Postvertriebsstück * G 5416 F * Gebühr bezahlt * KLENKES Druck & Verlag GmbH, Oranienstraße 9, 5100 Aachen
Kalender
1984
Betton
& Hautt
Frauenbilder
Ein Wochenkalender mit 54 ausgewählten Fotos, u.a. von
Gesche M. Cordes, Uschi Dresing, Barbara Klemm, Monika
Neuser, Carla Neumann.
Für jede Woche ein Kalenderblatt zum Anschauen,
Genießen, Nachdenken, Informieren.
Ein Kalender mit Frauenbildern zu Arbeit, Alltag, action
Körper, Erotik, Gesichter.
Aufgeschnapptes, Arrangiertes, Dokumentiertes.
54 Blätter, Format 30 x 28 cm
24 DM
in jeder Buchhandlung
oder direkt bei:
Klenkes Druck + Verlag,
Oranienstr. 9, 51 Aachen
Architekten für den Frieden!
Krieg, Kriegslust - Friedensangst
102 S., zahlr. Abb., 24,- DM,
Ä&K akut Bd. 8
Friedensbewegungen — Entspannungspolitik
von unten — Berichte aus der
Niemandszeit - Materialien zum Weltuntergang
— Von richtiger und falscher
Angst
Beiträge u. a. von Alexander Kluge, Doris
Lessing, Horst-Eberhard Richter, Jack
Zipes, Rainer Stollmann, Georges Bataille,
Alberto Moravia, E. P. Thompson, Dietrich
Kuhlbrodt, Helmut Hartwig, Dieter
Hoffmann-Axthelm
Wie souverän ist die Bundesrepublik?
240 S., zahlr. Abb., 24,- DM,
Ä&K akut Bd. 9
Die Linke und. die nationale Frage —
SPD und Friedensbewegung —- Wie souverän
sind wir?
Beiträge.u. a. von Heinrich Albertz, Helmut
Gollwitzer, Wolfgang und Lisa Abendroth,
Helmut Ridder, Erhard Eppler, Johano
Strasser, Erich Küchenhoff, Peter Brandt,
Niels Kadritzke, Otto Kallscheuer, Hans
Mommsen, Werner Jung, Hermann Pfütze,
Ulrich Sonnemann, Günter Gaus, Eberhard
Knödler-Bunte
Asthetik und Kommunikation,
Bogotastr. 27, 1000 Berlin 37
Schon seit Jahrzehnten leben wir mit der Atomkriegsgefahr. Diese
Bedrohung wird aber durch die weitere Aufstellung von Mittelstrekkenraketen
in Europa im Rahmen der Nachrüstung mit der damit
gegebenen Verschärfung des Ost-West-Konflikts dramatisch erhöht.
Ein sogenannter „begrenzter Atomkrieg‘“ in Europa wird wahrscheinlicher.
Wenn das so ist, dann muß Schluß sein mit der Verrechnung von
Vernichtungspotentialen und mit dem Austarieren mehrfacher
Overkillkapazitäten, mit wechselseitiger Unterstellung von Kriegsabsichten
und der Unterscheidungsdiskussion zwischen „Erstschlagwaffen“
und „Zweitschlagwaffen‘“ — Schluß mit der weiteren Aufrüstung
überhaupt.
Wir können keinem Kollegen abnehmen, sich persönlich als Bürger
in dieser Sache zu engagieren. Aber jeder muß sich auch fragen,
ob er durch das was er im Beruf tut, nicht möglicherweise in Kriegsvorbereitung
verwickelt ist.
Wir sehen zumindest einen Punkt, wo wir als Architekten in die
Situation kommen, Kriegsvorbereitung zu unterstützen: beim Bau
von Schutzanlagen, seien es öffentliche, seien es private. Wir wissen,
daß es gegen die Gewalt atomarer Explosionen keinerlei Schutz gibt,
sondern daß von einer Großstadt mit allen Bunkern und Untergrundbahntunneln
nur ein Krater und eine meterhohe Staubschicht
übrig bleibt. Wer sich am Bau von Schutzanlagen beteiligt, spiegelt
den Menschen einen Schutz vor, den es nicht gibt.
Das Bauen ist in dieser Situation nicht ohne die Menschen zu denken,
für die wir bauen. Seit kurzem ist die Neutronenbombe beschlossene
Sache: eine Bombe die die Menschen tötet und die Häuser
stehen läßt. Wir meinen, daß an diesem Punkt etwas von der unentbehrlichen
Moral des Architektenberufs sichtbar werden sollte.
Wir weigern uns, den Gedanken einer Architektur zu denken, die
uns als Sachwert überdauert. Natürlich arbeiten wir weiter — aber
nicht für leere Häuser.
Diese Erklärung soll ein Denkanstoß sein — für uns, für alle Kollegen.
Wir schließen uns damit den zahlreichen Kollegen, die sich für
den Frieden engagieren an und bitten alle, die noch nicht dabei sind,
mitzumachen.
Erklärung des BDA Berlin
ISSN 0587 - 3452