Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1984, Jg. 17, H. 73-78)

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wimmelt. Es ist die altberühmte, weil auf Erminger Mark—
ung liegende, sogenannte „Erminger Turritellenplatte“,
die gar keinen Zweifel daran aufkommen läßt, daß dort
oben zur Miocänzeit Meer und zwar der Strand eines
Meeéeres gewesen sei; denn alles weist auf Uferbildungen
hin. Dies wird bestätigt durch eine
Menge ähnlicher Plätze, die teils auf
derselben Höhe (Bahnhof Beimerstetten,
Oberstotzingen, Winterlingen bei Eb—
ingen), teils etwas tiefer (Grimmel⸗
fingen, Rammingen ꝛc.) längs des Do—
naurandes sich hinziehen, aber auch durch ganz Oberschwaben
Baltringen, Warthausen, Pfullendorf, Hausen a. Andelsbach,
Sießen bei Saulgau ꝛc.) zerstreut ganz
ähnliche Erscheinungen zeigen.
Natürlich kommen nicht überall die—
selben Versteinerungen vor; aber überall
trifft man Zähne und Wirbel von Hai—
fischen, Bohrmuscheln oder deren Löcher,
Schalen von Meerschnecken u. dgl. zum
teil in großer Menge und Mannigfal—
tigkeit. Solche Funde zeigen deutlich,
daß einst ganz Oberschwaben zur mitt—
leren Miocänzeit mit einem Meer bedeckt
war, das aber in unmittelbarem Zusam—
menhang stand mit dem Molassemeer in Oxxobina hastalis Atg. Hai
in der heutigen Schweiz (zwischen Alpen sischzabez eczenmölaffe.
und Jura) und ebenso mit demjenigen, üch
welches die ganze bayrische Hochebene bis Wien und Ungarn
hinab überzog. Dieses Miocänmeer dehnte sich etwa von
Lyon über Genf bis zum heutigen Schwarzen Meer aus
und hatte in Württemberg seine Westgrenze an dem Süd—
abhang der Alb. Diese selbst wurde wohl niemals
von demselben überschritten; vielmehr bildete stets
der obere Weißjura längs des heutigen Donaurands sein
Ufer, wie eben jene Bohrmuscheln bezeugen, die meist in
Juragestein (Weiß Jurans und Y sich eingenagt haben, und
denen man von Mengen bis Ulm und von Heldenfingen
bis Dischingen (OA. Neresheim) immer wieder begegnet.
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