Volltext : ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

wenn dezentralisiert aufgestellte Automaten miteinander
kommunizieren. Ist so dieses dezentralisierende Potential nur zn Ein modernes
eine Übergangserscheinung? Sitzen wir dann auf einem AN Quartier
Kabelnetz, das so unbenutzt ist wie - annodazumal - die € a x nach Corbusier
Autobahn? RU
Ein anderes Problem: Sicherlich hat jede Technologie, so
auch die I+T-Technik ihre Auswirkung auf das soziale System FA
der Beschäftigten. Viele schlagen, anstelle der alten Scheidung
in Angestellte und Arbeiter, neue Hypothesen vor: die
Spaltung in Informierte, Routinearbeiter und Arbeitslose; ; Wie
oder: die Spaltung in Autonome, Substitutierbare und Genies. Abi eim W WAR nl
Wir vermuten, daß der Wandel zu solchen neuen Schichtungen >
ähnlichen Gesetzen folgt, wie wir sie eingangs für die x Pi
Automation beschrieben haben: Man plante Arbeitsplätze für
am Arbeitsmarkt vorhandene Arbeitskräfte; auch die
automatisierte Fabrik wurde von Arbeitern gefahren und von
Technikern gewartet; eine von Physikern betriebene automati- SS
sierte Fabrik hätte anders ausgesehen. Deshalb wird auch der En
EDV-gestützte Arbeitsplatz des Buchhalters stets für Buchhalter
 gebaut sein, nicht für Mathematik-Professoren, die N > 3 (070
andernorts eingesetzt sind. Änderungen der Produktionsstruk- An T 6
tur in dieser personellen Hinsicht werden sich vermutlich erst A EN la
langfristig durchsetzen. is 17
SE Wenn eine räumliche Dezentralisierung stattfindet, so wird
aa diese vermutlich den Charakter von Segregation haben: Sie
Se betrifft bestimmte Berufe und Gesellschaftsschichten. Eine
“ak ar solche Entwicklung würde die Zahl der Begegnungen zwischen
Personen unterschiedlicher Klassenlage vermindern. So kleine
PP Schritte wie etwa der Einkauf nach Katalogen oder
Torte Fernsehinseraten wirken ja schon in diese Richtung. Die
| künftige Dienstleistung wird vermutlich nicht mehr mit einer
area pedonal nn, . - x
persönlichen Begegnung verbunden sein, - Kommunikationstechnik
 ist also das Gegenteil von Kommunikation.
Fo * Damit wird unsere Umwelt künstlicher: Immer mehr
* gmmgen” Handlungen würden auf kodierten Zeichen und nicht auf
zwischenmenschlichem Kontakt beruhen. Gilt das für alle in
ME gleichem Maße? - Möglicherweise würde eine solche
Arie oo EEE Entwicklung nicht nur zur räumlichen, sondern auch zur
N vertikalen Segregation führen: da nicht anzunehmen ist, daß
tazione defla_monorotaie die künftige Technik besser funktioniert als die gegenwärtige,
bleibt also immer noch ein Rest an Leuten, die die Drecksarbeit
SE tun müssen, da, wo die Technik versagt oder die Erfinder es
nicht für nötig halten, etwas zu erfinden. Mit anderen Worten:
im Sektor Müllabfuhr, Kanalisation, Reinigung wird es immer
noch ganz normale, geradezu menschliche Arbeitsplätze
geben. Vielleicht werden diese in ihrer Anschaulichkeit und
Sinnlichkeit von den verachtetsten zu den begehrtesten
Milton Keynes aufsteigen.
Da sich die kommende Entwicklung, mindestens für unsere ;
Breiten, im Kapitalismus abspielt, dürfen wir unterscheiden
zwischen kapitalintensiven und arbeitsintensiven Entwicklungen.
 Die kapitalintensiven und arbeitssparenden brauchen N
hohe Organisations- und Lenkungsformen. Selbst wenn sie in
der Fläche dezentralisiert sein sollten - und so sehr stark sind
allerdings die zentrifugalen Kräfte gar nicht - stärken sie
irgendwelche Zentren. seien es räumliche. seien es Machtzentren.

Es ist denkbar, daß es daneben arbeitsintensive, kapitalschwache
 Dienstleistungen gibt. Im optimalen Falle wären
diese selbstbestimmt und gemeinschaftsbildend. Realistischer
ist die Annahme, daß es sich um kleine, filiale Dienstleistungsbetriebe
 auf dem Sektor von Reparatur, Computerprogrammeschreiben,
 Gebäudereinigung und Krankenpflege handeln = Ba
wird. Sie haben wenigstens soviel Autonomie, daß der dort 7 A
Beschäftigte bis zu einem gewissen Grade seine Zeit selber Fe
einteilen kann. Erfreulich wäre es, wenn es in diesem Subsektor A
zu einer Deprofessionalisierung käme: wenn also jedermann ;
Betriebe eröffnen und solche Arbeiten durchführen könnte.
Viel wahrscheinlicher als die Deprofessionalisierung ist aber
der Verlust der Handfertigkeit, die „Deskillisierung“: die N .
erforderlichen Handreichungen sind von der Art, daß die mm m
Überlieferung einfacher handwerklicher Techniken in der A
Familie oder im Kleinbetrieb nicht mehr stattfindet und wir . . a
manuelle Idioten werden bzw. bleiben. Die Struktur von Milton Keynes ya zone vordi (debnüwe
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