Full text: ARCH+ : Studienhefte für Planungspraxis und Planungstheorie (ab H. 28: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen) (1975, Jg. 7, H. 25-28)

ARCH+ 7. Jg. (1975) H. 26 
hierfür in der umfassenden Senkung des Lohniveaus und 
Verlängerung des Arbeitstages infolge Faschismus und 
Krieg. In der Bundesrepublik kamen dazu die Arbeits- 
kräfte der riesigen industriellen Reservearmee der Flücht 
linge (ca. 10 Millionen Menschen). Entsprechend günstig 
waren die Möglichkeiten für eine relative Steigerung der 
Profitrate. 
Vgl. Mandel, E.: Der Spätkapitalismus; Berlin 1972, Der 
erste, der eine solche langfristige periodische Entwicklung 
der kapitalistischen Wirtschaft feststellte, war Parvus 
(Parvus, A.L.: Die Handelskrisis und die Gewerkschaften; 
München 1901; auszugsweiser Reprint: Prinkipo, Berlin 
1972). Später griffen Kautsky und van der Gelderen diese 
Gedanken auf (Kautsky, K.: Krisentheorien; in: Neue 
Zeit, XX. Jahrgang; Reprint: Prinkipo, Berlin 1972. Van 
der Gelderen, J.: (Pseudonym J. Feder) Drei Artikel in: 
De nieuwe Tijd, 1913. 
Erstmals unternahm der russische Ökonom Kondratieff 
im Jahre 1926 einen geschlossenen Erklärungsversuch, 
Nach ihm werden die langen Wellen auch „Kondratieff- 
Wellen” genannt. (Kondratieff, N.D.: Die langen Wellen 
der Konjunktur; in: Archiv für Sozialwissenschaft und 
Sozialpolitik, Bd. 56; Tübingen 1926 sowie: Die Preis- 
dynamik der industriellen und landwirtschaftlichen Waren 
(zum Problem der relativen Dynamik und der Konjunktur) 
in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd, 60; 
Tübingen 1928; Reprint: Prinkipo, Berlin 1972). 
Ausgehend von seiner allgemeinen Theorie der kapitalisti- 
schen Entwicklung arbeitete dann Schumpeter ein Kon- 
zept über den Verlauf der „langen Wellen” aus. (Schum- 
peter, J.-A.: Konjunkturzyklen, Göttingen 1961; das eng: 
lische Original erschien 1939). 
Seither spielten die „langen Wellen” keine Rolle mehr in 
der ökonomischen Theorie. Erst Mandel knüpfte an die 
früheren Forschungen wieder an. Er veröffentlichte seit 
1964 einige Artikel zu diesem Thema und lieferte in dem 
o.a. Werk eine ausführliche Analyse. 
Schumpeter sieht als Anstoß einer Welle die bahnbrechen- 
de „Innovationspersönlichkeit”” einiger Unternehmer — 
letztlich ein subjektivistischer Erklärungsversuch. 
Vgl.: Ehrlinger, W. u.a.: a.2.0., S. 45 ff, 
Die entlassenen Ausländer erscheinen beispielsweise in 
keiner (deutschen) Arbeitslosen-Statistik. 
Die Einkommenseinbußen, die sich u.a. aus der Inflation 
und der Steuerprogression ergeben, werden infolge niedri- 
ger Tarifabschlüsse nicht mehr ausgeglichen. Darüber 
hinaus wirkt sich besonders der Abbau der Überstunden 
aus. 
Im letztgenannten Fall ging der Bauträger bankrott, weil 
es nicht möglich war, die zur Finanzierung des Projekts 
notwendigen langfristigen Verträge mit zukünftigen 
Mietern abzuschließen, 
Die Ausländer kommen nahezu ausnahmslos direkt aus 
ihren Heimatorten nach Stuttgart. 
Vgl.: von Schaewen, M.: a.2.0., S. 14. 
Die Deutsche Bundesbahn erwägt beispielsweise derzeit 
die Modernisierung von Mietwohnungen aus der Gründer- 
zeit, die sie in der vom Regierungspräsidium genehmigten 
Stuttgarter Modernisierungszone 4 (vgl. Abbildung 1) 
besitzt, nicht zuletzt deshalb, weil sie die Arbeiterver- 
träge der dort wohnenden und bei ihr beschäftigten Aus- 
länder teilweise nicht verlängert. 
Vgl. auch Mietberechnungen in Behrens, W.R.; Ehrlinger, 
W.; Krets, I. u.a.: a.a.0. 
Vgl.: Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen 
und Städtebau: Richtlinien für das Modernisierungspro- 
gramm 1975; Ziff. 4.4. 
Die Kostenberechnungen wurden anhand eines von Prof. 
Hardt-Walther Hämer entwickelten vereinfachten Verfah- 
rens durchgeführt ; vgl. Manuskripte der AG „Stadterneue- 
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rung — Altbauerneuerung Berlin’”” zum Forschungsprojekt 
„Kostenanalyse der Modellmodernisierung von Altbauten 
in Berliner Sanierungsgebieten””; Berlin 1973/74/75. 
1974 mußten die Einnahmeerwartungen der Stadt Stutt- 
gart dementsprechend mehrfach nach unten korrigiert 
und die Verschuldung zusätzlich um 30,2 Mio. DM erhöht 
werden; vgl. Stuttgarter Nachrichten vom 10.10.1974. 
Vgl.: Dr. Lübke, Haus- und Grundbesitz KG (Hrsg.): Stutt- 
garter Grundstücksspiegel, Heft 2/74. Der dort veröffent- 
lichte „Jahresrückblick 1973” registriert „völliges Zurück- 
halten der Baugesellschaften bei dem Erwerb von Bau- 
plätzen und damit ein Nachgeben der Preise in Stuttgart 
bis zu 20%, in den übrigen Gemeinden des mittleren 
Neckarraumes auch teilweise darüber.” 
Der neue Oberbürgermeister Rommel äußerte beispielsweise 
auf die Frage, warum jetzt noch der Ausbau des 1. Bauab- 
schnitts von vier großen Neubaugebieten beschlossen wor- 
den sei: „Das Vertrauen, das die Bauträger in die Stadt- 
entwicklungspolitik gesetzt haben, darf nicht enttäuscht 
werden.” (Vgl. Stuttgarter Nachrichten vom 21.3.1975)
	        

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