Der: BliF ist viel freier, während vorher immer ein Druck: auf den Augen lag
und der Blik umnebelt war. Die Verdauungsorgane vollziehen ihre Thätigkeit
wieder regelmäßig , während vorher die Entleerung nur mit Pillen bewerkstelligt
werden konnte; der Magen kann wieder alle Speisen und Getränke aufnehmet.
Ein Uebelstand ist jedoch noch nicht beseitigt und über diesen möchte ich um-Ihren
gütigen Raty bitten, nämlich das einseitige Schwiten auf der rechten Seite,
namentlich an Kopf und Oberkörper und das Singen im linken Ohr. Das ein-
seitige Schwitzen ist eine sehr merkwürdige Erscheinung, die schon manchen Arzt
in Erstaunen sekte, allein keiner konnte mir über die Entstehung Auskunft geben.
An den Füßen ist es umgekehrt, da sc<wißt der linke Fuß viel stärker als der
rechte. Bei der geringsten Erhizung perlt auf der einen Seite rer Sc<weiß,
während die andere tro>en bleibt.“ Anmerkung des HerauSsgeber8: Die
Ursache ist sicher ein Duftstoff, denn mir ist jemand bekannt, der halbseitig schwitzt,
wenn jemand neben ihm Salat ißt, ferner führen die Homöopathen mehrere
Arzneistoffe auf, welche halbseitigen Schweiß erzeugen, z. B. Lulsatilla (Küchen-
sjchelle). Nachschrift: Ueber einen soeben avisirten Rückfall des Patienten werde
ich später berichten.
Zeistungsfähigkeitf Wolkener: Auf der am 9. Oktober stattgefundenen Zu-
jammenkunft Wollener im Lammwirthshaus auf dem Kniebis bei Freudenstadt
erschienen zwei Stuttgarter woliene (Kymnasiasten (Primaner), die den ganzen
Weg -- circa 93 Kilometer! =- in 21 Stunden zu Fuß zurückgelegt hatten. Sie
marschirten die Nacht durch und schliefen einmal eine halbe Stunde lang im ein-
fachen Anzug im Gras am Weg, der Boden war naß, die Nacht kalt. Geschadet
hat es keinem , sie waren den ganzen Tag trotz der durc<hmarschirten Nacht so
munter wie die Übrigen Theilnehmer, die gefahren kamen. Zu bemerken ist, daß
sie nicht, wie man sagt, „eingelaufene“ Leute sind, sie gehen für gewöhnlich nicht
mehr als andere Menschenkinder auch.
Zur Zähmungslehre. Brief an den Herausgeber : „Mit größtem Interesse
habe ich Jyr Buch „Entde>ung der Seele“ gelesen. Wenn ich beim ersten Durch-
lesen auc) noch nicht alles verstanden, so ist mir doch vieles klar geworden und
ich wage mich jet schon einen begeisterten Anhänger Ihrer bahnbrechenden Lehre
zu. nennen. Zu dem Kapitel „Verwitterung“ habe ich diesen Sommer einen Fall
erlebt, den ich Ihnen nicht vorenthalten mag:
Mein Freund L., Nittergut5besizer in B. bei Goldberg, kaufte vom Post-
sekretär N. in Goldberg einen Jagdhund, derselbe war von letzterem aufgezogen
und sehr gut gehalten worden. Als der Hund auf dem Gute angekommen, wurde
er in der Stube gehalten, in welcher wir =- Herr L., dann ein Freund des Be-
sibers und ich =- uns aufzuhalten pflegten. Als Hundeliebhaber versäumten wir
alle drei nicht, denselben zu liebkosen und dadurch an uns zu gewöhnen. Dies
gelang uns auf gleiche Weise. Nach einer Woche versuchten wir den Hund mit
auf die Entenjagd zu nehmen, allein spornstreichs eilte er nach Goldberg zum
früheren Herrn, Als er andern Tages wieder gebracht worden war, empfahl ich,
dur< Jhr Buch belehrt, Herrn L., ihm seinen Schoßduft um die Nase zu streichen.
Herr L, that dies auch Abend3 vor dem zu. Bette gehen und die Wirkung war
überraschend. Der Hund ging den folgenden Tag nicht mehr von der Seite
seines Herrn und alle Versuche, den Hund an uns zu lo>ken, waren vergeblich ;
aber no< mehr: Wir gingen selbigen Tags noc< nach Goldberg, besuchten mit
dem Hund dessen früheren Herrn, welcher nun ebenfalls versuchte, den Hund an
fich zu lo>ken -- alles vergebens, ohne Widerspruch folgte er seinem neuen Herrn.“
Zur Lehre vom Pflanzentrieb : Diejenigen, welche sich für meine Lehre
von der „Seele der Landwirthschaft“ interessiren, benachrichtige ich vor-
läufig, daß ein Vegetationsversuch mit Kartoffeln und Mist von fünferlei Thieren
beendet und vollkommen bestätigend für meine Lehre sowohl nac<h der Richtung
des Ertrags als der Shmadhaftigkeit aus8gefallen ist. J<h behalte mir .vor, so-
bald es der Raum erlaubt, das Nähere mitzutheilen, denn es muß im Interesse
der neuen Mitglieder meines Leserkreises, die meine Lehre noch nicht kennen, eine
furze AuSeinandersezung derselben im Blatt vorausgehen.