Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1979, Jg. 11, H. 43-47, [48])

DAS AKTUELLE URTEIL 
betr.: Miete nach Mietermodernisierung 
Richtet sich der Mieter auf eigene Ko- 
sten ein Bad ein, so wird dadurch die 
Wohnung nicht zu einer Wohnung mit 
Bad im Sinne des Mietspiegels (bzw. 
der ortsüblichen Vergleichsmiete). Miet- 
erhöhungen sind also nicht gerechtfer- 
tigt. Voraussetzung: der Vermieter hat 
keine Vorausinvestitionen (wie etwa 
Warmwasseranschluß) geleistet. 
Amtsgericht Gelsenkirchen, AZ 14 
C 350/77 
betr.: Heizöl-Verteuerung für Mieter 
Nicht alle Mieter müssen Opfer der 
steigenden Heizölpreise werden, so- 
fern der Vermieter das Öl nicht nach 
„Wirtschaftlichen Gesichtspunkten” 
eingekauft hat. Der Mieter muß nicht 
die gedankenlose Heizölkaufgewohn- 
heit seines Vermieters hinnehmen. Im 
fraglichen Fall hatte der Vermieter 
während der ’73er Ölkrise sich laufend 
mit jeweils kleineren Mengen Heizöls 
eingedeckt, obwohl er einen 10.000 I- 
Tank installiert hatte. Das Gericht rech- 
nete ihm vor, daß ein überlegterer Ein- 
kauf um 19% billiger gewesen wäre. 
Um eben diesen Prozentsatz können 
die betroffenen Mieter ihre Heizkosten 
mindern. 
Landgericht Darmstadt, AZ 17 S 
34/76 
ARCH+ BERICHTETE ... 
... über Sto/lwerck im Kölner Severins- 
viertel (Hefte 33, 38). 
Was daraus geworden ist, läßt sich 
aus zwei Veröffentlichungen entneh- 
men: 
1. „Stollwerck. Das Millionending und 
seine Folgen.” Hrsg. vom Kölner Volks- 
blatt in Zusammenarbeit mit der Bür- 
gerinitiative südliche Altstadt und den 
Kölner Jungsozialisten. 46 S., DM 2,—. 
Bezugsadresse: Kölner Volksblatt, 
Palmstr. 17, Tel. 213685. Die Bro- 
schüre enthält in 13 Kapiteln die Skan- 
dalgeschichte der subventionierten Be- 
triebsverlagerung, Arbeitsplatzvernich- 
tung und Profitsanierung. 
2. „Sanierungsillustrierte. Stollwerck 
und wie es grün werden kann.” 
40 5S., A 3, DM 3,—. 
Bezugsadresse: ARGE „Wohnen im 
Stollwerck”’, Übierring 61a, 5 Köln 1, 
Tel. 316925. Die Illustrierte dokumen- 
tiert unter anderem den Wettbewerbs- 
beitrag der ARGE. (Erhaltung und Um- 
nutzung der Fabrikgebäude, Durchgrü- 
nung der Blockinnenräume.) 
A 
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Ausschreibung zum 3. Forum des IDZ 
Berlin 
Das Thema des Forum-Wettbewerbs 
ist diesmal: 
„Der Raum zwischen Wohnung und 
Öffentlichkeit: das Außenhaus.”” 
Das „Außenhaus’” umfaßt Vorgär- 
ten, Vorplätze, Höfe, Parkplätze, Ein- 
gänge (Haustüren), Treppenhäuser und 
Teile des Straßenraumes und fällt so- 
mit in die unterschiedlichsten Zustän- 
digkeitsbereiche (Stadt, Hausbesitzer, 
Mieter). Im Alltag des Familienlebens 
ist das „‚Außenhaus” eine Einheit von 
höchster Bedeutung. Es wird definiert 
als ergänzender und gleichzeitig ver- 
knüpfender Ort zwischen privater Ver- 
fügung und öffentlichem Kontakt. 
Hier zeigt sich, daß es offensichtlich 
materielle Strukturen der Organisa- 
tion des Wohnens in der Stadt gibt, 
die leichter mit sozialer Erfahrung be- 
setzt werden können: 
Das „‚Außenhaus” vermittelt den 
Kindern die ersten Erfahrungen mit 
der Außenwelt und gibt ihnen eine er- 
ste Möglichkeit, ohne Aufsicht der Er- 
wachsenen selbständig zu agieren. 
Es bietet Räume von geringer Emp- 
findlichkeit für Aktivitäten, die in der 
Wohnung Schaden anrichten könnten. 
Es ist eine Kontaktzone zur Nach- 
barschaft, ohne daß die Intimität der 
Wohnung preisgegeben werden muß. 
Es bildet eine flexible Zone für un- 
vorhergesehene Nutzungen und Instal- 
lationen. 
Der Wettbewerb steht jedem offen. 
Gesucht werden: 
Vorschläge, Pläne und Entwürfe für 
die Gestaltung und Organisation des 
‚„‚Außenhauses’ unter Bedingungen 
des heutigen Wohnungsbaues, z.B. Vor- 
gartengestaltung, Informations- und 
Orientierungshilfen, Gemeinschaftsan- 
lagen; 
Entwürfe oder Produkte, die sich 
auf die Ausgestaltung und Nutzung des 
‚„Außenhauses” beziehen, z.B. Zäune, 
Müllbehälter, Fahrrad- und Geräteschup- 
pen, Planschbecken, Spielgeräte, Sitz- 
gelegenheiten, Hof- und Treppenbe- 
leuchtungen, Briefkästen, Vordächer, 
Abstellplätze: 
Arbeiten, die das Verhalten der 
Menschen im „Außenhaus”, beziehungs 
weise die Rolle des „‚Außenhauses” im 
Alltag der Familie beschreiben und aus 
denen sich Nutzanwendungen für die 
Gestaltung und Organisation des „Au- 
ßenhauses’’ ableiten lassen. 
Wettbewerbsleistungen 
Es werden sowohl theoretische Beiträ- 
ge als auch konkrete Objekte anerkannt. 
Jeder Beitrag muß mit einer Inhalts- 
und Absichtsdarstellung in deutscher 
Sprache versehen sein, die nicht länger 
als eine Schreibmaschinenseite sein 
soll. 
Abgabetermin 
Die Arbeiten sind bis zum 30. Juni 1979 
beim Internationalen Design Zentrum 
Berlin, Ansbacher Str. 8 — 14, 
1000 Berlin 30, abzugeben oder per 
Post einzureichen (Datum des Post- 
stempels). 
Weitere Informationen sind erhältlich 
beim Internationalen Design Zentrum 
Berlin, Ansbacher Str. 8 — 14, 1 Ber- 
lin 30, Tel. (030) 213024 
Das Buch zum Thema 
Inge Meta Hülbusch: 
Innenhaus und Außenhaus — Umbau- 
ter sozialer Raum 
Schriftenreihe der OE Architektur- 
Stadtplanung-Landschaftsplanung an 
der Gesamthochschule Kassel, 1978, 
01 Heft 033, 220 5., DM 10,50. 
Bezugsadresse: Sekretariat der OE 
06, Henschelstr. 2, 3500 Kassel. 
Rainer Autzen: 
Wohnungspolitik 
Altbauerneuerung und Wohnungsver- 
sorgung Frankfurt/Bern/Las Vegas 
1979. 297 S., Beitr. z. kommunalen 
u. regionalen Planung, Bd. 1. ISBN 
3-8204-6302-X. sFr 43.— 
R. Autzen, W. Kempf, H.W. Voss: 
Determinanten der Wohnungsbaufi- 
nanzierung 
IWOS-Bericht zur Stadtforschung 1 
Inst. f. Wohnungsbau u. Stadtteil- 
planung (IWOS), FB 8, TU Berlin, 
239 S., DM 9,50. ISBN 3-7983-0194-8 
Bezug: Univ.-bibliothek der TU Berlin, 
- Abt. Publikationen -, Str. d. 17. Ju ni 
135, 1 Bin 12, Tel. 314-2976
	        

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