Full text: ARCH+ : Studienhefte für architekturbezogene Umweltforschung und -planung (1969, Jg. 2, H. 5-8)

unzureichende Information und mangelnde Möglichkeit 
der Mitbestimmung bei den Betroffenen, 
Abbau von eigenen Initiativen der Betroffenen, 
unberücksichtigte Forderungen der Sozialpsychologie, 
Sanierungsmaßnahmen als Teil der Berliner Baupolitik 
(Belebung der Bauwirtschaft), 
mangelhafte Methoden der Planung, 
durch Konkurrenzdenken behinderte, projektgebundene 
und befristete Zusammenarbeit von Behörden, Planungs- 
trägern und Betroffenen, 
Vergabe von öffentlichen Mitteln ohne Untersuchung 
über wahre Bedürfnisse und Zwänge nach überlieferten 
und nur juristisch abgesicherten Verfahren. 
Fa/Ke/Ki/Pr/Str 
Kommission für den Studienbeginn November 1968 
Abteilung für Architektur der Universität Stuttgart 
ÜBERLEGUNGEN ZUM STUDIENBEGINN IM BEREI- 
CHE DER ARCHITEKTUR ALS ANSTOSS ZUR DISKUS- 
SION ALLER INTERESSIERTEN ÜBER DIESE PRO- 
BLEMATIK. 
Die Kommission für Studienbeginn arbeitet seit dem An- 
fang des Sommersemesters 1968 und befaßt sich mit 
der Erarbeitung von Vorschlägen zur Veränderung des 
Studienbeginns. 
Das vorliegende Konzept soll über die bisher erarbei- 
teten Vorstellungen informieren, um eine Diskussion 
aller Interessierten zu bewirken. 
Die Arbeit der Kommission orientierte sich zunächst 
an der im Rahmenplan beschriebenen Konzeption des 
"Grundstudienjahres'', im Sinne einer zu überprüfen- 
den Hypothese. Die Konzeption veränderte sich auf- 
grund der verschiedenen Voraussetzungen der Studen- 
ten (Bauschule, Gymnasium, untersch. Vorpraktika) 
und führte dazu, das "Grundstudienjahr'' nicht mehr 
als Zeiteinheit aufzufassen, sondern nur noch von ei- 
nem herzustellenden gemeinsamen Informationsstand 
mit fortschreitender Differenzierung auszugehen. 
Der Studienbeginn umfaßt als Untersuchungsobjekt aus- 
serdem das Vorfeld des Studiums, das Problem der 
Bewerberauswahl als auch die Untersuchung des gesam- 
ten Studienablaufs, dessen Phasen und seine didakti- 
schen Formen. 
Hier werden weder die Information im Vorfeld noch die 
Aufnahme, noch spezielle Auswirkungen im Studienab- 
lauf diskutiert. Aufgrund ihrer Vermittlungsrolle hat 
die Phase des Studienbeginns zunächst zwei Fähigkeiten 
zu vermitteln: 
1. Die psychische Studierfähigkeit, die Orientierungs- 
fähigkeit, das Auswählen und das Erreichen von Zie- 
len, 
2. die technische Studierfähigkeit, das Umgehen mit 
dem Informationsangebot der Universität. 
In dieser Anfangsphase soll sich der Student über sei- 
ne Motive zum Studium klar werden, bzw. seine Erst- 
entscheidung überprüfen. Dazu ist Information über 
seine Situation und deren mögliche, von ihm beeinfluß- 
bare Entwicklungen, erforderlich: also über das Be- 
rufsfeld, Realisationsprozesse, Rolle der Handlungs- 
wissenschaften, Arbeitsverfahren und -techniken, 
Prinzipien des Bauwesens und der Bewältigung von 
komplexen Problemen. Der hauptsächliche Anteil der 
Arbeit des Studenten in dieser Studienphase liegt also 
in der Reflexion über die eigene Situation. Die Anfor- 
derungen sind darauf abzustimmen und können deshalb 
nicht vom Prinzip des '"Machens'' ausgehen. Die Ent- 
wicklung eines Problembewußtseins ist erstrangig, 
Erfolg bei der Lösung von Problemen ist zweitrangig. 
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ARCH +2 (1969) H.5
	        

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