Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1968, Jg. 1, H. 1-4)

Regeln (Spielregeln), um Zielübereinstimmung zu erreich- 
en; in taktischen Situationen wird der Entscheidungsspiel- 
raum durch die strategischen Ziele eingeengt; hoher Plan- 
ungs- und Kommunikationsaufwand. 
Determinierte Ziele: die informationellen Vorbedingun- 
gen zur Zielerreichung können vollständig durch program- 
mierte Instruktion vermittelt werden. 
= Soziotechnisches System — 
_Person _ 
Person ö 
Normen und. 
Erwartungs- 
" n 
Instanz” 
strategische 
Ziele 
Normen und 
Erwartungs- 
” Instanz” 
5. Volkswirtschaftliche Gesamtleistung 
Gesamtheit der leistung 
abgebenden soziotech- 
nischen Systeme 
| 
kommunalisierte 
Leistung 
Leistungsabgabe 
geg. administr 
Preise 
oligopolist, 
Markt 
input 
Markt mit 
Wettbewerb 
45 % Erwerbstätige 
davon x % Entscheider 
sprachlich 7 
logische 
* Instanz” _ 
—— — 
taktische 
operationale 
Ziele 
sprachlich 
logische 
"Instanz" 
| mA 
motorisch- 
| effektorische 
‚ ” Instanzen” j 
determinierte 
Ziele 
| 
' motorisch 
effektorische: 
” Instanzen" |) 
ie 
ww 
UMWELT 
= 
4. Planung in Abhängigkeit von der Klasse der Ziele 
Zur Verdeutlichung des folgenden Schemas sind einige 
Punkte eingetragen: F "Fenstergriff", einfaches System 
mit volldeterminiertem Ablauf; E "Eisenbahn-Netz“, 
komplexes System mit determinierter Zugfolge; S "Schach- 
spieler", einfaches System mit probabilistischem Prozeß; 
U "Unternehmung unter Wettbewerbsbedingungen"; V 
"Volkswirtschaft", höchste Komplexität, langfristig 
nicht vorhersehbar. 
Am obersten Rand des Schemas werden Künstler, Politiker 
oder Stifter rigoroser Modelle zur "Problemlösung" heran- 
gezogen, am unteren Rand Arbeiter mit geringer Anlern- 
zeit. Die Wissen-Halbwertzeit verringert sich von oben 
nach unten, entsprechend steigt der Bedarf an program- 
mierter Instruktion. Umgekehrt wächst der Lernaufwand 
der Entscheider, die in den hierarchisch höheren Planungs- 
aufgaben tätig sein wollen. In gleicher Richtung wächst 
der Bedarf an automatischer Dokumentation, an assoziati- 
ven Suchverfahren, die existente oder ähnliche Lösungen 
nachweisen können. Im oberen Drittel der strategischen 
Planung wird man sich mit einer "Dokumentation der Ge- 
hirne" begnügen müssen. 
nicht vorhersagbar 
BB 
Strategische 
'” Planung 
Prozesse 
Struktur- 
) Planung 
"m LS 
IN 
N x 
„w...zs KOMplex 
„ Komponenten 
Planung 
determiniert 
Ks 
einfac! 
Systeme — 
22,6 % 
unter 
15 1 
2324" 
Soziostruktur 1966 der Bevölkerung der BRD 
(=100 % 
45 % der Bevölkerung der BRD gelten als erwerbsarbeits- 
fähig. Es wird angenommen, daß dieser Anteil im nächsten 
Jahrzehnt gleich bleibt. Nach einer, Prognose wird der 
durch kommunalisierte Institutionen auszubildende Anteil 
Jugendlicher von heute mit 22,6 % auf 27,4 % steigen, 
weil das Schulbesuchsalter auf durchschnittlich 18 Jahre 
steigt. Da auch die absolute Schülerzahl steigt, der Be- 
ginn systematischen Lernens in das heutige Vorschulalter 
ausgedehnt werden sollte und die Qualität des Lehrwesens 
verbessert werden muß, ist mit einer Vervielfachung des 
Lehr-Lern-Bedarfes zu rechnen. Der Mangel an Lehrlei- 
stung wird dadurch verschärft, daß der Bildungsprozeß wäh- 
rend der Dauer der Erwerbstätigkeit weitergeführt werden 
muß. Dieser letztere Lernbedarf nimmt zwangsläufig mit 
wachsendem Anteil der Entscheider zu. Je nach Art der 
Aufgabe nennen wir Entscheider Planer, Manager oder 
Forscher: es sind Nur-Informationsverarbeiter, die sich 
nach der durchschnittlichen Zeitspanne, die zwischen der 
Entscheidung und der Aktion liegt, klassifizieren lassen. 
Mit der Zunahme der Entscheidertätigkeiten steigt der An- 
teil der nichtmeßbaren Leistung. Deshalb sinkt der Wert von 
Kostenanalysen. Wir müssen nach anderen Verfahren su- 
chen, die Leistungsfähigkeit der soziotechnischen Systeme 
zu prognostizieren, Bei steigendem Bruttosozialprodukt und 
damit verbundenem Anstieg der Ausgaben für die Infrastruk- 
tur wird der Output von den Systemarten K und A in zu- 
nehmendem Maße geliefert. In den Systemarten O und W 
ist ein wachsender Druck zur Verschmelzung nachzuweisen. 
Dem Geld, als wirtschaftlichem Rückkopplungsinstrument, 
kann nicht mehr allein die Aufgabe zugemutet werden, 
Transparenz in das Gesamtgeschehen zu bringen. Um die 
Kooperation des wachsenden Entscheiderpotentials sicher- 
zustellen, ein Gegeneinander- und parallel-Arbeiten zu 
vermeiden, muß Planungsforschung betrieben werden. Als 
Institutionen für diese Aufgabe werden Planungsakademien 
vorgeschlagen. Um den Lernbedarf der Entscheider bei der 
konkreten Problemlösung zu decken, sollen "Fliegende 
Akademien" +) gegründet werden. 
+ Team-Brief 28 (1967), Verlag Schnelle, Quickborn. 
ARCH + 1(1968)H2
	        

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