Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

auf viele Jahrzehnte hinaus wichtig und Erleichterung des Verkehrs im Dienste Groß-Berlin in wirtschaftlicher und 
bedeutend bleiben als erstes Zeugnis, der Citybildung sind die beiden _Ssozialpolitischer Hinsicht bildet -..” 
daß bis in alle Einzelheiten ausgearbei- Zauberformeln, über deren Gewich- (Biselen 1910, S. 385) Die Verkehrs- 
tete Kriegspläne zur Bewältigung jener tung man sich auch zu streiten weiß. linien, so der städtebauliche Grund- 
„Festungen” vorliegen..” (Kornick Albert Hofmann etwa, einflußreiches satz, „sind das eiserne Gerüst einer 
1910, 5. 237) Mitglied der Vereinigung Berliner Großstadt” (Brinckmann 1910, S. 9). 
Werden die Mietskasernenviertel Architekten und einer der Protago- Die Lösung des Verkehrsproblems 
mit strategischer Mißachtung gestraft, nisten des Wettbewerbsverfahrens, wird in einem „systematisch durchge- 
so wendet sich die Liebe des modernen klagt, daß „entgegen dem ursprüng- bildeten Verkehrsnetz” erblickt, das 
Städtebaus voll der Innenstadt zu. lichen Gedanken” die ‚Verkehrs- Schienen, Straßen- sowie Wasser- 
Berlins Extremitäten, so zitiert die interessen in den Vordergrund gerückt” verkehr umfaßt und hierarchisch ge- 
Deutsche Bauzeitung Jules Huret” wurden, wodurch „das Hauptziel, aus gliedert ist. Wichtiges und modernstes 
haben sich ausgedehnt, der Rumpf hin- Berlin eine wirkliche Hauptstadt zu Transportmittel sind elektrisch betrie- 
gegen - sein Zentrum also - ist geblie- machen, etwas aus dem Auge verloren” bene schienengebundene Verkehrsträ- 
ben, wie es von jeher war. Man müßte wurde. „So kam es auch, daß die Vor- ger, die Hoch- und Untergrundbahnen 
ihm Luft schaffen, große Promenaden, Schläge, die sich mit der Umgestaltung sowie die Straßenbahnen. In diesem 
breite Straßen geben, die von der Mitte der bebauten Teile von Berlin befassen, Bereich gilt Berlin als „etwas zurück- 
nach allen Richtungen. hinaus strahl- gegen die Verkehrspläne ganz erheb- geblieben”. Die Neuordnung der Fern- 
ten” (Hofmann 1910, S. 175) Vorge- lich zurücktreten...” (1910, S. 214) Dage- bahnhöfe und der Linien des öffent- 
schlagen wird „eine durchgreifende gen wird „von der anderen Seite, der lichen lokalen Massenverkehrs sind die 
Sanierung der vorhandenen, unzeit- namentlich Ingenieure und vor allem wesentlichen Voraussetzungen des 
gemäßen, verkehrshinderlichen Stra- Verkehrstechniker angehören .... weiteren Wachstums der Großstadt wie 
ßenzügen im Innern der Stadt” (Jansen betont, daß die Bedeutung der Ver- auch der Entwicklung unterschied- 
1910, S. 75). Die Forderung, „Licht und Kehrsfragen von vornherein unter- licher Lagequalitäten. Die Veränderun- 
Luft in verbaute Stadtteile zu bringen” schätzt worden sei ...” (Eiselen 1910.S. gen des Straßennetzes sind diesen Ent- 
(Kornick 1910, S. 330), dient zuallererst 385) scheidungen nachgeordnet, sie gewin- 
als Schlachtruf für Abrisse in der Alt- Unbezweifelt ist sicher, „daß die nen auch ihren Sinn nicht so sehr als 
stadt. Dazu, das wird betont, bedarfes Lösung der Verkehrsfragen in einer Motor des noch unentwickelten Auto- 
sicher einer starken Hand” (Anregun- auch für die Zukunft ausreichenden _mobilverkehrs, sondern vor allem als 
gen 1907, S. 30). Weise tatsächlich eine Lebensfrage für _Trassenverbesserungen der Straßen- 
Verschönerung des Stadtbildes und die weitere gesunde Entwicklung von bahn. Die Straßen selbst werden durch 
(Anhalter) 
N, 
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Kritik der Mietskasernenbebauung und Alternative für 
Stadterweiterungen durch den 1. Preisträger Hermann N 
Jansen: links der „Typus von schlecht aufgeteilten Bau- SA 
blocks mit undurchlüftbaren Höfen”, rechts „Ideal- 
blocks ohne Seiten- und Quergebäude und durchlüft- - 
barem Innern. 2 Er ch x SE 
ergibt aber künstlerische Straßenbilde Can aD _- A E! F
	        

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