Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

3. Der Denkprozess schliesst mit einem mitteilbaren Ergeb- 
nis ab. 
Dieses Produkt ist geeignet,die anfängliche Proble- 
matik zu beseitigen 
5. Die Lösung ist mindestens für das Individuum neu und 
auch befriedigend. 
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Unbewusste Vorgänge (Latenzphase) und eine mit Einsicht 
verbundene plötzliche Umstrukturierung des kognitiven 
Feldes werden gelegentlich zur Beschreibung der Kreativi- 
tät herangezogen. 
Der Begriff des Schöpferischen ist nicht synonym, sofern 
damit die Voraussetzungslosigkeit des kreativen Prozesses 
gemeint ist. Kategorien wie Phantasie und Intuition sind 
als Synonyme ebenfalls ungeeignet,da in ihnen die Ziel- 
orientiertheit des kreativen Denkens ausserachtgelassen 
wird.Der Zusammenhang mit Intelligenz scheint schwach 
ZU sein. 
Kreative und Entscheidungsprozesse zeigen strukturelle 
Übereinstimmungen, die die Verwendung gemeinsamer 
Kategorien ermöglichen. Die psychologische Organisa- 
tionsforschung sucht für Kreativität wie für Entscheidungs- 
prozesse nach den Bedingungen und Regeln, unter denen 
diese Prozesse in Organisationen auftreten und ablaufen, 
um daraufhin zu Optimierungsvorschlägen zu gelangen. 
Die Wirkungsweise individualpsychischer Funktionen ist 
dabei nicht von Belang ;in dieser pragmatischen Sicht ist 
Kreativität keine Persönlichkeitseigenschaft oder Fähig- 
keit,sondern ein relativ seltener Datenverarbeitungspro- 
zess zum Zweck der Innovation. 
Gruber, H.E.;Terrell, G.;Wertheimer, M. (Hrsg.): Con- 
temporary Approaches to Creative Thinking. New York 
1962.Kleinmuntz,B.(Hrsg.): Problem Solving - Research, 
Method and Theory. New York 1966. 
OPTIMIERUNG 
Optimisierung 
optimization 
Überführung eines bestimmten Systemes in einen bezüg- 
lich des Zweckes des Systems günstigsten Zustand, 
Das zu optimierende System kann sehr unterschiedlicher 
Art sein;z.B.: ein Wirtschaftsunternehmen hinsichtlich 
seines Verhaltens gegenüber Konkurrenten oder hinsicht- 
lich seiner Organisation;der Materialfluss oder die Ma- 
schinenbelegung bei mehrstufigen Produktionsprozessen in 
einem Fertigungsbetrieb;der Verkehrsfluss auf den Stras- 
sen ;Stundenpläne an den Schulen ;militärische Probleme 
USW. 
Das Ziel, auf das Optimierung gerichtet ist, wird als Op- 
timierungskriterium bezeichnet.Es kann sehr einfacher 
Art (z.B. lediglich Gewinnmaximierung in einem Wirt- 
schaftsunternehmen), aber auch sehr komplizierter Natur 
sein (z.B, Halten eines bestimmten Marktanteils für eine 
Produktgruppe mit möglichst wenig Typen, im übrigen aber 
Gewinnmaximierung etc.).Die Optimierungskriterien sind 
meist wirtschaftlicher, (vor allem im militärischen und 
technischen Bereich) daneben aber auch nicht-wirtschaft- 
licher Art. 
Bezieht sich die Optimierung nur auf einen Teil des ge- 
samten Systems, wird vielfach von der Bestimmung eines 
Teiloptimums (Suboptimum) gesprochen; der Weg zur Ge- 
samtoptimierung führt häufig über die Ermittlung solcher 
Teiloptima. Es ist dabei aber zu beachten, dass die Summe 
aller Teiloptima nicht notwendig das Gesamtoptimum er- 
gibt. 
In Operations Research wird i.a.das Überführen des Mo- 
dells des zu untersuchenden Systems in den optimalen Zu- 
stand bzw. das Ableiten der optimalen Lösung eines Pro- 
blems aus dem Modell als Optimierung bezeichnet, wobei 
für bestimmte Arten von Problemen allgemeingültige Ver- 
fahren entwickelt wurden wie z.B. die Planungsrechnung. 
Für die Belange der Praxis besteht die Optimierung jedoch 
aus zwei Stufen, nämlich 1,Bestimmen des Optimums(op- 
timale Verhaltensweisen, opt. Zuschnitt, opt. Programm) 
2.Verwirklichung und laufende Kontrolle dieses Optimums. 
Churchman, C.W.;Ackoff, R.L. und Amoff,E.L.: Intro- 
duction to Operations Research. Wiley, New York 1957; 
Deutsche Übersetzung: Oldenbourg, Wien/München 1961, 
Hertz,D.B. und Eddison, R.T.(Herausg.): Progress in 
Operations Research, Vol.Il.New York: Wiley 1964, 
PLANUNG 
planning 
Methodisch durchgeführter Entscheidungsprozeß zur Vor- 
bereitung von äußeren Handlungen. 
Im Bereich von soziotechnischen Systemen treten immer 
wieder Situationen auf, die mehrere verschiedene Mög- 
lichkeiten des Handelns oder Verhaltens zulassen (Ent- 
scheidungssituation). Eine solche Situation stellt im allge- 
meinen ein mehr oder weniger offenes Feld möglicher Re- 
aktionen als Systeme dar. Reagiert das System auf die Si- 
tuation unmittelbar und ohne methodische Vorbereitung, 
so liegt dieser Reaktion keine Planung, sondern Improvi- 
sation zugrunde. Liegt kein äußerer Zwang zu spontanen 
Reaktionen vor, so sollten Improvisationen durch Planun- 
gen ersetzt werden, weil improvisierte Reaktionen im all- 
gemeinen gegenüber geplanten Aktionen Nachteile mit 
sich bringen. Der entscheidende Nachteil von Improvisa- 
tionen besteht darin, daß infolge der kurzen Zeitspanne, 
die für den Entscheidungsprozeß zur Verfügung steht, nicht 
das gesamte Feld der Raktionsmöglichkeiten des Systems 
analysiert werden kann und daher möglicherweise bessere 
Entscheidungen nicht gefunden werden. 
In Abhängigkeit vom Planungsprojekt und vom Planungs- 
horizont bedarf die Durchführung der Planung einer sorg- 
fältigen Vorbereitung, die auch als Planung der Planung 
bezeichnet wird. Sie hat die Aufgabe, den äußeren Rah- 
men für den Entscheidungsprozeß der Planung festzulegen 
Sie erstreckt sich insbesondere auf das Bilden von Planungs- 
instanzen, auf die Festlegung der zu verwendenden Pla- 
nungsmethode, auf - zumindest teilweise - die Ermittlung 
der zu beachtenden Planungsdeterminanten, aber auch auf 
eine Schätzung des Zeitbedarfs der gesamten Planung. 
Die eigentliche Planung beantwortet in aller Regel die 
Fragen, was getan werden soll (Zielplanung), mit welchen 
Mitteln das erreicht werden soll (Mittelplanung) und auf 
welche Weise die Mittel zur Zielerreichung eingesetzt 
werden sollen (Wegplanung). Man kann den Prozeß der 
Planung auffassen als der Weg der Konkretisierung einer 
anfänglich bloßen Idee zu einer realisierbaren Entschei- 
dung. Er enthält Phasen, in denen Änderbares und Nicht- 
ARCH + 1(1968)H1
	        

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