Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

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Haus M neren A ie die Da der 
tragenden Wände in eine Stützens- 
n S  Kolet möglich. Vier im Quadrat ste- DER TAG DANACH 
Schwechat-Wien, 1977 - 80 hende Stützen gehen durch die ganze 
& Höhe des Hauses; zwei davon bilden 
Architekt: Hermann Czech mit zwei weiteren (eine davon 
Mitarbeiter: Gustav Deutsch, Ingrid falsch) jedoch eine dreifache Pfeiler- 
Lapaine front, die Wohn- und Eßzimmer 
Die Landschaft im Südosten ist — im trennt. 
Gegensatz zum hügeligen Westen — Die Treppe bewegt sich um diese 
eben und gleichförmig. Das Grund- Stützen herum oder zwischen ihnen 
stück liegt ın einer noch weitgehend hindurch; der letzte Lauf windet sich 
einheitlichen Siedlung der 40er Jah- um einen herum. Die räumliche Be- 
re. Es grenzt an eine Geländestufe deutung der Treppe wechselt: zu- 
mit einer fast 12 m hohen grasbe- nächst führt sie aus der Kleiderabla- 
wachsenen Böschung, auf deren ge von hinten vor die Pfeilerfront ins 
Krone sich eine Baumreihe befindet. Eßzimmer, dann achsial durch die 
Sie bildet die einzige nichtbebaute Pfeilerfront zum Wohnraum, aus 
Aussichtsseite. Die konische Form SE DS en sie 7 
des Doppelgrundstückes schafft eine er neben der Pfeilerstellung und bil- 
herspektivische Längsachse zur Bö- det danach ein symmetrisches Po- VIER WOCHEN SPATER 
schung hin, auf die der Hausgrun- dest wie in einem Miethaus (die Ei- 
driß durch eine leichte Verdrehung genständigkeit der Kinderzimmer 
des Ostteiles eingeht. betonend). Dann führt ein Lauf ach- 
Dachform und Proportion der sial zwischen den vier Stützen zum 
Siedlungshäuser wurden übernom- Elternschlafgeschoß. 
men; das größere Raumprogramm Manche Schnitte erinnern an ein 
drückt sich in größerer Höhe aus. split-level-Haus; in anderen sieht 
Das Haus versucht sich über die Hö- man die Unterteilung der Höhe in 
he der Böschung zu erheben. Aufenthaltsräume (2,50 m hoch) 
Das von Loos gegebene Thema oder in Nebenräume (2,10 m hoch). 
des „Raumplans” wird umso schwie- Nur der Wohnraum ist höher, mit 
riger, je kleiner das Haus ist. Loos dunkler Decke, ein Ruhepunkt in 
selbst hat den Raumplan fast nie der Aufwärtsbewegung. In der nie- 
über mehr als zwei Geschossen ge- derösterreichischen Bauordnung ist 
führt; Küche und Eßzimmer liegen ein Einfamilienhaus ein „nicht mehr 
bei ihm — A voraussetzend — als AO oc = Friedensinitiative Stuttgarter Architekten 
meist in verschiedenen Ebenen. das ist erfüllt, obwohl für Nebenräu- : : 
Der Bautypus der tragenden Au- me insgesamt fünf Geschosse zur G. Kilpper, Stirnbrandstraße 8, 7000 Stuttgart 1 
Benwand mit Öffnungen („Kas mit Verfügung stehen. Gegenüber der 
Löchern”) ist für das Einzelhaus Abfolge Vorraum - Eßraum - Wohn- 
wohl kaum durch Sinnvolleres zuer- raum - Treppe sind die Einzelräume 
setzen. Wie schon bei Loos kommt sehr konventionell und der individu- zn ie 
der Raumplan außen nur andeu- ellen Einrichtung überlassen. An ARCHT” es offenbar ist, weniger zu kommen- 
tungsweise zur Erscheinung. Im In Hermann Czech tieren als vielmehr verschiedenartige 
Beiräge zu einem Thema zusammen- 
zustellen, was mir auch sehr gefällt. 
Aber den gleichen Mangel an Erläu- 
Vor Weihnachten habe ich die terungen habe ich auch im Detail, 
ARCH” abonniert, gleich auch eini- nämlich bei Bildunterschriften fest- 
ge ältere Nummern nachgekauft gestellt. So mußte ich zum Verständ- 
u.a, die Posener Kassette, und wäh- nis mancher Abbildungen den dazu- 
rend der Weihnachtstage darin gele- gehörigen Artikel sehr genau lesen, 
sen. Das hat mir sehr viel Freude ge- und selbst dann blieben oft noch Fra- 
macht, gefreut hat mich besonders gen offen, z.B. weiß ich bis heute 
der behutsame Sprachgebrauch der nicht sicher, wen das Foto über dem 
Artikel und die sorgfältige graphi- Beitrag von Gisbert Hülsmann über 
sche Gestaltung der Hefte. Aus dem Emil Steffann darstellt. 
Umstand heraus, daß Ihr in der Re- Als Beispiel für das, was ich mir 
daktionsarbeit wohl mit den Themen unter Vorbemerkungen und Erläu- 
der Artikel vertraut seid, scheint mir terungen von Bild und Text vorstel- 
jedoch ein Mangel zu kommen, der le, führe ich Euch Eure Veröffentli- 
das Lesen manchmal erschwert. So chung der Posener Vorlesungen vor 
wäre ich bei vielen Beiträgen um ei- Augen, mit den Vorbemerkungen 
ne Vorbemerkung dankbar, die das von Wolfgang Schäche und mit 
Umfeld des behandelten Gegenstan- knappen aber umfassenden Bildun- 
des oder der vorgestellten Personer- terschriften. 
klärt, so daß es auch einem weiteren Bitte nehmt diese Anregung auf, 
und uneingeweihten Publikum leich- zumal ich sicher bin, daß sie der 
ter möglich wird, Zusammenhänge Zielsetzung von ARCH” entspricht 
aufzuspüren. Hierfür dem Leser die und das Lesen Eurer Zeitschrift 
Möglichkeit zu geben, scheint mir noch erfreulicher macht. 
besonders bei der Darstellungsweise Viele Grüße 
der ARCH” wichtig, deren Tendenz Martin Breidenbach
	        

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