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Neben solcher Bahn zur linken Hand steht das neue
Lusthaus, ein überaus herrlich und stattlich Gebäu, so weiland
der durchl. hochgeb. Fürst und Herr Ludwig, Herzog
zu Württemberg re. hochlöblicher Gedächtnis von Grund auf
mit großen Kosten von lauter schönen weißen Quaderstücken
aufgerichtet und gebauet.
Folget anjetzo weiter in dem Fürst!. Tiergarten der
Ballonenplatz, welcher gleich underhalb obbeschriebenem Lusthaus
liget, hübsch eben gepflastert und mit lustigen Kammerzen,
die mit Weixelbäumen überzogen, gerings herum umgeben.
darinnen lauter solche Bäum, die fremde Italienische Früchten,
als süß und saure Pomerantzen, Zitronen, Lemouien, Paradißäpsel,
Feigen und anderes dergleichen tragen."
Eine letzte Bereicherung des Lustgartens erfolgte durch
Herzog Johann Friedrich, welcher an der unteren Gartenmauer
die berühmte Lustgrotte anlegen ließ. Über diesen Bau
sind wir ziemlich genau unterrichtet, da nicht allein ausführliche
Beschreibungen aus dem vorigen Jahrhundert existieren,
sondern auch noch ein Teil der Bauakten und Rechnungen
im Königlichen Staatsarchiv vorhanden sind.
Seitcnansicht des Lusthauses mit der großen Freitreppe.
Zur rechten Hand ist das Reigerhaus: Zur Linken der F.
Wurz- und Blumengarten, darin allerlei wunderbarliche seltsame
und fremde Gewächs zu finden und gar lustige springende
Brunnenwerk zu sehen. Insonderheit ist darinn gar
ein schönes Sommerhaus, der Ölberg genannt, mit ehernen
Bildern geziert, in denen künstliche springende Wasserwerk
verborgen, die mit heimlichen Griffen gar artlich allenthalben
hin geleitet werden könnten, also daß einer gut Glück haben
muß, wenn er ohne besprengt und truken heranßer kommen
will. Endlich stehet in diesem Garten bei dem untern Thor
das Feygonhaus und Pvmcranzcn-Garten, welcher zu Winterszeit
mit einem besonderen Gehäuß vor der Kälte bedecket wird,
Das Modell fertigte ein französischer Ingenieur de Chaux,
und die beiden Niederländer Gerhard Philippi und Jesaias
van Hülsen führten den Bau in den Jahren 1613—1621
aus. Die Grotte war nach toskanischer Ordnung von geschliffenen
Quadern im Viereck gebaut, 101 Schuh lang, 97
Schuh breit. Zunächst betrat man einen mit flachen Kieselsteinen
gepflasterten Vorhof, dazwischen waren verborgene
Röhren angebracht, welche die Besucher unversehens mit Wasser
bespritzten; dieser Hof war mit eineni künstlichen eisernen Gitter
umgeben und in der Mitte befand sich ein großes Bassin,
„worin Neptun in Stein gehauen auf einem Felsen lag und
aus seiner dreizackigen Gabel und bei sich habenden Wasser-