Brachland, Überschwemmungsgebiete
von Flüssen, Baulücken, Ruinen, die Umgebung
von Bunkern, auch Industriegelände.
Brachland wird gelegentlich in Eigeninitiative
zu Kleingärten umgewandelt.
Oft hilft ein benachbarter Bauer, es wieder
gartenfähig zu machen.
Manche dieser Bereiche sollte man
auch weiterhin ungeplant nutzen. Dadurch
behalten sie ihre Vielfältigkeit.
Je mehr man seinen Stadtteil kennenlernt,
desto mehr kann man auch dessen
ungenutzte Möglichkeiten für sich und
für andere erschließen.
INDUSTRIE-GELÄNDE
(5.12)
In großen !Industrie-Orten bestehen umfangreiche
Flächen aus Industrie-Gelände
Diese Bereiche sind häufig ökologisch,
d.h. von ihrem Bewuchs (der die Arbeitsvorgänge
meist nicht stört) unzulänglich
angelegt. Meist dominieren die unbeoflanzten
Erdflächen. Oder der einfache
Rasen.
Stadtverwaltungen müssen sich bemühen,
durch gezieltes Ansprechen und Beraten
der Unternehmen zu erreichen, daß
sich die Ökologie auf diesen Industrie-Flächen
erheblich verbessert: durch höherwertige
Bepflanzung (die keineswegs
teuer und pflegeaufwendig sein muß).
Zugängliche asphaltierte Parkplätze
können an Wochenenden als Tennisplätze
für die Umgebung genutzt werden.
Sie werden mit weißen Linien ausgestattet
und erhalten ein Netz.
Nicht mehr genutzte Fabrikräume
sollten der Bevölkerung zur Verfügung gestellt
werden. Die Stadtverwaltung fungiert
als Informationsstätte und als Vermittler.
In solchen Räumen können zu bestimmten
Zeiten auch offene Werkstätten
mit Betreuung betrieben werden.
Betriebe sollen bestimmte Teile ihrer
Werkstätten auch an Samstagen — unter
Betreuung — für Betriebsangehörige zum
Basteln offenhalten.
SCHULGARTEN
(5.13)
Neben einer Schule wird ein Garten angelegt,
in dem jedes Kind sein eigenes
Beet hat, das es betreut. Der Schulgarten
wird als Aufhänger für praxisorientiertes
Lernen in einigen Fächern benutzt, vor
allem für den Biologie-, aber auch für
den Deutschunterricht.
NUTZUNGSVERBESSERUNGEN ÖF-FENTLICHER
FLÄCHEN (5.14)
Die meisten öffentlichen Gebäude wurden
mit einer Ideologie gebaut, die vorde-Mokratisch
ist. Sie stammt aus dem feudalen
oder großbürgerlichen Staatsabsolutis-Mus,
der dem Volk die Repräsentationsbauten
zum Bewundern einer furchteinjagenden,
rituell-mystifizierten Staatsgewalt
(ein bezeichnender Begriff!) vorführte,
aber nicht zum Benutzen.
In einer entwickelten Demokratie müssen
die öffentlichen Bauten und Räume
auch der Bevölkerung gehören und (natürlich
nach vernünftigen Spielregeln) von Miete und Unterhaltung decken sie durch
allen benutzt werden. Dies ist durchzusetzer den Erlös aus Getränken. Der Theken-Im
Stadtteil macht eine Projektgruppe dienst wird umschichtig ausgeführt. Um
Vorschläge zur besseren Nutzung öffentli- die politische Polizei zu ironisieren,
cher Flächen: angefangen von ökologisch nannten sie das Kommunikationszensinnvoller
Bepflanzung bis hin zur halb- trum „Kunstfabrik K 14”. Es ist inzwiprivaten
Nutzung, wo der Nutzer als Ge- schen die vielfältigste und anregendste
genleistung verpflichtet wird, bestimmte Einrichtung der Großstadt Oberhausen
soziale Dienste für die Öffentlichkeit — mit einem Programm, das das Kulturbzw.
für bestimmte Gruppen zu leisten. programm der Stadtverwaltung an Qua-Oder:
Flächen werden überdacht, damit lität weit übertrifft.
sie auch bei Regen benutzbar sind. Oder: Weitere Beispiele: u.a. Fabrik in Hamburg
sie werden einzelnen oder Vereinen zu Altona, Börse in Wuppertal, Eschhaus
gewissen Zeiten für Präsentationen und in Duisburg, AJZ in Bielefeld.
zum allgemeinen Mitmachen zur Verfü- Die Kommunikationszentren haben
gung gestellt. sich zu einem Verband zusammenge-Ein
Benutzerkomitee, in dem Bewoh- schlossen.
ner und Stadtverwaltung vertreten ‚sind, Literatur: Kommunikationszentren. In: Sokann
diese Flächen verwalten und ist für zialmagazin 12, 1977, S. 22/49.
Termine und Organisation zuständig.
TAUSCHHANDEL
(5.15)
ORIENTIERUNGSS YSTEM (5.18)
In allen Gesellschaften und Gruppen mit
entwickelten Kontakten gibt es Tauschhandel
in Wohnbereichen — bis heute.
Unter bestimmten Bedingungen der Isolierung
schrumpft er.
Tauschhandel ist also ein Prozeß. Er
hängt ab
® von den Kontaktmöglichkeiten in der
Straße und im Quartier
® sowie von den Möglichkeiten, etwas
zu machen
® und zu lagern.
Normalerweise ist der Tauschhandel nicht
institutionalisiert. Man kann ihm aber verbesserte
Möglichkeiten geben, wenn man
ihn in einem alten Laden, einer kleinen
Fabrik oder in einem Schuppen einrichtet.
Am besten steht er in Zusammenhang
mit einer Werkstatt und einem
Volkshaus,
Beispiel: Heusden-Zolder (Belgien).
Je größer eine Stadt ist, desto schwieriger
kann man sich meist in ihr zurechtfinden.
Für viele Stadt- und Verkehrsplaner
ist diese mangelhafte Orientierungsmöglichkeit
ein Vorwand, um Schnellstraßen
oder Stadtautobahnen zu fördern. Soviel
Aufwand stellt sich jedoch als absurd
heraus, wenn es sehr einfache und
billige Möglichkeiten der Orientierung
gibt.
Auf großen Schildern am Stadtrand
werden klare, einfache und einprägsame
Symbole vorgestellt, die sich in ca. 20 cm
großen, kreisförmigen, farbigen Feldern
befinden. Der Autofahrer folgt ihrem
Pfeil bis ins jeweilige Stadtviertel oder
zum Objekt.
Innerhalb des Stadtviertels kann man
weitere neue Symbole ähnlicher Gestalt
als Leitfiguren benutzen.
Diese Methode ist weitaus billiger als
die übliche Beschilderung. Man kann z.B.
an Straßenlaternen mehrere Symbole
übereinander anbringen.
Auf diese Weise lassen sich Verkehrsströme
leiten bzw. der Verkehr aus bestimmten
Bereichen heraushalten.
Planer mit graphischem Interesse können
das Orientierungssystem den Stadtverwaltungen
vorschlagen.
Wichtig ist, daß es nicht abstrakt entwickelt
wird, sondern gut auf die normale
Wahrnehmunasfähigkeit bezogen ist.
KOLLEKTIVER VERKAUFSRAUM
(5.16)
In einem alten Laden, Schuppen oder in
einer leerstehenden Fabrik kann ein Verkaufsraum
angelegt werden, in dem einzelne
oder Bürgergruppen Produkte verkaufen:
Spielzeug, Schmuck, künstlerische
Produkte, stadtteilspezifische Andenken,
Geschenkartikel, Bücher, Broschüren,
Stadtzeitungen, alternative Zeitungen,
Plakate, Postkarten.
Es genügt, den Laden nachmittags von
16 bis 18 Uhr zu öffnen. Er sollte gleichzeitig
ein Treffpunkt sein (Kaffee, Tee,
nichtalkoholische Getränke). Ein bis drei
Personen betreiben ihn.
STADTTEIL-PLAN
VA34
(5.19)
Für die Bewohner besitzen weniger die
großen Städte als vielmehr die Stadtquartiere
Identität. Der Wunsch, sie zu
verstärken, wird immer deutlicher. Daher
benötigen auch die Stadtviertel u.a. eigene
Stadtpläne.
Sie können in zweifacher Weise angefertigt
werden:
e in Form von großen gemalten Schildern
an einigen wichtigen Stellen des Stadtviertels
® und in gedruckter Form für jeden
Haushalt , für Schulen, Institutionen
und Vereine.
Die Herstellung macht keine Schwierigkeiten.
Man kann den Stadtviertelplan
aus dem Stadtplan herausnehmen. Eine
Vergrößerung des Maßstabes empfiehlt
KOMMUNIKATIONSZENTRUM (5.17)
1968 trafen sich in Oberhausen junge Leute,
die der Studentenbewegung nahestanden,
mit dem Wunsch, ein Haus zu haben,
das sie selbstbestimmt gestalten könnten.
Zuerst benutzten sie ein altes Haus, später
fanden sie eine kleine, stillgelegte
Fabrik und richteten sie her: zu einem
Versammlungsraum mit Bühne, Theke,
Ausstellungsgelegenheit, Verkauf von
Volksblättern, einem kleinen Buchladen
(nur zu bestimmten Zeiten geöffnet),
Künstlerateliers u.a. Die Kosten für die
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