Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1882, Bd. 1, H. 1/12)

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nach dem Essen in ein voll mit Eßgeruch gefülltes Zimmer, so ist nach 
wenigen Minuten aller Geruch verschwunden. J< bemerke hier aber 
ausdrücklich, da ich mich nie mit fremden Federn schmücken will: diese 
lvftreinigende Wirkung der Platinlampe waren andern 
s<on vor mir bekannt. Was ich aber zuerst erkannte, ist Fol- 
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Wenn man dem Weingeist eine geringe Menge Ozogen bei- 
misä *, so wird dieses zunächst nicht verbrannt, sondern anhaltend in 
feinster Vertheilung. der Zimmerluft beigemengt. Hier wirkt es nun 
doppelt: einmal zerstört es in ihr die üblen Gerüche, dann aber dringt 
es bei der Athmung in unseren Körper und entfaltet dort seine duft- 
mordende Thätigkeit in einer geradezu fabelhaften Weise. 
Eines meiner früheren Uebol, und zwar eines der lästigsten, waren 
die Blähungen während der Verdauung und zwar in Form von Ma- 
genwinden mit Sodbrennen ur? Darmwinden. Dieses Leiden hat sich 
unter Einfluß des Wollregimes “"'gendermaßen geändert: Die Magen- 
winde und das Sodbrennen habe.c als tägliches Leiden vollständig 
aufgehört, allein gelegentlich einmal konnte die Sache doh wieder, wenn 
auch viel milder, auftreten, in8besondere eben auch wieder im Winter. 
Die Darmwinde hatten dagegen keine so radikale Aenderung erlitten, 
sie waren zwar viel seltener und weniger lästig als früher, aber eben 
do< eine täglihe Erscheinung und nach dem Genuß von blähenden 
Speisen, wie Hülsenfrüchten, manchmal recht häufig. 
Seit ich die Lampe brenne (eine im Studierzimmer, die andere 
im Wohnzimmer und zwar als „ewiges Licht“, d. h. mindesten3 den 
ganzen Tag und seit sieben Wochen) ist eine gewaltiges Aenderung ein- 
getreten. Von Magenwinden und Sodbrennen habe ich in all den 
fünf Wochen nicht eine Spur mehr gehabt. Die Darmwinde bleiben 
oft Tage lang so gut wie vollständig aus, kommt doch noh einer, so 
ist er in der Regel fast geruchlos, selbst im schlimmsten Fall nicht ent- 
fernt so übelriehend, wie das früher fast Regel war. Besonders inter- 
essant sind zwei Experimente mit Hülsenfrüchten. 
Beim ersten mit Linsen, die mich stets stark blähen, blieb ich den 
ganzen Nachmittag im Zimmer unter Einwirkung der Lampe, und die 
Verdauung ging fast spurlos und geruchlos vorüber! 
- Beim zweiten mit Erbsen wurde die Lampe erst drei Stunden 
nach dem Essen angezündet und wirkte eine Stunde auf mich. Wäh- 
rend dieser Zeit kam keine einzige Blähung. Nun ging ich in die 
Stadt; nach kurzer Zeit traten sie ein und zwar oft und reichlich wäh- 
rend der etwa 2"/2 Stunden, die ich auswärts, meist auf der Straße, 
zubrachte. Kaum war ich zu Hause, so ließ die Sache nach, aber nur 
in einer Richtung sehr auffallend, es kamen noch Blähungen allein fast 
völlig geruchlos und etwa um 8 Uhr Abends war alles aus. I< 
arbeitete dann an dem Tag anhaltend am Stehpult von 9 Uhr Abends 
bis 3 Uhr Nachts bei der Platinlampe. und in dieser ganzen langen 
Zeit erschienen gar keine Blähungen mehr.
	        

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