Volltext: Bilder aus Alt-Stuttgart

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Schreinen, von Hellem Glanz glitzen die Wänd, gefirnißt, 
düncht an allem end, ja aller Hausrat, den ich mein, wie 
Perlen, Gold, Edelgestein, gleich wie Jaspis glenzen thut". 
In dem Flügel gegen Abend, bei der Schloßkapelle, 
befindet sich der Speisesaal des Fürsten mit Säulen unter 
stützt, schön getäfelt, gewöhnlich die Ritterstube genannt; da 
rüber befinden sich die Zimmer „des fürstlichen Frauen 
zimmers, gar schöne zarte fürstlich Gemach, unter des hohen 
Hauses Dach, mit hohen Säulen ausgehauen, fürt Fürstin, 
Frauen und Jnuckfrawen, schön Stuben, Kammern dran 
gebaut, gar heimlich still, den man vertraut; mit allem Haus 
rat fein versehen. Da pflegt mau sticken, würcken, nähen, 
Da grünen schön die breiten Wisen, 
Da siehst die lautern Bächlein fließen 
Die fruchtbaren Bäume Schatten geben, 
Die Brünnlein fristen ein das Leben 
Die Bächlein klar fein eingefaßt, 
Auch weiteres zu sehen hast" u. s. w. 
Am Eingang des Gartens lag das Backhaus mit einer 
Mühle, deren Räderwerk unterirdisch geführt wurde; dann 
das Ballenhaus, „vergittert und wohlversehen, wenn man 
den Baal drin schlahen soll, daß sich derselbig findet loieder". 
Weiter das Vieh- und Falkenhaus nächst an der Mauer, das 
Labyrinth mit seinen seltsamen Gängen, das Vogelhaus auf 
Das alte Schloß mit der Stiftskirche ums Jahr 1790. 
da glitzt der Marmelstcin vom Schein, mit g'malten, g'ferbten 
Äderlein". 
Auf dem großen Schnecken, „da man uff den Gäulen 
nauf mag reiten", ist ein schöne Plattform mit steinerner 
Galerie, „als wie ein Kranz, darauff man unter'm Himmel 
kann, weit sehen und spazieren gähn". 
Damit endet die eigentliche Beschreibung des Schlosses, 
es wird dann noch die daneben stehende Kanzlei beschrieben 
und mit ein paar Worten die Stadt Stuttgart bedacht. 
An einer späteren Stelle wird dann der Tiergarten be 
schrieben, wie folgt: 
„Am Schloß gleich gegen dcni Aufgang 
Ein Thicrgart ligt weit breit und lang, 
Darin ein Platz gar weit und eben 
Ringsrum mit Mauern hoch umgeben. 
Säulen gebaut und mit engen Drahtgittern vermacht, das 
Reiherhaus außerhalb der Mauer. Südlich vom Schloß, auf 
der jetzigen Planie, lag der Garten der Herzogin, mit präch 
tigen Blumenbeeten in allen Farben „als ob es wer gemalet 
frei, weiß, leibfarb und gespreckelicht, auch sammetfarb und 
dupfelicht, und Veieln, weiß, braun, gelb und plo, und sunst 
mehr Blumen seh ich do". Auch ist da ein Labyrinth, in 
jedem Eck ein Sommerhäuslein mit schönen Kuppeldächern 
„mit Säulen schwarz durchsichtig, zirlich, vergüldt mit Ringen 
gar visirlich; darauf die gülden Knöpfe zwitzern, im Garten 
weit Herumber glizern". Im Feigengarten stehen Granaten-, 
Feigen-, Lorbeer- und Pomeranzenbäume; auch sieht man das 
Württembergische Wappen aus farbigen Blumen gebildet. 
Weiter das Wasserwerk mit dem künstlichen Springbrunnen: „da 
springt und spritzt es alls daher, als wann es lebendig alles
	        
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