt werden sollen: 
1.Öffentliche Sozialausgaben 
2.Aufwand für Wissenschaft und Forsch. 
3.Wahlbeteiligung 
4 .Durchschnittliche Schul jahre 
5.Öffentliche Bildungsausgaben 
6.Beiträge zu internationalen Organisat - 
7.Zahl der Analphabeten 
8.Zahl der Arbeitslosen 
9.Zahl der Studenten 
10.Einkommen pro Haushalt 
3,813% 
2,732% 
2,478% 
2,468% 
2,374% 
2,337% 
£ „327% 
2,302% 
2,226% 
2.,117% 
ARCH + 1(1968)H1
	        

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