Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

Experimentelle Gewölbebauten aus Lehmsteinen von Studenten 
Farben äußerst lebendig. Die Schattierungen und Stufen hat der Material differenzierte Putzer-Werkzeug weist auf hohe Kulti- 
Zufall eines langen Alterns und eines starken Gebrauches zuwege- vierung hin. 
gebracht. Wohnwandstücke stehen unter Denkmalschutz. Farbige Das Ziel der Architektur ist es, Räume zu schaffen. Räume leben 
Glanzputze aus Kalk, ähnlich den römischen und denen, die Carlo in den Materialien, aus denen sie gemacht sind. Die Kunst des 
Scarpa wieder verwendet hat, werden außen wie innen aufgetragen, Bauens ist es, in den Materialien die Räume zum Leben zu bringen, 
und der feuersichere Speicherbau erhält einen dicken Lehm- und ihnen sinnliche Qualitäten zu verschaffen. 
geglätteten Kalküberzug, der auch stärkstem Schlagregen bei Tai- So kann sich neben der Bautechnik mit diesem alten und neuen 
funen standhalten muß. Wände werden nicht nachträglich noch Material Lehm eine Baukultur nur dann entwickeln - und diese 
gestrichen, die oberste Putzschicht bildet die sichtbare Oberfläche. fehlt uns bisher -, wenn man gelernt hat, mit größerer Freiheit 
Lehm ist in Japan ein nichttragendes Wand- und Oberflächen- damit umzugehen und über das Notwendige hinaus Schönheit in 
material, dessen veredelte Verwendung bis in das 16. Jahrhundert Erscheinung zu bringen. Und die Schönheit einer Lehmwand 
zurückgeht. In jedem Stadium ist der Bau schön und äußerstsauber entsteht mit dem Kultivieren ihrer Oberfläche. Einige Versuche 
gearbeitet: das Wandgewebe aus Bambus, die Rohwand aus fettem dazu sollen die folgenden Bilder zeigen. 
Strohlehm und die einzelnen Putzschichten. Das in Größe und 
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