Full text: ARCH+ : Zeitschrift für Architekten, Stadtplaner, Sozialarbeiter und kommunalpolitische Gruppen (1985, Jg. 18, H. 79-83)

Eine Besonderheit dieses Programms ist das Patternkonzept: Ein ßen, Schraffuren usw. erfolgt unabhängig von der Zeichnungsgröße 
„Pattern“ ist eine zusammengehörige Polygongruppe, die mit nach Maßgabe des geladenen Zeichendatensatzes. 
einem Namen versehen sein kann. Jeweils ein Pattern ist „aktiv“, es Nach der Eingabe aller Wände und deren Verkoppelung lassen 
läßt sich auf dem Bildschirm heller darstellen und kann als ganzes z. sich halbautomatisch Räume sowie Fußboden- und Deckenplatten 
B. gedreht, gespiegelt oder skaliert werden. Darüber hinaus gibtes definieren und gleichzeitig Materialzuweisungen für die Raumflä- 
den Begriff der „Arbeitsebene“: In dieser Hilfsebene lassen sich chen vornehmen. Anschließend können automatisch die Massen 
vorübergehend verschiedene Pattern zu einer Gruppe zusammen- und Raumflächen sowie Leistungsverzeichnisse und Preisspiegel 
fassen, die dann wie ein Pattern bearbeitet werden kann. Die ermittelt werden. 
Bestandteile behalten jedoch dabei ihre Individualität und können Ein Treppenprogramm erzeugt automatisch dreidimensionale 
sogar in verschiedenen Datenebenen liegen. Allen Pattern lassen Treppen mit Verziehen der Stufen. Von den Gebäudedaten lassen 
sich Attribute zuordnen und können nach ihrem Namen gezählt sich jederzeit Perspektiven der Außenansicht oder von Schnitten 
oder gelistet werden. Über die Attribute können Materiallisten erzeugen. Über Abbruchgrenzen wird beim Plotten einer Zeich- 
erstellt werden. nung die Darstellungstiefe der Zeichnungsdetailes - passend zum 
Speziell für den Bereich Architektur gibt es Sonderbefehle. So Maßstab - gesteuert. 
lassen sich zum Zeichnen von Wohngrundrissen die einzelnen Von großer praktischer Bedeutung sind die Kopiermöglichkei- 
Räume als geschlossene Polygone erzeugen und dann mit einem ten. So können z. B. Teile von Grundrißdaten selektiv in andere 
Befehl die Außen- und Innenwände generieren. Nachträglich kön- Geschosse kopiert werden. Ebenso lassen sich für Reihenhausanla- 
nen jederzeit weitere Wände an den vorhandenen Grundriß ange- gen Teilgrundrisse zu größeren zusammenfügen, wobei auch Spie- 
bunden werden. Für den späteren Einbau von Fenstern und Türen geln möglich ist. 
ist die Option „Wandöffnung“ vorgesehen. Solche Einbauelemente 
sind sinnvollerweise als ganze Bauteilreihen in Bibliotheken abge- Abschließend soll nur noch kurz auf zwei CAD-Systeme eingegan- 
legt und können dann vom Datenträger abgerufen und plaziert wer- gen werden, die nicht in der Tabelle zu finden sind: Das erste Pro- 
den. gramm GEBÄUDEENTWURF (IEZ Bensheim) ist - ähnlich dem 
In der neueren erweiterten Version enthält dieses Programm die Programm von Bott - ein ganzheitliches System zur Planung 
Möglichkeit, eigene Programm-Module einzubinden, so zum Bei- (Zeichnung, Berechnung und Kalkulation). Auf meine Anregung 
spiel zur Variantenkonstruktion von Bauteilen im Dialog. Einzelne wurde es in Berlin von zwei Unternehmen einem intensiven Praxis- 
Softwarehäuser, für den Bereich Architektur z.B. Firma Konzel- test unterworfen. Im Gegensatz zum System von Bott, bei dem die 
mann & Blind, entwickeln solche Module. Darüber hinaus existiert einzelnen Grundrisse eines Gebäudes getrennt verwaltet werden 
jetzt auch ein 3-D-Modul. Nach Eingabe von Höhenkoordinaten (ihre Zusammenfassung für Ansichten erfolgt über eine sog. Aktua- 
für alle Bauteile und Dachflächendefinition lassen sich perspekti- lisierung) wird ein vollständiges dreidimensionales Modell des gan- 
vische Darstellungen als Drahtmodell oder mit gefüllten Wandflä- zen Gebäudes erzeugt. Dies erfordert einen größeren Rechner (ab 
chen erzeugen. PRIME 2250), der dann aber auch mehrplatzfähig ist. Grundrißein- 
gabe erfolgt über Wandachsen. Räumliche Darstellungen ein- 
schließlich der Dach- und Deckenkonstruktion sind ebenso mög- 
lich wie Werkpläne. Die Massenermittlung erfaßt alle Rohbau- und 
Ausbaugewerke. Im Anschluß an dieses Programm sind Wand-und 
Deckenelementierungen, Bewehrungszeichnungen sowie Finite- 
Elemente-Rechnungen möglich. 
ARCUS (Sinus Software) 
Dieses Programm läuft auf einem Rechner HP 9836 oder HP 9837 
und steht uns erst seit kurzem zur Verfügung. Ähnlich HP Draft 
erfolgt die Steuerung über ein Festmenü mit einem Freifeld im 
CAD-System Bott: Von Studenten erzeugter Grundriß EEE ER N arena en Sn 0 N - he EN 
Mes d 4 e , solort auf, daß das ganze „Bedienerhandbuch” lediglich aus 
runs ces Une DE hiekten „ Frof, Kernchen,  teqruckten Seiten besteht. Dies hat seinen Grund darin, daß hier 
der Versuch unternommen wird, dem entwerfenden Architekten 
Bott ein möglichst einfach zu handhabendes Werkzeug zu geben. Den- 
Das Architekturprogramm des Softwarehauses Bott gehört der noch können mit diesem Programm exzellente dreidimensionale 
kleinen Gruppe von CAD-Programmen, bei denen die graphischen Gebäudeansichten erzeugt werden. Auch hier erfolgt die Datenein- 
Daten für Massen- und Preisermittlungen oder eine allgemeine gabe grundrißorientiert. Die Wände werden über Achsen definiert, 
Textverarbeitung automatisch weitergegeben werden können. Die wobei ein Lineal - ähnlich dem einer Zeichenmaschine - mit einer 
Basis des Entwurfs eines Gebäudes ist das Erstellen der Grund- wählbaren Auflösung am letzten Wandpunkt liegt und ein lokales 
risse. Grundelement ist der Begriff „Wand“. Eine Wand bleibt -  Koordinatensystem definiert. Maßketten und Raumflächen lassen 
auch nach dem Verknüpfen mit anderen Wänden - ein eigener sich sehr leicht erzeugen und sind voll dynamisch, d. h., bei nach- 
Bauteil und kann über eine automatische Numerierung (Polygon- träglichen Lage-, Dicken- oder Längenänderungen werden die 
code) einzeln angesprochen werden. Jederzeit können in Wände neuen Zahlenwerte automatisch sofort ermittelt. Neben den Wän- 
Bauteile (Fenster-, Türmakros) eingefügt werden. Diese Makros den gibt es als dreidimensionale Objekte Schornsteine und Trep- 
enthalten neben ihrer Grundrißdarstellung auch Informationen pen (mit belibiger Lauflinie). Für Einbauelemente wie Türen und 
(2 D oder 3 D) für die spätere Darstellung von Ansichten und Fenster ist ein umfangreiches Typenprogramm mit beliebigen 
Schnitten des Gebäudes. Diese Makros können Variablen zur Abmessungen vorgesehen. Nachträgliche Änderungen, etwa einer 
Variantenkonstruktion enthalten und werden vom Anwender Türbreite, aber auch der Wanddicke sind jederzeit möglich. Ober- 
selbst erzeugt. Wenn die Ansichten dieser Bauteile - zur Vereinfa- geschosse entstehen durch weitgehendes Kopieren der darunter 
chung - nur zweidimensionale Informationen enthalten, werden liegenden Etagen mit den erforderlichen Änderungen, und die 
diese in der späteren perspektivischen Ansicht wie Plakate aufden Dachfläche wird durch Definition des Dachgrundrisses und 
Wänden dargestellt. Nachträgliche Manipulationen wie Drehen Angabe der Dachneigungen festgelegt. In der Folge sind beliebige 
oder Verschieben von Wänden lassen die Makros mitwandern. perspektivische Ansichten des Gebäudes darstellbar. Jede Ansicht 
Auch Anderungen der Brüstungshöhen sind möglich. wird als ein zweidimensionales „Bild” abgelegt und kann anschlie- 
Eine Besonderheit bei der Vermaßung ist, daß z. B. die Bema- Bßend - wie auch jeder Grundriß - mit dem Grafik-Editor weiter 
Bung aller Makro-Eckpunkte mit einem Befehl erfolgt. Dies bearbeitet werden. So lassen sich beispielsweise Teilgebiete 
bewirkt, daß auch ein nachträglich eingefügtes Fenster automatisch löschen oder schraffieren oder beliebige vordefinierte Makros hin- 
auf der Maßkette berücksichtigt wird. Jeder neue Bildaufbau führt zufügen. Bei allen diesen Vorgängen wird besonderer Wert auf ein- 
zur Neuberechnung aller Maßketten. Die Definition der Schriftgrö- faches und sehr schnelles Arbeiten gelegt. 
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