Full text: ARCH+ : Studienhefte für Planungspraxis und Planungstheorie (1972, Jg. 4, H. 15-16)

5.4.2. 
Entwurf von Strategien zur Veränderung der Res- 
sourcenlage (26). Dabei wird das Problem der Über- 
führung finanzieller in räumliche Ressourcen auf- 
geworfen, worin die enge Verknüpfung der Raum- 
planung mit der Haushaltsplanung begründet ist. 
Diese Funktion stellt die Raumplanung vor ihr zentra- 
les methodisches und theoretisches (Legitimations-) 
Problem, durch formal beschreibbare räumliche Struk- 
turen bzw. Organisation von Konsensbildungsprozessen 
den von den Fachplanungen formulierten räumlichen 
Funktionsbedingungen zu entsprechen. 
6. 
Qualifikation von Raumplanern 
Bezeichnet man den Träger der oben genannten Funk- 
tionen als Raumplaner, so erscheint eine Qualifikation 
in den folgenden Wissenschaftsbereichen erforderlich: 
6.1. 
Systemwissenschaft (Hauptfach - Pflicht) 
Systemtheorie Systemstruktur 
Systemverhalten 
Lineare Algebra 
Graphentheorie 
Wahrscheinlichkeitslehre 
Systemanalyse 
Technik der Datenverarbeitung 
Nutzwertanalyse 
Netzplantechnik 
Projektmanagement 
Optimierung 
Simulation 
6.2. 
Entscheidungswissenschaft (Hauptfach - Pflicht) 
Entscheidungs- mathematisch 
theorie juristisch 
ökonomisch 
Entscheidungs- systemtechnisch 
technik juristisch 
kommunikativ 
6.3. 
Raumwissenschaft (Hauptfach - Pflicht) 
Formale Theorien räumlicher Systeme 
Formale Theorien 
Methoden der empi- 
rischen Raumforschung 
Substantielle Th« 
"ien allgemeiner riumlicher Systeme 
ökologisch 
demographisch 
ökonomisch 
politökonomisch 
verhaltenswissenschaftlich 
Spezielle Theorien räumlicher Systeme 
26) Das Instrumentarium zur Veränderung der Ressour- 
cenlage stellen Umweltgüteplanung, technische In- 
frastrukturplanung, Verkehrsplanung. 
Techniken der Verteilung 
von Strömen auf Netze 
von Aktivitäten auf Flächen 
von Strömen und Aktivitäten in Körpern 
Instrumente der Ressourcenplanung 
Bau- und Bodenrecht 
Liegenschaftswesen 
spezielle Informationssysteme 
technische Infrastruktur 
Umweltplanung 
6.4. 
Finanzwissenschaft (Nebenfach - Pflicht) 
Finanzierungstechnik 
öffentlich 
privat 
Ausgewählte Kenntnisse in den folgenden Bereichen 
erscheinen sinnvoll: 
6.3. Hauptfächer (Wahl): 
Organisationsplanung 
Regionale Wirtschaftsplanung 
Wohnplanung 
Freizeitplanung 
Bildungsplanung 
Sozialplanung 
Private Infrastrukturpla- 
nung 
Technische Infrastruktur- 
planung 
Verkehrsplanung 
Umweltgüteplanung 
Allgemeine Psychologie 
Sozialpsychologie 
sowie alle weiteren Gebiete, 
soweit ihre Beziehung zu 
den unter 6.1. bis 6.3. ge- 
nannten Fächern im Kontext 
von Raumplanung begründet 
werden kann. 
6.4. Nebenfächer (Wahl): 
7. Ausbildung von Raumplanern 
Angesichts des prinzipiellen Interesses an einer stän- 
digen Überprüfung der gesellschaftlichen Relevanz der 
verwendeten Methoden und Studieninhalte sowie der 
Praxis (und nicht nur Theorie) kommunikativer Pla- 
nung und bei dem derzeit sich nur zögernd entwickeln- 
den Planungsinteresse der beteiligten Disziplinen, muß 
das Projektstudium als eine notwendige Form derzei- 
tigen Planerstudiums angesehen werden. Hierbei ist 
davon auszugehen, daß für die Ausbildung (wie für die 
Forschung) in der Raumplanung die Beteiligung der 
Fachplanungen, die mit ihren räumlichen Funktionsbe- 
dingungen das raumplanerische Problem konstituieren, 
ebenso notwendig ist wie die der beiden anderen "Res- 
Ssourcenplanungen": Verwaltungs- und Finanzplanung. 
Unter dem Gesichtspunkt dieser notwendigen Verbin- 
dung ist zu prüfen, auf welche Weise langfristig der 
Aufbau von sich erginzenden Studienmoglichkeiten (z. B 
Sehwerpunkt Bildungsplanung an einer erziehungswis- 
senschaftlichen Abteilung, Schwerpunkte regionale 
Wirtschaftsplanung, Sozialplanungen und Finanzpla- 
nung an wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Ab- 
teilungen) an einer Fakultüt für Planung erreicht wer- 
den kann. 
ARCH+ 15 (1971-3)
	        

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