Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

"Houses generated by patterns.” AN sucht wurde, Material ist, das in vielen Tex-Experimentelles
 Wohn- und Siedlungsprojekt für ten zur Architektur ignoriert wurde. Es sind
minderbemittelte peruanische Familien Aussagen, die für die Qualität eine Ortes von
Übersichtsplan/ eine Nachbarschaftszelle/ „Me 6 0 TAG. großer Wichtigkeit sind. Gleichzeitig kann
Hausgruppe/ Perspektive der Konstruktion 1 Sen alles aber die Auswahl und Reihung der Präze-I
 nr Sc g denzfälle bei eingigen Patterns kritisiert wera
 i C 6 af JE N den, denen noch dazu das Aussehen von logi-7
 1 en Zen schen Notwendigkeiten gegeben wird. Die
£ 5 U ne Autoren der „Pattern Language” haben die
if RC A Auswahl ihrer Präzedenzfälle so getroffen,
BD pe daß das Buch in den Ruf eines „Handbuchs
A 7 für Utopia” '” gerät. Etwas humorvoller wird
S . es auch als eine Kreuzung zwischen dem
. ‘Whole Earth Catalogue’ und der Bibel
bezeichnet. '” Vom Lager der „hard science”
a her wird der Art der Generalisierung (Pattern
 sind wiederverwertbare Aussagen, die
; durch die Evidenz von Einzelfällen zustande
a Ar 1 kommen) mit Skepsis begegnet (W. Alonso).
u Wa u da au "el Es ist nicht meine Absicht, einzelne Pat-ET
 I = terns zu kritisieren. Eine gewisse Vorauswahl
SE Fe = ist ohnehin durch die Verfasser getroffen
„x EU LE En 4 FE worden, indem die signifikante Merkmale
Ze SE HT a E En IE : einer gut gestalteten Umwelt mit zwei „Ster-=
 er En A © 3 nen” versahen.
“A AR gem Auffallend ist, daß von den drei Paketen
SOME 7 Küche 13 Loggia Mirador ”" von Patterns — für Städte, Gebäude und
$ Haupimof em menraum 3 Kuchennof 18 Doscne m Konstruktionen — die Zustimmung für die
5 Veranda 10 Abstellhof 16 Toilette . . .
zweite, Gruppe in vielen Fällen sehr leicht
fällt. Diese Gruppe von Entwurfsideen ist im
Gegensatz zu dem Städtepattern sehr gut
Kritik an den Pattern für ein Pattern aufbringt. „Sleeping to the getestet und gehört in der Regel einer übereast:
 This is one of the patterns people most blickbaren Größenordnung an. Einige Vor-Alexander
 erwartet Kritik und findet sie not- often disagree with. However, we believe schläge zu den Konstruktionen nimmt man
wendig für die „Lebensfähigkeit” der Pat- they are mistaken.” Man muß nicht unbe- hingegen mit Erstaunen zur Kenntnis.
terns. Trotzdem wird ihnen im Buch ein dingt ein Vertreter der Richtung sein, die
wahrheitsähnlicher Status beigegeben, wie behauptet, in der Planung unserer Umwelt
Andrew Rabeneck feststellt. „Die Art, wie sie gibt es keine richtigen oder falschen Lösun- Archetypische Patterns
geschrieben sind, hält nicht nur von einer gen, sondern nur bessere oder schlechtere, TE N m
Widerlegung ab, sondern schon das In-Frage- um bei solchen Formulierungen auf Kolli- Viele der in der „Pattern Language” vorge-Stellen
 trägt bereits die Anschuldigung von sionskurs zu geraten. Es ist eine instinktive stellten Pattern sind für die Verfasser arche-‘nicht
 humanen’ Absichten in sich. Es gibt Abneigung, die wohl in erster Linie den the- typisch — „sie sind tief in der Natur der Sache
wenig genug Zweifel, daß ihre Autoren die rapeutischen Unterton mancher Definition verankert, und es ist wahrscheinlich, daß sie
Patterns als ’richtig’ und ’wahr’ berücksichti- betrifft. Teil der menschlichen Natur und menschligen:
 ”'% Diese Kritik ist sicherlich übertrie- Ein wesentlicher Bestandteil der Patterns chen Aktion in 500 Jahren sein werden, so
ben, doch gibt es in der Tat neben den Pat- ist die schon erwähnte Beschreibung des wie sie es heute sind. Ce
terns, die der Leser rundweg ablehnen mag, empirischen Hintergrundes des Problems. Es Es ist auffallend, daß ähnliche Baueleauch
 Formulierungen, die ihn zumindest ver- muß erwähnt werden, daß das, was als Evi- mente und Bauformen auch bei verschiedeärgern,
 auch wenn er im Prinzip Verständnis denz für die „Wahrheit” eines Pattern ausge- nen Kulturkreisen auftreten, die sich gegenseitig
 nicht beeinflussen konnten. C.G. Jung
a a . spricht in diesem Zusammenhang von „For-Wohnungsbauprojekt
 in Mexicali (Mexico) men oder Bilder kollektiver Natur, welche
EL et ETdZCMENT ungefähr auf der ganzen Erde als Konstituennn
 äulen f Holzlalfen mit ten der Mythen und gleichzeitg als autochute
 und Karnickeldraht EAN
als Unterkonstruktion tone individuelle Produkte unbewußten
für 2 dünne Schichten Ursprungs vorkommen. ”
Beton (4 cm)! Kurz nach dem Erscheinen von ’Houses
generated by pattern’, das ein experimentelles
Wohn- und Siedlungsprojekt für arme peruanische
 Familien vorstellte, wurde unter-.
 sucht, welche der dort verwendeten Patterns
1 — tiefverwurzelt in der peruanischen Tradi-„7
 tion — auch bei österreichischen Bauernhäusern
 anzutreffen sind. Es ist sehr leicht nach-5
 zuweisen, daß z.B. die Patterns: Fenster-Wr
 plätze, Zweimeter-Balkon, Bank neben
Haustüre, Tore zu den Hauszellen, Form des
. Eingangs, Baumplätze, Altenteil usw. — den
Elementen der peruanischen Häuser sehr
ähnlich sind. Obwohl die kulturellen Unter-Arkade/
 Innen-‘ \' schiede der zwei Länder sehr ausgeprägt
hof mit Brunnen sind, ist es faszinierend zu sehen, wie stark
die Harmonie zwischen diesen zwei Gruppen
von Patterns ist. Alexander bezeichnet sie als
„biologische Patterns”.
Die Fotos am Anfang eines jden Pattern,
die jeweils ein „archetypisches Beispiel” in
dem Buch darstellen, sind Beispiele aus dem
„anonymen Bauen” der Menschheit. Es sind
in der Regel Elemente, Häuser, Hausgruppen...,
 die einer bestimmten Aufgabe aufs
beste dienen und dies in ihrer Gestaltung
ablesbar machen. Sie entsprechen also den
spezifisch gesellschaftlichen Bedingungen.
Wenn man meint, daß man aus diesen Bauten
 etwas lernen kann, dann gehört dazu
	        
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