Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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terprise“ sagt, daß der erste Verkehr zwischen Eingeborenen und' Cu- 
ropäern beständig Fieber, Dysenterie, oder irgend welche andere 
Krankheiten mit sich bringt, welche eine große Anzahl der Bevölke- 
rung hinwegrafft. Er bestätigt wiederholt, daß es eine Thatsache 
ist, die nicht bestritten werden kann, daß die meisten Krankheiten, die 
auf der Insel gewüthet haben, während seines Aufenthalts daselbst 
durch Schiffe eingeführt wurden. Was diese Thatsache merkwürdig 
macht, ist der Umstand, daß sich manchmal kein Anzeichen von 
Krankheit bei der Schiffsmanns<aft zeigte, welche die 
zerstörende Importation hätte übertragen können. Diese 
Darlegung ist nicht ganz so außerordentlich wie es zuerst erscheint, 
da verschiedene Fälle vorgekommen sind , wo die böSartigsten Fieber 
aus8brachen, obgleich diejenigen, welche die Ursache davon waren, ver- 
schont blieben. Am Anfang der Regierung George's 111. wurde ein 
Gefangener, welcher eingekerkert gewesen war, in einem Wagen mit 
vier Constabeln vor eine Magistratsperson geführt, und obgleich der 
Mann selbst nicht krank war, starben die vier Constabler an einem 
furzen Faulfieber (Dieser Fall ist reine Vergiftung der Constabler 
durch den Angststoff des Gefangenen. Jäger.) ; die Ansteckung erstreckte 
sich auf Niemand weiter. Aus diesen Thatsachen geht hervor, daß 
die Ausdünstung von einem Trupp Menschen, die für einige Zeit 
zusammen eingeschlossen, giftig war, wenn andere sie einathmeten. 
Da dem so zu sein scheint, ist es nicht mehr erstaunlich, daß der 
Körper des Nebenmenschen, direkt nach dem Tode und ehe Fäulniß 
eingetreten ist, oft von so schädlicher Eigenschaft ist, daß der bloße 
Stich eines Instrumentes bei der Sektion desselben tödtlich ausfällt. 
Capitain Beechey konstatirt, daß die Bewohner von Pitcairn, 
Jsland, fest überzeugt sind, daß sie nach der jedeSmaligen Ankunft 
eines Schiffes an Hautkrankheiten und anderen Unpäßlichkeiten leiden. 
Capt. Beechey schreibt dies dem Wechsel in der Diät während der 
Zeit des Besuchs zu. Dr. Maculloch sagt, „es wird behauptet, daß 
bei der Ankunft eines Fremden in St. Kilda alle Einwohner =- im 
Allgemeinen ausgedrüt =- sich erkälten.“ | 
Dr. Macullo< hält die ganze Sache, obgleich früher oft be- 
stätigt, für lächerlih. Er fügt jedoch hinzu: „die Frage wurde durch 
uns an die Bewohner gestellt, welche einstimmig die Wahrheit der 
Geschichte zugaben.“ =- In Vancouver's Reisebeschreibung ist eine 
einigermaßen ähnliche Darstellung in Betreff Otaheiti's. Dr. Dief=- 
fenbacß fonstatirt in einer Notiz zu einer Uebersezung dieses 
Journals, daß dieselbe Thatsache von den Bewohnern der „Catham 
Jslands“ allgemein geglaubt wird, ebenso in Theilen von Neu See- 
land. Es ist unmöglich, daß dieser Glaube allgemein geworden sein 
könnte, in den nördlihen Hemisphären, bei den Antipoden und in 
vem Pacific, ohne einigen guten Grund. Humboldt sagt, daß die 
großen Epidemien in Panama und Callao „bezeichnet“ sind durch 
die Ankunft von Schiffen von Chile, weil das Volk dieser gemäßigten
	        

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