Full text: ARCH+ : Studienhefte für Planungspraxis und Planungstheorie (ab H. 28: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen) (1975, Jg. 7, H. 25-28)

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z.B. Gemeinschaftseinrichtungen, Umwandlung von 
Wohnflächen in Gewerbeflächen und umgekehrt, 
(„funktionale” oder „qualitative Umbauv,””) 
— Ausbau von Reserveflächen 
Die Umbauvariabilität wird unterschiedlich begründet: 
a. Mit dem Interesse der Mieter an individueller Mitbe- 
stimmung über die innere Organisation der Wohnung 
auch nach der Fertigstellung (Identifikationsmöglich- 
keiten, Ausschaltung von Zwangsmobilität 2). 
5. Mit dem Interesse des Bauträgers an: 
— langfristig marktgerechter und voller Nutzbarkeit 
des Gebäudes (Sicherung der Realisierung des vor- 
geschossenen Kapitals), 
struktureller Anpassung des Gebäudebestandes an 
eine geänderte Bedarfslage und damit Vermeidung 
der Vernichtung von Kapital durch Abbruch, 
Identifikation des Mieters mit dem Gebäude 
(Pflege des Gebäudes). 
3.1. Steilshoop 
3.11. Planungsbeteiligung bzw. „Planungsvariabilität” 
in Steilshoop 
Die städtebauliche Situation entzog sich dem Einfluß 
der Bewohner. Das’städtebauliche Konzept wurde 10 Jah- 
re vorher ohne jede Beteiligung festgelegt. Ebenso die La- 
ge und Größe des Wohnblocks (Bebauungsplan) und die 
Ausstattung mit Wohnfolgeeinrichtungen. Baustruktur 
und Baumaterial wurden durch die Architekten (Spille 
und Bortels) und dem Bauträger (Kommunale Wohnungs 
baugesellschaft „NEUES HAMBURG“ später fusioniert 
mit andern zur „SAGA“‘) vorgegeben. Weiter begrenzt 
wurde die Mitbestimmung durch die Förderungsrichtli- 
nien des Sozialen Wohnungsbaus. Die Einflußnahme be- 
zog sich also nur auf den Ausbau. 
Bauliche Ergebnisse der Planungsbeteiligung sind: 
— Gemeinschaftseinrichtungen konnten anstelle indivi- 
dueller Balkone auf dem Dach (Gemeinschaftsraum 
80 qm, Terasse 400 qm) und unter Verzicht auf nor- 
mal bemessene Abstellräume (nur 2 statt 6 qm) im 
Sockelgeschoß (Kindergarten, Sauna 450 qm) gebaut 
werden. Diese Gemeinschaftseinrichtungen stellen mit 
20% der Gesamtwohnfläche ein beachtliches Angebot 
dar. Allerdings ging der Ausbau der Räume im Sockel- 
geschoß zu Lasten der Bewohner. 
Im Gegensatz zu der üblichen familienorientierten 
Planungspraxis konnten 20 Gruppenwohnungen — im 
einzelnen bis zu 440 am Größe — verwirklichst wer- 
den. 
Zur Realisierung des gruppenorientierten Wohnens 
wurde eine Vergrößerung der Wohnfläche pro Person 
von 21,5 auf 25 qm zugestanden. 
Lage und Zuordnung der Wohnung im Gebäude konn- 
ten durch die am Planungsprozeß beteiligten Erstmie- 
ter festgelegt werden. 
Die ähnlichen Grundrisse der Gruppenwohnungen zei- 
gen deutlich, daß die Grundstruktur besonders für eine 
Gruppenwohnung von acht Personen (um einen Er- 
schließungskern) geeignet ist. (Abb. 1) 
ARCH+ 7. Jg. (1975) H. 27 
NORMALGRUPPENWO. 
510 
3 
== 
a PERS. 
200m2 
HH- 
STEILSHOOP 
96 
Ss 
SU 
Da man nicht davon ausgehen kann, daß die individuel- 
len Bedürfnisse der Nutzer gleichartig sind (dann wäre 
Planungsv. sinnlos), kann man annehmen, daß — auch 
wenn sich verschiedene Bedürfnisse artikulieren konn- 
ten — deren Realisierung durch die ökonomische Her- 
stellung und deren Resultat, dem Schottenbau, nicht 
möglich war und daß Wahlfreiheit erst mit dem Einfluß 
auf den Gesamtbau, d.h. auf die Erstellungsbedingungen 
möglich wird. 
Bei den Einzelwohnungen entstanden nur konventio+ 
nelle Grundrisse. Abb. 2 
NORMALGRUNDRISS 
FAMILIEN-WO. 
DREI-SPÄNNER 
34PNP 
f 
HH 
STEILSHOOP 
a 
DM 
7? 06
	        

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