Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

4, Times Square, second floor 
5. Walk Man 
6. Swingin’ Town 
7. East Broadway. East Chinatown 
und Kahlschlag von ganzen Blocks, dem 
Top-Drogenhandel und härtester Krimi- 
nalität, den Latino-Bewohnern, Selbst- 
hilfe-Initiativen und mit seinem zur Zeit 
immer \noch vitalen Straßenleben ist 
derzeit Downtown-Manhattans Under- 
dog-Getto. 
Unschwer vorauszusehen, daß hier in 
den nächsten Jahren die Welle der ’Gen- 
trification’, die jetzt zwischen Uni- 
versität am Washington Square und East 
Village schwappt - so wie vormals im 
Greenwich (West)Village - sich hinein- 
frißt, um für wohlhabendere ’Young 
Urban Professionals’ Raum zu schaffen. 
Wo jetzt schon Flächenbrache ist, wird 
"Redevelopment’ sein, im Spiegelstil der 
neuen Zeit, die Ultra-High-Speed-Sub- 
way kommt, der Rest reguliert sich über 
den Markt. - Manhattan ’Lowtown’ Stil 
2000. 
Alltag 
Red Light District: Times Square and 
’round about’. Triumph der Reklame, 
des Ornaments der Neuen Welt. Keine 
Fassade ist zu schäbig und keine Hütte zu 
klein, um nicht daraus mit riesigen Pla- 
katwänden und Neontafeln große Pa- 
läste zu zaubern und Vielfalt zu signa- 
lisieren. Underdogs, Bumbs, Babystrich, } 
Animation partout, das Amüsierviertel 
für die Nacht und für den Tag und 
Jedermann. < 
Der Krisenrat der Stadt sieht das 
anders und hat den - besseren - Wandel 
beschlossen. Es scheint, als schwebte der 
strenge Geist von Robert Moses über 
diese Gegend: Postmodernes, glattes 
Hochhausdekor gegen die noch sichtbare 
Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit 
einer postindustriellen Gesellschaft. 
Reinemachen auf dem Broadway bis 
hoch zum Lincoln Center - Manhattans 
Alte Oper aus den Sechziger Jahren - 
Kulturachse par exellence, durch dessen 
Aufpolieren zukünftig die kleinen Spiel- 
häuser an den Seitenstraßen des Viertels 
im wahrsten Wortsinn ’Off-Broadway’ 
liegen werden. Kultur live auf der Straße 
nur noch am Ticket-counter der Spiel- 
stätten, die Callgirls über Videotext, 
Musik aus dem Kopfhörer, die Dollars 
elektronisch über Code und Computer 
von Citicorp, Central Park für die 
Jogger, Washington Square für die 
Roller, West Village dem Jazz, East 
Village dem Cappucino, Bloomingdale’s 
for Shopping, Friedhof zum Ausruhen, 
Harlem für reiche Schwarze, die Bronx 
zu Parkplätzen und sanften Industrien, 
Queens den Pendlern, Brooklyn aus 
Händlern und Dealern, Governor’s 
Island für die Penner. 
Eine der denkwürdigsten Gegenden 
New Yorks ist Brooklyn, das zwar ein 3- 
/ Millionen-Stadtteil ist, doch völlig im 
Schatten von Manhattan liegt. Als 1977 
während des Powercuts die schwersten 
Plünderungen in NYC hier stattfanden, 
verstand man nichts mehr - wäre dies 
doch eher Harlem oder der South Bronx 
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