Volltext: ARCH+ : Zeitschrift für Architektur und Städtebau (1988, Jg. 20, H. [93], Jg. 21, H. 94-97)

Einschätzung der Probleme und Hindernisse an Der zu Projektbeginn initiierte Expertenkreis mit lokalen 
ausgewählten Beispielen Fachleuten zur Beratung und Information der Politiker und Ver- 
waltung wurde leider wieder ausgesetzt aufgrund ungeklärter 
Der ganzheitliche Ansatz des Modellprojektes „Ökologische Und unverbindlicher Arbeitsstrukturen und Auftragsvergabebe- 
Stadterneuerung“ wirft eine Reihe von Schwierigkeiten auf. Er dingungen. Damit wurde ein wichtiger Ansatz zur Veränderung 
erfordert von Seiten aller Beteiligten — der Verwaltung, des Sa- innerhalb der Verwaltung aufgegeben. 
nierungsträgers, der Bewohner usw. - einen hohen Informations- 
stand bezüglich der ökologischen Inhalte sowie einen verstärkten Gebäudemodernisierung 
Koordinierungsaufwand in der prozeßorientierten Planung, mit Die Fi ; ürdi ä Si 
. S 5) ie Finanzierungsbedingungen für 
der noch kaum Erfahrungen bestehen. Die Vermittlung zwischen ind mit d % ah E b sch Erin REDNER LINE 
den verschiedenen Ansprüchen aus dem Stadtteil heraus, ökolo- Em CM Ma nah menbe7OFSNEN FFOSTAMMPIEN N Stadiral 
ischen Zielsetzungen sowie unterschiedlichen Or anisations- PH worden. Der Zuschu Dean PrO MWORTNE A000 
Srukturen stellt haufi eine Gratwander d 8 DM für Instandsetzungen und 25.000 DM Darlehen für Moderni- 
ß UN Car sierungen. Ökologische Maßnahmen werden zu 100 % zusätzlich 
; _- N . . . finanziert. Für das Haus Hessestr. 13 — das Modellhaus — wurden 
Bürgermitwirkung/Offentlichkeitsarbeit 600.000 DM für Instandhaltung und Modernisierung und 500.000 
Da es nicht nur um die Verbesserung der Wohnverhältnisse geht, DM zusätzlich für ökologische Maßnahmen veranschlagt. Er- 
sondern alle Lebensbereiche des Stadtteils umfaßt, nehmen die Staunlich ist, daß bisher noch keine Förderanträge gestellt wur- 
Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung einen hohen Stel- den, was ein Hinweis darauf ist, daß der Anreiz privater Investi- 
lenwert ein, in der neue Formen der Stadtteilarbeit benötigt wer- tOonen bisher noch nicht erfolgreich war. 
den. Auszugsweise seien einige verwirklichte Ansätze genannt: Das Ökozent 
®@ die Einrichtung eines Stadtteilladens unter der Trägerschaft ZEHN 
des Sanierungsträgers und des Amtes für Wohnen und Stadter- Ein altes Fabrikgebäude in der Hessestr. 4 wird zur Zeit zu einem 
neuerung. Er ist mit einer Soziologin und zwei SozialarbeiterIn-  Okozentrum umgeplant, das folgende Funktionen übernehmen 
nen besetzt. Die Aufgaben im Rahmen des Projekts umfassen soll: Modellprojekt in baulich-technischer Hinsicht für ökologi- 
u.a.: Information, Beratung, Motivation und Diskussion von sche Lösungsmöglichkeiten, Ausstellungen, Büro- und Verwal- 
Planungskonzepten und -alternativen, Anlaufstelle für Bewoh- tungsräume, Treff- und Arbeitsmöglichkeiten für private Grup- 
ner” : . . pen, Initiativen bzw. Versammlungsort. Ein Trägerschaftskon- 
® Offentlichkeitsarbeit über Informationsbroschüren, Flug- zept ist zur Zeit in Arbeit. Es ist jedoch schwierig, Nutzergruppen 
blätter, Zeitungsberichte zu finden, die die Organisation und Finanzierung übernehmen 
® Bildungsangebote können. 
® Herausgabe einer Stadtteilzeitung (eigene Redaktion KA 
5 : g (eig ) Trotz der genannten Schwierigkeiten halten wir den Ansatz in 
® Veranstaltung von Stadtteilkonferenzen Gostenhof-Ost für ei Weg indie richtige Rich Der A 
® in Planung: in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Alf- satz umfaßt Bereiche. die At Rot köm Ch Wera drüben 
ter und Bewohnern soll die Straße wieder als Lebensraum erleb- Ss EN WETTE DE 
bar werden der. Stadterneuerung nicht gemessen werden können, da nicht 
. Den a. . ? DE nur „Bauwerke“ entstehen, sondern viele unsichtbare Prozesse 
Eine mögliche Chance für eine erfolgreiche Bürgermitwirkung jn Gang kommen, wie z.B. Verhaltensänderungen der Bewohne- 
aD Ar N ten die Ua N WORTE Gostenhof-West nicht Innen. Es liegt im Wesen der Verwaltung, Institutionen und der 
N Kkıbeit se rd N ORRAFS a Ce rt bare nie öffentlichen Meinung, nur sichtbare Maßnahmen anzuerkennen 
Kontak Zt "aNgjahrıge JOKalc KENNAMNSSE UNC DEISONHICNE und weniger die kleinen, unsichtbaren Verbesserungen für den 
en te rw Der Status der Soziologin ist ebenfalls schwie- Alltag der BewohnerInnen. „Gesundheit und Wohlbefinden, 
de e sie m EA ACH gegenüber direkt weisungsgebunden das Angebot und die Chancen zur Entwicklung des Lebensrau- 
ist und im Konfliktfall nicht die Interessen der Bewohner vertre- mes für die alltägliche notwendige Tätigkeit und Arbeit sind der 
ten kann. Die Aufgabe des Stadtteilladens ist den Bewohnern Maßstab, an dem die Ökologie in der Stadt bewertet werden 
noch unklar — Soll dort die Planung der Verwaltung „verkauft“ kann.“ 
werden oder ist er Beschwerdestelle für Ärgernisse im Stadtteil? 
Die Informations- und Beratungsangebote in direktem Zusam- Anmerkungen: 
menhang mit der Erneuerung werden bisher noch kaum ange- 3 A U A REES En 
Ba 54; a CK ürnberg-Gostenhof-Ost: Neue Ansätze in der Stadterneuerung? „Erfahrun- 
BOMMEN. Unabhängig von städtischer Initiative hat sich jedoch gen und Einschätzung der vereinfachten und ökologisch orientierten Stadter- 
eine Wohnblocknachbarschaft (in der Bauerngasse/Gostenhofe- neuerung“ — Studienarbeit GH Kassel, Studienbereich ASL, WS 87/88 
ner Hauptstraße/Elsnerstraße) gegründet, die Planung und Ver- Alle in der Arbeit verwandten Photos und Pläne sowie die Stadtteilbeschrei- 
tan x rar . bung sind von P. Tempel und K. Meinetsberger 
waltung für ihren Freiraum selbst in die Hand nehmen will. z Schritenreihe des Bundesbauministeriums für Raumordnung, Bauwesen und 
Städtebau (Hrsg.) 
„Nürnberg-Gostenhof — Modellvorhaben zur vereinfachten Stadterneue- 
Rolle der Stadt rung“, Bonn 1985 
Ä . Umweltbundesamt Berlin (Hrsg.) 
Die Stadtverwaltung will im ökologischen Erneuerungsprozeß „Sanierungskonzepte der ökologischen Stadterneuerung — Konzeptstudie zum 
keine Vorreiterrolle einnehmen, sondern eher passiv als Kataly- % SEM Up tne GENE OR.  eotoel des Ausschusses für Stadtfor- 
sator wirken. Dieses an sich behutsame Vorgehen nutzt jedoch schung, Stadtentwicklung und Stadterneuerung“, Nürnberg Januar 1986 
nicht die Handlungsspielräume aus, die einer Kommune tatsäch- ; A Ka 
lich zur Verfügung stehen, wie z.B.: 1986 ; I 
® die Ausrüstung der öffentlichen Gebäude mit Energie- und 5) Amt für Wohnen und Stadterneuerung — Stadt Nürnberg (Hrsg.) 
Wassersparvorrichtungen „Erwartungsrahmen für die ökologische Stadterneuerung Gostenhof-Ost“, 
Nürnberg Mai 1986 
® Fassaden- und Dach rünungen sowie Baumpflanzungen ‚ AG Nürnberg-Plan — Stadt Nürnberg (Hrsg.) „Arbeitshilfe zur ökologischen 
chbegrünunge pP g 
imöffentlichen Raum Erneuerung in der Stadt - Möglichkeiten privater Maßnahmen und deren För- 
> ; e Zn derung durch die Stadtverwaltung“. Gutachten von R. Sellnow, Nürnberg Ok: 
® ökologische Buchführung in öffentlichen Einrichtungen a  OME nn elähs dem Exnch llenWoh: dstäd 
© * wa . 4 ) 10 Ör erungsmitte aus dem xperımente en Wohnungs- un! tädte- 
9 Auftragsvergabe mıt Bindung an Ökologische Minimalstan bau + 4 Mio DM Förderungsmittel aus dem Städtebauförderungsgesetz = 12 
dards Mio DM insgesamt für Gostenhof-Ost bezogen auf 5.500 Einwohner; 10 Mio 
® Verhandlungen mit Versorgungsunternehmen über die Mög- % NEE TE  hwohner 
. . } rbeıtsgemeıinscha Orner, Neubeck, kKabıen 
lichkeiten dezentraler Ver- und Entsorgung etc. Ökologische Sanierung Hessestr. 13, Nürnberg Gostenhof-Ost, Januar 1987. 
® im Bereich der gesamten kommunalen Aufgaben: Vekehrs- 0) Kia ? trag des Evangelischen Siedlungswerks 
Kann = - ülbusch, K.-H. 
planung, Müllwirtschaft, Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft, „Naturschutz und Landschaftspflege zwischen Erhalten und Gestalten“, Jahr- 
Bebauungs- und Flächennutzungsplan buch für Naturschutz und Landschaftspflege, Heft 33, 1983 
HR
	        

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