Volltext: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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schen Heiterkeit und Niedergeschlagenheit, tro>ene Haut mit Jucken, Stechen und 
Aufschießen rother Knötchen , Eingenommenheit des Kopfes, dumpfe Schmerzen 
in Schläfe und Scheitel, Klopfen, Jucken und Saußen im Ohr, entzündliche Rei- 
zung der Augenlider, Herzklopfen , Pulsgefühle im ganzen Körper, Fieberbewe- 
gung, Stocschnupfen mit tro>ener empfindlicher Nasenschleimhaut , Luftröhren- 
fatarrh, Blutandrang nach den Lungen, Troenheit und Hitze im Mund, Zusam- 
menschnürungsgefühl im Schlundkopf, Verdauungsstörungen bis zu Kolik und 
Stuhlzwang, schmerzhafte Gefühle im ganzen Harnapparat, Harn vermehrt und 
wässerig oder wenig und stark gefärbt , Reizungserscheinungen der Sexnualtheile; 
siehe auch die Anmerkung auf pag. 170. 
Ueber das Blauholz, die gewöhnliche Farbe unserer s<warzen 
Kleider sagt dasselbe Werk: 
Gähnen und unüberwindliche Neigung zum Schlaf, verdrießliche traurige 
Gemüth3stimmung mit Neigung zum Weinen und Ruhesehnsucht, mäßige Fieber- 
erscheinungen mit vorwaltendem Kältegesühl , Herzklopfen mit Beängstigung, ver- 
minderte Energie, Schwerfälligkeit der geistigen Funktionen, Erschwerung des 
Sprechens, Vergeßlichkeit, Kopf schwer eingenommen, Gesichtsblässe, Muskel- 
schmerzen, Mattigkeit der Glieder , Asthma , Halsschmerzen, Sc<hlingbeschwerden, 
saures Aufstoßen, Auftreibung von Magen und Bauch, Verminderung der Harn- 
absonderung. 
Wie der Leser also sieht, sind alle drei Farben im Stande, 
Vergiftungserscheinungen hervorzurufen, in praxi ist aber eben der 
Unterschied, daß Indigo und Cochenille als ächt färbend nie in 
solcher Menge aus den Kleidern verdunsten, daß (Idiosynkrasie aus- 
genommen) nachtheilige Erscheinungen vorkommen, während bei 
dem nicht ächt färbenden Blauholz das der Fall ist und bei ihm 
noch hinzufommt, daß es das Selbstgift anzieht. Jäger. 
Berichte 2Wokltener. 
Eingesendet von Herrn P. in H. Meinen innig empfundenen 
Dank auszusprechen, sollten diese Zeilen bezwe>en, doch aber muß ich die 
Bitte voranstellen, mir verzeihen zu wollen, daß mir erschöpfende Dankes5- 
worte fehlen gegenüber der Thatsache, daß Ihre Erfindung der Normal- 
tracht dazu gedient hat, mich von einer schweren Sorge zu befreien, welche 
da3 Befinden meines ältesten Sohnes mir acht Jahre hindurch verursacht hat. 
Der Knabe, welcher jest zwölf Jahre alt ist, bekam in seinem vierten 
Jahre einen krampfartigen Anfall, der zwar mit Epilepsie nicht vollständig 
übereinstimmte, aber doch daran erinnerte. 
Solche, später etwas veränderte aber gleich beängstigende Erschei- 
nungen haben sich a<t Jahre hindurch regelmäßig wiederholt und traten 
in der lebten Zeit namentlich Morgens auf, wenn das Kind des Abends 
vorher besonders lebhaft gewesen war. Einer der hinzugezogenen Aerzte 
wollte auf einen nächtlich erfolgenden Krampf schließen, der am folgenden 
Morgen diese Erscheinungen hervorriefe. Das angewandte Bromkali er- 
wies sich indeß als erfolglos, und so blieb mir nichts übrig, als den Kna- 
ben auf das Gewissenhafteste zu beobachten, um zu ermitteln, welche Wir- 
fung durch Veränderung der Öebenameie etwa erzielt werden könnte. 
Dabei gelang es mir vor etwa einem Jahre festzustellen, daß kalte 
Schwimmbäder die Wiederkehr der Erscheinungen verlangsamten, mitunter 
sogar verhinderten,
	        

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