Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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gewendeten Seitenflächen der Zehen aussehen. Hier vor allem findet 
sich die übelriehende Schmiere, im Volksmund Fußkäse genannt, hier 
vorzugöweise ist die - Haut wund, die Oberhaut unnatürlich auf- 
geweiht, wie angeäzt oder schilferig und wenn die Zehen unnatürlich 
zusammengekrümmt sind, findet man denselben Zustand überall da, wo 
zwei Hautflächen aneinander gepreßt sind, während überall da, wo eine 
Hautfläche frei an den Strumpf grenzt, von der Sohlenflähe und 
etwaigen Hühneraugen abgesehen, die Haut ihre natürliche gesunde 
Beschaffenheit hat. 
v-) war früher nie eigentliher Fußshwiter, aber im Sommer 
wurde 1ch doch regelmäßig zwischen den Zehen wund. Mit Annahme 
des Normalschuhes mit Zehenscheidewand veränderte sich nun die Sache 
folgendermaßen. In der Spalte zwishen großer Zehe und ihrer Nach- 
barin, in welche sich die mit der Wollstrumpffalte überzogene Scheide- 
wand legte, bekam die Haut bald eine völlig natürliche Beschaffenheit, 
sie wurde glatt und rein, von Fußkäseansammlung kaum eine Spur 
und von Wundsein natürlich ebenfalls nicht das mindeste. In den 
übrigen Zehenspalten trat zwar auch ein Fortschritt zum Bessern ein. 
Die durch den Wollschuh geschaffene bessere Ausdünstung verhinderte 
die starke Durchweichung der Oberhaut und das daraus entspringende 
Wundwerden, aber die Haut war doh nicht normal, sie war schilferig, 
unrein, schälte sich in ganzen Fetzen und in den Winkeln bildeten sich 
stet3 käsige Ansammlungen, die zwar, weil tro>ener und deßhalb der 
käsigen Gährung weniger ausgesezt, nicht mehr so übelriehend waren 
wie früher, aber eben doch kein Parfüm ausströmten. Dabei belästigte 
mich an Stelle des früheren Brennens öfters ein lästiges Beißen, ähnlich 
dem von vernarbenden Wunden, während in der Spalte zwischen großer 
Zehe und ihrer Nachbarin mit der vollständigen Reinheit auch voll- 
ständiger Friede herrschte. 
I< schrieb diesen Unterschied dem Umstand zu, daß in der letzteren 
Zehenspalte nicht mehr Fleisch an Fleisch liegt, während das bei den 
anderen der Fall ist, und erinnerte mich jeht auch, daß es Fuß- 
shwitzern große Erleichterung bringt, wenn sie jede Zehe einzeln mit 
einem Läppchen umwickeln -- ich hatte mir früher einfach einen Lein- 
wandstreifen zwischen den Zehen auf und ab durc<hgeschlungen. =- Das 
zusammen veranlaßte mich zur Konstruktion des „Zehenstrumpfes“, 
den die Besucher der württembergischen Landes8gewerbeausstellung in 
dem das Wollregime zur Darstellung bringenden Schranke gesehen 
haben werden; derselbe besikt gerade wie ein Handschuh für jede Zehe 
ein eigenes Futteral. | 
Diesen Strumpf trage ich mit ganz kurzer Unterbrechung seit 
Anfang August und kann nur sagen, der Erfolg ist bei mir ein absolut 
vollständiger. Die Haut aller meiner Zehen ist eben so schön, rein 
und normal, wie die der Finger meiner Hand, keine Hautabschilferung, 
feine übelriehenden käsigen Ansammlungen und kein Juen mehr; auch 
die Verkrüppelungsstarre hat einer ganz hübschen aktiven und passiven
	        

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