Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

Dieser uralte Teppich ist zu einem ganz ausgefallen, weil nämlich diese Nahtstelle tor, ein Zaun - all dies sind Stellen, wo 
außergewöhnlichen Grad ganzheitlich, weil - die Verknüpfung von Eingang und Kirche - Verzierungen unerläßlich sind. 
keines der Teile aus seiner Umgebung heraus eine so wichtige symbolische Bedeutung für Suche nach einfachen Themen und wende 
gelöst werden kann, und weil jeder Teil nicht die Menschen hat, die zum Gottesdienst q;e Elemente dieser Themen immer wieder 
nur als Figur, sondern auch als Umrandung hierher kommen. den Ränd die Du b A 
wirksam ist. Gerade Türen und Fenster sind für en Rändern an, die Du besonders hervor- 
Der eigentliche Sinn von Verzierungen in Verzierungen prädestiniert, denn sie sind die Neben willst. Lasse die Verzierungen als Naht 
der Umwelt - in Gebäuden, Räumen und Verbindungselemente zwischen den Ge- zwischen den Rändern wirken, damit sie die 
öffentlichen Plätzen - liegt darin, die Welt bäudeteilen und dem Leben, das sich innen beiden Seiten miteinander verknüpfen und 
ganzheitlich zu machen, und zwar durch und um das Gebäude herum abspielt. Dabei ein Ganzes daraus machen. 
genau dieselben Verknüpfungen, die wir auch {inden wir wahrscheinlich gerade in den 
auf dem Teppich finden. Rändern der Türen . und Fenster eine 
Wenn die Patterns dieser Sprache richti Konzentration dieser Ornamentik, um diese 
benutzt werden, dann entstehen diese  VerGInS Ränder mit dem Raum drumherum zu- Kunten 
genden Ränder überall dort, wo sie räumlich sammenzubinden. 
und materiell erforderlich sind, ohne daß 
weitere Ornamentik vonnöten wäre. Das ; Wiederholuns Themen 
geschieht in relativ großem Maßstab z.B. » B f 
beim Übergang im Eingangsbereich oder ; Seren le 
auch im Grenzbereich zwischen Gebäude und E & 
Erdboden. Und es tritt natürlich auch ganz Br EEE 
von selbst in den viel kleineren Strukturen der Aal . 
Materialien auf - in den Holzfasern ebenso Ba . . . 
wie in der Maserung von Mauerziegeln und nubische Tür Wenn möglich, dann entwickle die Verzierung 
Steinen, Aber cs gibt noch einen Zwischen- nr DE Nine Tem ne 
bereich, wo das nicht von alleine geschieht. Materialien, aus denen das Gebäude gemacht wird - 
Und es ist genau dieser Bereich, wo_ die Und genau das gleiche geschieht an Wandmembrane (218), Öffnungsrahmen als ver- 
Verwendung von Ornamenten unerläßlich ist. Hunderten von anderen Stellen unserer dickte Kanten (225), Schindeln an den Außen- 
Es gibt natürlich hunderte von Möglich- Umwelt: in Zimmern, ums Haus herum, in wänden (234), weiche Innenwände (235), Weiche 
keiten für die Ausführung der Ornamentik. der Küche, an der Wand, mit der Pflasterung Bodenfliesen und Ziegelsteine (248). Verwende 
Bei diesem Geländer besteht das Ornament eines Pfades. auf Dächern und am Fuß einer Farbe für die Verzierungen - warme Farben (250); 
nur aus der Umrandung, aus dem Raum Stü Z übe ld die Ränder d und verwende auch schmale Zierleisten, um Stoß- 
ischen den B Die B ind tütze - überall! dort, wo dıe Känder der fugen auf schmückende Art und Weise zu 
EN USN ANCIEONN. IE STEHE SINE SO Dinge noch nicht so gut miteinander überdecken - Zierleisten (240); und verschönere die 
zugeschnitten, daß etwas mit diesem Raum verknüpft sind, wo Materialien oder Objekte Zimmer mit Gegenständen aus Deinem Leben, die 
geschieht, sobald sie zum Geländer zu- aufeinander stoßen und dort. wo sie sich dann zu natürlichen Ornamenten um Dich herum 
sammengesetzt werden. verändern. werden - Gegenstände aus Deinem Leben (253) .. 
Früher amerikanischer Schablonendruck 
... ein Geländer 
—— - Im allgemeinen kommt es bei der Anwen- 
„Hier ist ein etwas komplizierterer Fall - der dung von Verzierungen auf das Auge an, das 
Eingang zu einer romanischen Kirche. zinen Bruch im Kontinuum sieht - die Stelle, 
wo das ununterbrochene Gewebe der Ver- 
; knüpfungen zerstört ist. Verzierungen sind an 
d Stellen, wo die Verknüpfungspunkte nicht 
,} wirklich fehlen, überflüssig und wertlos. Aber 
fi dort, wo ein richtiger Bruch vorliegt, wo ein 
\ k bißchen mehr Struktur benötigt wird, wo der 
| S Bedarf nach etwas „zusätzlicher Verknüp- 
I $ fungs-Energie“ besteht, um die auseinander- 
n klaffenden Dinge zusammenzubinden - dort 
Ein Torlogen sind Verzierungen sehr gut angebracht. 
Die Ornamentik umgibt die Eingangsöff- Deshalb: 
nung und schafft damit eine vereinigende 
Nahtstelle zwischen dem vom Torbogen um- Gehe um das Gebäude herum und suche nach 
ES obs u. SO Rändern und Übergängen, die noch Beto- 
zwischen dem Eingangsbogen und dem nung oder zusätzliche Verknüpfungs-Energie 
Durchgang selbst: die Verzierungen haben benötigen. Ecken, Stellen, wo unterschied- 
einen Einfluß auf die Nahtstelle zwischen den 1!iche Materialien aufeinandertreffen, Türrah- 
beiden Dingen und halten sie zusammen. In men, Fenster, Haupteingänge, Stellen, wo 
diesem Fall ist die Ornamentik recht üppig zwei Wände aufeinander stoßen, das Garten-
	        

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