Full text: ARCH+ : Studienhefte für Planungspraxis und Planungstheorie (1973, Jg. 5, H. 17-20)

Strategie der 
Veränderung der 
Welt 
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Praxis- 
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beiden ersteren Bereiche werden die Tätigkeitsorganisa- 
tion und die Organisation der baulichen Umwelt in 
Form von Programmen bestimmt und im Zusammen- 
hang mit den Planungen der beiden letzteren Bereiche 
laufend präzisiert — auf die wechselseitige Abhängigkeit 
der Erstellung der beiden Programme ist wiederum aus- 
führlich einzugehen —; in den Planungen der beiden 
letzteren Bereiche werden auf der Grundlage der jewei- 
ligen Programme Pläne entwickelt, durch die angegeben 
wird, wie die einzelnen in den Programmen aufgeführten 
Anforderungen zusammen realisiert werden können.10) 
Zur Bezeichnung des zur Diskussion stehenden Planungs- 
bereichs habe ich den Terminus ‚Nutzungsplanung’ vor- 
geschlagen in Anlehnung an den umgangssprachlichen Be- 
griff der Nutzung.11) Der Versuch einer Detinıtion dıe- 
ses Begriffs, die in der inhaltlichen Bestimmung hinaus- 
ging über die in der Anmerkung aufgeführte Definition, 
die aber dennoch den gesamten Bedeutungsbereich im 
gegenwärtigen Gebrauch des Wortes umfaßte, die also 
eine allgemeine Bestimmung der beiden Seiten der Nut- 
zung, ihrer aktiven und ihrer passiven Seite, enthielte, 
bereitet einige Schwierigkeiten. Offensichtlich bestand 
auch in Bezug auf einen speziellen Bereich der Nutzung 
in vielen Fällen keine Notwendigkeit zur begrifflichen 
Bestimmung der beiden Seiten; offensichtlich genügte es. 
Bild 1: Der Bereich der Nutzungsplanung innerhalb der 
gesamten Betriebsplanung 
IM 
11 
Was die begriffliche Unterscheidung zwischen Plan und Pro- 
gramm betrifft, so scheint folgendes Paar von Definitionen 
brauchbar. Programm: eine Menge von Aussagen, die zwar 
aufeinander bezogen sind, deren Zusammenhänge aber, 
wenn überhaupt, dann nur abstrakt formuliert sind, so daß 
die Konsequenzen, die sich aus diesen Zusammenhängen 
ergeben, nicht unmittelbar ablesbar sind. Vielmehr ergeben 
sich diese Konsequenzen erst über den Programmablauf, 
der sinngemäß der Programmerstellung folgen muß. Das 
Programm hat also unmittelbar anweisenden Charakter. 
Diese Definition kann als eine Erweiterung des Begriffs des 
Programms in der Datenverarbeitung: „in einer Programm- 
sprache abgefaßte eindeutige Anweisung zur Lösung einer 
Aufgabe, die durch einen Rechner mittels Folge von Befeh- 
len ausgeführt wird” (Ökonomisches Lexikon, a.a.0.) im 
Sinn des umgangssprachlichen Begriffs des Programms auyf- 
gefaßt werden. Plan: eine Menge von Aussagen, die aufein- 
ander bezogen sind, und deren Zusammenhänge so darge- 
stellt sind, daß sie samt der sich aus ihnen ergebenden Kon- 
sequenzen unmittelbar ablesbar sind. Der Plan hat selbst 
nicht unmittelbar anweisenden, er hat vielmehr in erster 
Linie darstellenden Charakter. Der Begriff der Planung wird 
hier als die Programmerstellung oder Programmierung über- 
greifend gefaßt. 
Das Wort ‚Nutzung’ in der Bedeutung von „die handlung 
des nutzens. die benutzung” — und nicht in seiner zweiten 
Bedeutung von „„der nutzen und ertrag wovon, die nutz- 
nießung‘“ — (Grimm: Deutsches Wörterbuch, 1889) scheint 
innerhalb dieses allgemeinen Bedeutungsbereichs — ent- 
sprechend dem Stand der Produktivkräfte — zunächst vor- 
wiegend innerhalb der Land- und Forstwirtschaft, also in 
der Bedeutung von ‚Bodennutzung‘, verwendet worden zu 
sein. In diesem Bereich gibt es heute auch bereits den Be- 
griff der Nutzungsplanung: 
„Nutzungsplanung — in der Landwirtschaft die zweckmä- 
Bigste, auf den höchsten Gesamtertrag gerichtete Planung 
der Bodennutzung, in der Forstwirtschaft die Planung des 
Holzeinschlages für eine längere Zeitspanne. Die N. ist 
eine wichtige Voraussetzung, um gegenwärtig und künftig 
die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und 
der Industrie mit Rohstoffen zu sichern . .. ” 
(Ökonomisches Lexikon, a.a.0.). Zur Nutzungsplanung in 
der Land- und Forstwirtschaft gehört die Planung von 
Meliorationen, also der Veränderung des zu nutzenden 
Bodens. Daneben wird das Wort ‚Nutzung’ sehr früh auch 
auf Gebiete im allgemeinen (vgl. ‚Flächennutzungsplan”) 
und auf Grundstücke, erst später auch auf Gebäude und 
Räume bezogen verwendet. Heute verwendet man wohl in 
höherem Maß als früher die Worte Nutzung und Benutzung 
in voneinander unterschiedener Bedeutung: jenes wird 
mehr auf relativ unbewegliche Dinge wie oben erwähnt, 
dieses mehr auf bewegliche Dinge wie Möbel oder Geräte 
bezogen verwendet. 
N
	        

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