Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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stehen ? J< hoffe nicht, und bitte daher alle Wollenen, die beizutreten 
wünschen, ihre w. Adressen im 
Bazar Nürnberg, C. Berlin Schloßplaß 7 u. 8 
niederlegen zu wollen. Da ich wenig freie Zeit habe, meine Gesund- 
heit auch noch eine sehr schwankende ist, so würde es mir lieb sein, 
wenn sich unter den Herren einer fände, der die weiteren geschäftlichen 
Anordnungen resp. den Vorsit übernehmen möchte. Jh bitte die hier- 
zu geneigten Herren, mir dies gütigst direkt mitzutheilen. Schon be- 
stehende Vereine, welche Statuten zu Grunde gelegt haben, würden 
mich sehr verbinden, wenn sie mir dieselben unter Kreuzband zuschicken 
wollten. 
Berlin W., Dennewitstraße 13 I. 
Georg St 
Kleinere Mittheilungen. 
Irrsinnsdufk. Herr Gymnasiallehrer Dr. W. F. schreibt : Wir haben 
seit etwa einem halben Jahre einen Verrückten im Hause. E53 ist das ein 
verbummelter Sohn, der sich schon Jahre lang mit Nichtsthun und Schnaps- 
trinken beschäftigte. Z< habe mich früher oft mit ihm unterhalten und 
nichts Besonderes gemerkt. Seit er verrückt ist (nebenbei gesagt wurde er 
das durch unglückliche Liebe), ist in dem Zimmer, welches er bewohnt, ein 
Geruch, wie ich ihn nie gerochen; auch meine Frau, die mich darauf auf- 
merksam machte, kennt nichts ähnliches. 
Wolkene Kinder. Bon dem gleichen Korrespondenten wie das Vor- 
stehende: Nun noch ein kurzer Bericht über die Crfahrungen, die ich mit 
meinen zwei wollenen Kindern gemacht habe; meine Frau und ich sind 
nämlich noch nicht wollen. (Könnten wir hier kaufen, wären wir es gewiß 
schon und so geht es hier mehreren, wie ich bestimmt weiß.) Der Bericht 
wird mir nicht schwer, indem ich kurz konstatiren kann, daß fast alles, was 
Sie vorhersagten, eingetroffen ist. Meine Tochter ist 2*/- Jahre alt und 
ste>t seit 1*/x Jahren in der Wolle, der Junge 1*/- Jahre alt und trägt 
Wolle seit *'4 Jahren. Hervorheben möchte ich noch, daß während un- 
günstiger Jahreszeiten, wo die Kinderkrankheiten grassiren, unsere beiden 
fidel und munter waren und sind. Dabei schüßen wir sie eigentlich vor 
gar keinem äußeren Einfluß, sie leben 3. B. sehr viel im Zugwind, sind, 
wenn es nicht zu schmußig ist, größtentheils draußen, schlafen natürlich 
bei offenem Fenster u. s. w. Während der heißesten Zeit habe ich oft 
nac< Schweiß bei den Kindern gefahndet, wenn sie gerade in der Sonne 
getobt hatten, aber ohne Erfolg, selbst die Achselhöhlen waren tro>en. Nur 
die Fußsohlen (bei Normalschuhen) zeigten einen geringen Grad von Feuch- 
tigkeit. Fußschweiß trat hingegen sofort auf, in der kühleren Jahreszeit 
kalte Füße, als wir Lederschuhe an die Stelle der Normalschuhe sehen, 
Da3 habe ich wiederholt konstatirt. Gesicht und Hände, die von Wolle 
nicht bede>t waren, transpirirten in der warmen Zeit bedeutend, in der 
kühleren sind die Hände leicht kalt. Erkältung tritt wohl ein, 3. B. in 
der Nacht, wenn sie sich einmal bloß gede>t hatten over aus unbekannten 
Gründen. Mehrmaliges Nießen oder ein paarmaliges Husten (leßteres 
selten) sind aber die ganze Krankheit, Morgens ist dergleichen regel-
	        

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