Full text: ARCH+ : Studienhefte für Planungspraxis und Planungstheorie (ab H. 28: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen) (1975, Jg. 7, H. 25-28)

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46) Vergleichbare Verhältnisse finden sich in Teilbereichen 
der vom Regierungspräsidium genehmigten Modernisie- 
rungszonen 1, 3, 4 und (m.E.) 6 sowie in Teilbereichen 
der vom Stuttgarter Stadtplanungsamt vorgeschlagenen 
Modernisierungszonen 8, 9, 13, 14 und 22 (vgl. Abbil- 
dung 1). 
Seit Inkrafttreten des 1. Wohnungsbaugesetzes vom 
24.4.50 konnten staatliche Förderungsmittel nur noch 
an gemeinnützige Wohnungsbauträger mit eigener Körper- 
schaft vergeben werden. 
Vergleichbare Verhältnisse finden sich in den vom Re- 
gierungspräsidium genehmigten Modernisierungszonen 
5 und 11 sowie in Teilbereichen der vom Stuttgarter 
Stadtplanungsamt vorgeschlagenen Modernisierungszonen 
10 und 12 (vgl. Abbildung 1). 
Ausführliche Angaben in Behrens, W.R.; Ehrlinger, W.; 
Krets, I. u.a.: Vorschläge zur Modernisierung von Ein- 
fachstwohnungen in Dürrlewang (Dokumentation von 
Ergebnissen eines Entwurfsseminars im WS 1973/74); 
Institut für Bauökonomie, Universität Stuttgart 1974. 
Vgl.: Gschwind, F.: Die Auswirkungen der ökonomischen 
Bedingungen auf die Stadtentwicklung und die materielle 
Stadtstruktur (Diplomarbeit); Institut für Bauökonomie, 
Universität Stuttgart 1973. 
Vgl.: Vorschläge des SPD-Ortsvereins Stuttgart-Mitte 
zur Verkehrsentlastung des Wohngebietes zwischen 
Charlotten-/Immerhoferstraße und Hauptstätter-/Olga- 
straße. In: INFO-Mitte — Informationen der SPD 
Stuttgart-Mitte 2/75. 
Vgl.: Gemeinderatsdrucksache Nr. 586/1974 vom 28.6.74; 
Anlage 1, 5. 2, Pkt. 3.1. Dort heißt es: „Bei der Festle- 
gung einer vorläufigen Rangfolge wurden insbesondere 
Zonen berücksichtigt, bei denen auch ohne genaue Unter- 
suchungen über Durchführbakreit und Auswirkungen er- 
wartet werden kann, daß eine Modernisierungsmaßnah- 
me organisatorisch möglich ist und daß keine unkontrol- 
lierbaren Auswirkungen für die betroffenen Bewohner ein- 
treten. Das sind insbesondere Gebiete mit einheitlicher 
Baustruktur, bei denen eine koordinierte Durchführung 
nach einheitlichem Plan und mit geringem Kostenaufwand 
wahrscheinlich erschien (vgl. Pkt. 4.4 der Richtlinien). 
Daher wurden Zonen, in denen ein Teil der Wohnungen 
im Besitz von gemeinnützigen Baugesellschaften ist, 
vorrangig berücksichtigt.” 
Die Auswahl dieses Gebiets war willkürlich. Eine Grob- 
analyse ergab, daß es für unsere Zwecke hinreichend cha- 
rakteristisch war. Das Gebiet liegt im Stadtbezirk Stutt- 
gart-Mitte zwischen Alexander- und Hohenheimer Straße 
— bis zu den Bopser-Anlagen (Block 031 716, -717, 
/725,-726,-727,-728, -732, -733,-734, 741): 
Das gilt u.a. für große Teile der vom Stuttgarter Stadt- 
planungsamt vorgeschlagenen Modernisierungszonen 14 
und 15 sowie 19 bis 23 (vgl. Abbildung 1). 
Vgl.: Arbeitsstättenzählungen 1971 und 1970. 
Vgl.: Gschwind, F.: a.a.O.: Diese Arbeit bemüht sich 
um die Ermittlung der Ursachen unterschiedlicher Zah- 
lungsfähigkeit und damit unterschiedlicher Möglichkeiten 
der Bodennachfrager, ihre Standortpräferenzen auf 
dem Bodenmarkt durchzusetzen. 
Vgl.: Ehrlinger, W.: Der „Verteilungskampf . . . ”: a.a.0, 
Vgl.: Berichte über eine diesbezügliche Große Anfrage 
der SPD-Landtagsfraktion an die Landesregierung Baden- 
Württembergs. In: Stuttgarter Zeitung vom 3.4.75. 
Entsprechende Untersuchungen werden derzeit im 
Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Bauökonomie 
der Universtität Stuttgart durchgeführt. 
Für die Modernisierung von 12 Einfachstwohnungen der 
SWSG in Dürrlewang (Modernisierungszone 7) wurden 
beispielsweise städtische Darlehen bewilligt, die ca. 60% 
der Modernisierungskosten abdeckten und nur mit 
ARCH+ 7. Jg. (1975) H. 26 
0,5% verzinst sowie 2% getilgt werden müssen. Bei ca. 
20.000 DM Modernisierungskosten/Wohnung ergaben 
sich so — für den Einbau eines Bades, einer Küche, einer 
Sammelheizung und teilweise Erneuerung des Fußbo- 
dens — nur Mieterhöhungen von ca. 1,— DM/qm Wohn- 
fläche; näheres bei Behrens, W.R.; Ehrlinger, W.; Krets, I 
u.a.: a.a.0. 
Vgl.: Mrosek, H.: a.a.0.: Wenn wir vorwiegend auf die 
Veröffentlichung Mroseks eingehen, dann vor allem des- 
halb, weil sie eine der wenigen Arbeiten ist, die die 
Modernisierung des Altbaubestandes unter volkswirt- 
schaftlicher Sicht beleuchten. 
Vgl.: Lowry, 1.S.: Filtering und Housing Standards — 
A Conseptual Analysis. In: Land Economics, Vol. 36, 
Nr. 4, 1960. 
Vgl.: Rothenberg, J.: Economic Evaluation of Urban 
Renewal; Washington DC 1968. 
Die Tendenz zur Desinvestition besteht nach Mrosek 
u.a. schon bei ausgeglichenem Wohnungsmarkt und ge- 
nügender horizontaler und vertikaler Mobilität der 
„middle and higher income groups”. Auch Mrosek macht 
den Filterungsprozeß nicht allein verantwortlich für das 
Entstehen des Modernisierungsbedarfs, aber er hält ihn 
für die allgemeine Tendenz, die von Faktoren, die zur 
Marktunvollkommenheit führen, nur verschärft wird. 
Als solche Faktoren nennt er: 1. Strukturelle Veränderun- 
gen, z.B. verstärkter Eigenheimbau; 2. Wohnungszwangs- 
wirtschaft mit nicht kostendeckenden Mieten; 3. Bau- 
technische Ursachen; 4. Ungünstige Steuergesetzgebung. 
Naturgemäß ist die Mobilität der jungen Wohnbevölkerung 
am höchsten und verringert sich mit zunehmendem Alter. 
Infolge Überalterung steigt die Mortalität in den einzel- 
nen Wohngebieten periodisch an. Der Prozeß des Mieter- 
austausches sowohl hinsichtlich des altersmäßigen Aufbaus 
als auch des sozialen Status beschleunigt sich dann eben- 
falls periodisch. 
Am deutlichsten wird dies durch die gegenwärtige Ver- 
mittlungspraxis der deutschen Arbeitsämter: ausländische 
Arbeiter können einen Arbeitsplatz nur erhalten, wenn 
es keinen deutschen Bewerber gibt. 
Vgl.: von Schaewen, M.: a.2.0., 5. 14. 
Vgl.: Wohnungszählung 1968: Die Blöcke 031 734 und 
031 741, die vorwiegend aus Nachkriegsbebauung bestehen, 
wurden ausgeklammert. 
In erster Linie trifft das für die Häuser einer nicht-kommer- 
ziellen Gesellschaft zu, die im Untersuchungsgebiet 11 
Altgebäude besitzt und verwaltet. Dies beeinträchtigt 
jedoch nicht unsere Argumentation. 
Vgl.: Z.Zt. gültige Mietwerttabelle für Stuttgart, aufgestellt 
vom Haus- und Grundbesitzerverein, dem Mieterverein 
und der Stadt Stuttgart gemäß Kündigungsschutzgesetz 
vom 25. Nov. 1971; sie macht Angaben zu den ortsüblichen 
Vergleichsmieten. 
Die Mieten in Altbaugebieten schwanken sehr stark. Bei 
alten, z.T. 40 Jahre und älteren Verträgen können sie unter 
der Vergleichsmiete liegen. Bei Mieterwechseln kommt es 
in aller Regel zu erheblichen Mietsteigerungen, sogar über 
die Vergleichsmiete hinaus. Diese regelt nur den Spielraum 
für Mieterhöhungen bei laufenden Verträgen, nicht aber 
die Höchstgrenze für neu abzuschließende Mietverträge. 
Diese Annahme wurde durch Berechnungen, bei denen 
die Stuttgarter Verhältnisse berücksichtigt wurden, abge- 
sichert. 
Gschwind, F.: a.a.0.: Die Werte wurden durch Interviews 
mit Maklern ermittelt. 
Vgl.: SPD Kreis Stuttgart: Schwarzbuch zur Stuttgarter 
Bodenspekulation; Stuttgart 1972. 
Wenn nach dem 2. Weltkrieg eine langanhaltende Boom- 
phase in allen westlichen Ländern und insbesondere in 
der BRD möglich war, so lagen die wesentlichen Gründe 
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