Full text: Projekt einer Elektrischen Centrale für die Haupt- und Residenzstadt Stuttgart

32 — 
Diese Kostenverteilung auf die verschiedenen Betriebsarten giebt zwar wegen des 
vielfachen Ineinandergreifens der Betriebseinrichtungen und dem gegenseitigen Ausgleich 
des Energieverbrauches kein absolut genaues Bild, doch genügt dieselbe, um die Betriebs- 
kosten der einzelnen Verwendungsarten mit hinlänglicher Genauigkeit zu bestimmen und 
hiernach einen gerechten Tarif zu entwerfen. 
Einnahmen. 
Zu den in vorstehenden Tabellen pro Hektowattstunde berechneten Ausgaben ist, 
um der anfänglich unvollständigen Ausnützung der Anlagen Rechnung zu tragen und um 
ferner einen angemessenen Überschuss aus dem Unternehmen zu erzielen, bei Festsetzung 
des Tarifs ein entsprechender Betrag hinzuzurechnen und möchte ich daher die folgenden 
bei Berechnung der Einnahmen (Beilagen IV a—d) zu Grunde gelegten Tarifsätze empfehlen, 
1. Für die Privatbeleuchtung habe ich im ersten Ausbau je nach der Brenn- 
dauer einen Preis von 6,5—7,5 A im zweiten Ausbau einen solchen von 4,5—5,5 A pro 
Hektowattstunde, also durchschnittlich 7 bezw. 5 ff angenommen. 
Zur Beurteilung der hiernach von den Konsumenten zu bezahlenden Stromkosten 
für Glüh- und Bogenlampen habe ich die Einheitspreise pro Stunde in nachstehender 
Tabelle zusammengestellt : 
Leuchtkraft Stromverbrauch Preis pro Brennstunde in Pfennig 
Lampensorte in in 
Normalkerzen Hektowatt 1. Ausbau 2. Ausbau 
Glühlampe . 0,2 . 1.0 
07 
2,5 
. U 4,0 
Be 22 1,0 70 5.0 
Bogenlampe . .... ca. 600 N 78,0 20,0 
„ 1000 6.0 42,0 30.0 
2. Für die Strassenbeleuchtung, welche voraussichtlich erst im zweiten Ausbau 
angeschlossen werden wird, wurde ein Tarit von 2 A pro Hektowattstunde zu Grunde gelegt, 
so dass eine Glühlampe von 16 Kerzen für 1,0 A und eine Bogenlampe von ca. 800 Kerzen 
für 10 „f elektischen Strom pro Stunde verbrauchen würde. 
3. Für die Privatmotoren wurde pro Hektowattstunde ein Preis von 1,75 bis 2,25 .} 
im ersten und von 1,5 bis 2 A im zweiten Ausbau in Ansatz gebracht. 
Diese Beträge entsprechen einem Preis von ca. 13,5 bis 20,25 „f pro effektive Pferde- 
kraftstunde, da eine Pferdekraft an der Riemenscheibe der Motoren mittlerer Grösse durch- 
schnittlich 9 Hektowatt erfordert. 
Dieser Preis bietet dem Kleingewerbe im reichsten Masse Gelegenheit, sich eine billige 
Betriebskraft zu sichern, da die Elektromotoren sehr wenig Raum, sehr wenig Schmiermaterial 
und fast gar keine Bedienung bedürfen und da die Verzinsung und Amortisation des für die- 
selben aufzuwendenden Anlagekapitals nur etwa ein Dritteil von derjenigen für Gasmotoren 
beträgt. 
4. Für den Betrieb der Strassenbahn würde ich für den ersten und zweiten Aus- 
bau einen Tarif von 1,5 -f$ pro Hektowattstunde am Schaltbrett der Unterstation, wo die ge- 
lieferte Elektrizität bequem gemessen werden kann, empfehlen. 
Bei Annahme dieses Tarifes würden sich die Kosten für den an der Arbeitsleitung 
abgegebenen Strom zum Betriebe von 21 Wagen im ersten und 38 Wagen im zweiten Aus- 
bau pro Jahr auf ca. 110000 beziehungsweise auf 200000 ./, also durchschnittlich pro Motoren- 
wagen und Tag auf 4 14.5 belaufen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.