Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architektur und Städtebau (1988, Jg. 20, H. [93], Jg. 21, H. 94-97)

ANFORDERUNGEN VON BRITISH RAIL 
A m 20.1.1988 wurde das nach der Präsentation der Ent- 
wurfskonzepte im Dezembver 1987 überarbeitete Baupro- 
gramm den Architekten vorgestellt. Dieses überarbeitete Pro- 
gramm forderte die völlige Integration aller Betriebseinrichtun- 
gen von King’s Cross Station, St. Pancras Station und der neuen 
unterirdischen International Station. Eine solche Integration war 
in Hinsicht auf die Fahrgasteinrichtungen und den Fahrgastver- 
kehr beim ersten Entwurf verwirklicht worden, doch das neue 
Bauprogramm stellte noch komplexere und schwierigere Anfor- 
derungen. 
Die Probleme von Schnellpaketen, Zeitungen, Briefverkehr, 
der Lebensmittelversorgung von Zügen und dem damit verbun- 
denen Fahrzeugverkehr mußten gelöst werden. Ein integriertes 
Zirkulationssystem für die drei Bahnhöfe versorgenden Fahrzeu- 
ge war verlangt. Ebenso gemeinsame und bequeme Kurz- und 
Langzeitparkplätze. Der Bedarf an einer flughafenartigen Ge- 
päckabfertigung für Auslandsreisende wurde gleichfalls von Bri- 
tish Rail geäußert. Die Erfahrungen, die Foster Associates bei 
der Planung des Londoner Flughafen Stansted gesammelt hat- 
ten, waren bei einigen dieser Probleme direkt anwendbar. 
DAS TERMINAL-GEBAUDE 
Passau . Saar N er Entwurf des neuen Kopfbahnhofs zwischen den beiden 
assagierverbindungen zwischen dem neuen Terminal von D n : 
King’s Cross/St. Pancras und der Londoner U-Bahn großen Bahnhöfen hat große Aufme rksamkeit Sırept und 
tut es immer noch. Die große, gläserne Wölbung, die ihn überda- 
chen soll, wurde mit Bekanntwerden sofort zum allgemeinen Ge- 
sprächstoff. Der Kritiker Gavin Stamp von Daily Telegraph rea- 
gierte heftig und bezeichnete sie als „mönströs‘“. Die Royal Fine 
Art Commission ist bis jetzt noch nicht von dem Konzept über- 
zeugt und befürchtet, daß „die Form weder stark genug ist, die 
notwendige architektonische Aussage zu machen, noch einla- 
dend genug, einen angemessenen Eingang zum Bahnhof zu 
schaffen.“ Martin Pawley in The Guardian hält sie für „fort- 
schrittlich und in großartiger Weise logisch“. 
Paradoxerweise sind Foster Associates nicht sehr beunruhigt 
durch die ablehnenden Reaktionen auf ihr Konzept. Gavin 
Stamp ist hierfür ein typisches Beispiel. Es ist schließlich eine Tat- 
sache, daß einige unser beliebtesten Gebäude wie z.B. das House 
of Parlament noch vielmehr geschmäht wurden. Und Gladstone 
hielt nicht viel von Gilbert Scott’s Entwurf für das Außenministe- 
rium, der dann versetzt wurde und jetzt die Vorderseite von Bar- 
low’s ist. Pancras Station bildet. Die Geschichte der Musik, der 
Malerei und der Literatur ist voll von Beispielen großer Kunst- 
werke, die zu ihrer Schaffenszeit verschmäht wurden, aber heute 
geachtet und geliebt werden. 
Bei der Halle geht es um die richtige Form der Wölbung um ei- 
C . ne feinfühlige Beziehung zu den beiden Bahnhöfen zu schaffen. 
. Das sind herausfordernde Probleme. Sie sind natürlich jetzt noch 
nicht gelöst. Aber die Architekten vertrauen ihrem ursprüngli- 
chen Konzept. 
Sie haben darüber im Büro und mit Ashley Barker von English 
Heritage und Julian Harrap, dem Denkmalbeauftragten von 
London Generation Consortium, diskutiert. Beide sind respek- 
tierte Autoritäten, deren Meinung über die Beziehung zwischen 
 Mezzanine Bahnhofshalle neuen und alten Gebäuden als wichtig und maßgebend angese- 
A Ebene Geschäfte hen werden muß. Beide Experten haben kürzlich in einem Ge- 
4 n ED AED (Fr ührsitäh ERoltreppen) spräch mit Foster Associates das Konzept der „Vervollständi- 
U-Bahn Ankunft/-Abfahrt gung der Hallen-Familie“ befürwortet. die Architekten stimmen 
Internationale Ankunft mit beiden überein, daß die Beziehung zur Struktur der denkmal- 
1 N DENE HEEMANGTUKT Zugverkehr geschützten Bahnhöfe im einzelnen noch zu verbessern ist. Sie 
Fluchtwege wird überarbeitet: Wie auch immer, keiner der beiden Experten 
Zugang zur Picadilly und Northern Line hat in irgendeiner Weise den Architekten geraten, aufzugeben 
Zugang zur Victoria Line . . x T 
Zugang zur Metropolitan Line und die Idee einer großen Halle fallen zu lassen. In dieser Weise 
MM L.U.L. Verbindungshalle ermutigt, werden Foster Associates daran weiterarbeiten. 
Foster Associates 
af)
	        

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