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SCHWERPUNKT: STADTERNEUERUNG — STADTERHALTUNG
STADTERNEUERUNG OHNE VERDRÄNGUNG -— EIN VERSUCH
Das Pilotprojekt Block 118 im Sanierungsgebiet Berlin Charlottenburg Klausener Platz. Bericht über den Versuch, bei der Altbauerneuerung die
Verdrängung der Bewohner zu vermeiden, . Hämer/Rosemann
„Erhaltende Stadterneuerung” ist in aller Munde. Beispiele einer „Sanierung’” ohne Verdrängung sind
jedoch nach wie vor selten. Eine der Ausnahmen ist der Block 118. Die Planung und noch die Details
der bautechnischen Maßnahmen sind von dem Ziel bestimmt, die Bewohner nicht zu vertreiben. Der
Initiative der Bewohner selbst, aber auch der — wie man heute bereits sagen muß: damaligen — ökonomisch-politischen
Situation ist es zu verdanken, daß es möglich war, einen Modellfall behutsamer Erneuerung
zu verwirklichen. Noch vor dem Abschluß des ersten Bauabschnitts wird allerdings fraglich, ob
eine erneute Kehrtwendung der politischen Entscheidungsträger die Fortführung des Modells noch erlaubt.
13 “SANIERUNG” MACHT DIE MIETER PLEITE!
Die „Sanierung” des Stuttgarter Westens und ihre finanziellen Auswirkungen auf die verdrängten Mieter. Ehrlinger/Kalb/Sauter
Bei ‚Sanierungen‘ wurden schon zehntausende von Mietern „‚umgesetzt’’, manche wurden dafür entschädigt.
Niemand überprüfte bisher, ob nicht viele Mieter trotz der Entschädigung draufzahlen mußten.
Um das zu prüfen, wurde von den Verfassern eine Bilanzierungsmethode entwickelt und am Beispiel des
Sanierungsgebiets Stuttgart 2 angewendet. Ergebnis: die Entschädigungen sind nicht nur unzureichend,
sondern auch höchst unterschiedlich — je nach Hartnäckigkeit der Mieter.
17 INSTITUTIONALISIERTE ANWALTSPLANUNG IN HOLLAND L. Ditzen
„‚Inspraak” bei der Stadterneuerung — das niederländische Beispiel. Referat, gehalten auf der Werkbundtagung am 22.1.74 in Berlin. Kurzfassung.
Stiftungen wie „LOS’’ und „Neue Wohnformen” sind Institutionen, die es sich zur Aufgabe gemacht
haben, die Bewohner bei Erneuerungs- und Neuplanungen zu beraten. Sie helfen so, die Kontinuität der
Arbeit der Initiativen vor Ort zu stärken und auch im Falle von Neuplanungen die künftigen Bewohner
bereits frühzeitig zu beteiligen und ein „‚Quartiersbewußtsein”” zu entwickeln. — Ein nachahmenswertes
Beispiel? Der Werkbund nimmt hierzu in einer Erklärung Stellung.
20 STADTTEILZENTREN STATT “INNENSTADTERNEUERUNG”’?
Stadtentwicklungsplanung in München: Ende der monozentrischen Stadtentwicklung? F. Zwoch
Die Entlastung der titvnahen Gebiete vom Umnutzungsdruck durch Ausbau von Stadtteilzentren und
damit die Vermeidung. von Cityerweiterungssanierungen und weiterer Entmischung ist das Programm
der „‚multizentrischen Alternative”. Die Untersuchung der Münchner Stadtentwicklung und -planung
zeigt: die Praxis sieht anders aus.
32 STADTERNEUERUNG ALS EXPORTARTIKEL J. Pieper
Stadt-Entwicklungshilfe für Bhaktapur. Bericht über ein Sanierungs- und Stadtentwicklungsprojekt zur Vermarktung eiher nepalesischen Stadt.
39 MOBILHEIM-INDUSTRIE: MODELL INDUSTRIALISIERTER PRODUKTION ODER RATIONALISIERTEN BETRUGS?
Fortsetzung des Beitrags in Heft 28 Ehrlinger/Ettinger/Merz
DISKUSSION ZU HALFMANN/ZILLICH ”UNKRAUT VERGEHT NICHT ”
47 H. Harms: KRITIK DER AUSSTELLUNG “HEIMAT KAPUTT” —- Halfmann/Zillich: ANTWORT AN HARMS
Der Beitrag von Halfmann/Zillich hat z.T. empörte Kritik ausgelöst. Auch der Beitrag „Bürger planen selbst”
in diesem Heft geht u.a. auch auf Halfmann/Zillich ein.
INITIATIVEN UND DOKUMENTE
49 BÜRGER PLANEN SELBST! Planerkollektiv Epp, Findling, Göschel, Wilke
Bürgerbeitrag zum „‚Städtebaulichen Ideenwettbewerb Lübars’’. — Bericht über den Planungsablauf — Entwicklung einer Methode, die es Bürgern
erlaubt. kollektiv selbst zu planen.
Im Norden Berlins bei Lübars sollen aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929 stammende Siedterkolonien
(„„Lauben’‘) abgerissen werden, um einer Erweiterung des Märkischen Viertels Platz zu machen. Die „Grüne
Hand”, eine Bürgerinitiative im MV, und die Siedler wehren sich gegen diese durch einen „‚Ideenwettbewerb”
garnierte Planung. Die Autoren entwickeln eine Methode, die es den Siediern und MVern erlaubt, mit einem
eigenen Beitrag am „‚Wettbewerb” teilzunehmen, eine kollektive Bestandsaufnahme zu machen und
Standorte gemeinsam festzulegen.
60 ANGESTELLTE IN ARCHITEKTUR- UND INGENIEURBÜROS FORDERN TARIFVERTRÄGE! —
J. Jöns: REDE AUF DER VERANSTALTUNG DER IGBSE — ZUR SITUATION IN DEN KLEINEN BÜROS
Nach dem Abschluß eines Tarifvertrages mit der VfA zielen die Bemühungen der Berliner IGBSE auf
entsprechende Verträge mit den anderen größeren Verbänden, um der Lohndrückerei angesichts
einem Heer arbeitsloser Architekten ein Ende zu machen.
64 BIBLIOGRAPHIE ZUR MODERNISIERUNG Fortsetzung aus Heft 28
Institut für Bauökonomie Stuttgart