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Eine alte Schnecke, die sich schon im Löss des Rheinthales
findet.
35. Helix (Campylaca) lapicida L.
Schale 15—16 Mm. lang, 14 breit.
Eine unsrer häufigsten Waldschnecken und ein ächtes Gebirgsthier,
das nur. einzeln in der Ebene vorkommt. Sehr gemein
an unsern Buchenstämmen, sehr selten oder fast nie an
unsren Felsen. Würde sicher nach ihrem hiesigen Vorkommen
nicht zu den Steinschnecken gerechnet werden, wie dies gewöhnlich
geschieht, indem man ihre plattgedrückte Schalenform
zum Verkriechen unter Steinen und in Felsritzen für besonders
passend erklärt, eine Teleologie, die uns nicht einmal zweifellos
erscheint. Eher möchten wir glauben, dass die platte Form in
Verbindung mit der bräunlich gesprenkelten Färbung diese Schnecke
auf den Baumstämmen vor Gefahren schützt, indem sie sie dort
fast unsichtbar macht. Von dieser Schnecke trafen wir schon
anfangs Mai Junge von 6 Mm. Schalendurchmesser in grosser
Anzahl und eben solche Junge sieht man im Spätherbst noch an
kalten Tagen, gleichfalls noch in Menge an den Buchenstämmen
herumlaufen, während man dagegen im Laufe des Sommers solchen
Jugendformen wenig begegnet.
Albinos von dieser Art sind in unserem Nordwalde, nach
dem Vaitel hinunter an Buchenstämmen immer hin und wieder
zu finden. Wir haben wohl ein Dutzend derselben zusammengebracht.
Die Schale ist, wenn das Thier herausgenommen, milchweiss
durchscheinend, das Thier selbst weissgrau. Auch Dr.
Speyer in seinem Verzeichniss der Fuldaer Mollusken (S. 15)
erwähnt solcher Albinos vom Buchenwald. KEigenthümlich ist,
dass in demselben ziemlich dicht bestandenen, schattigen Walde
auch von Clausilia laminata Albinos nicht so gar selten sich
finden. Siehe unten!
Eine merkwürdige Missbildung dieser Art mit schön abgerundeter,
letzter Windung, also ohne den characteristischen
scharfen Kiel haben wir ganz gesund und gut erhalten, aber
leider nicht ausgewachsen, einmal im Walde lebend gefunden.