Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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Familie diese Wohnung und miethete in der Nähe ein Parterre mit Garten, 
wo ich veranlaßte, daß die sämmtlichen 3 Geschwister sich möglichst viel im 
Freien aufhielten, auch dem kranken Kinde der damit verbundene Genuß 
frischer Luft ausreichend gewährt wurde. Während diese unheimliche Krank- 
heit keines der anderen Kinder erfaßte, auch die erwachsenen Hausgenossen 
und Pfleger verschont blieben, genaß der 4 jährige Knabe unter ersichtlichen 
Lähmungsersc<heinungen der Extremitäten, auch der Brustmuskeln, so daß 
eine plößliche Herzlähmung stündlich erwartet wurde, ganz allmählig. I< 
prüfte während der Rekonvaleszenz fast an jedem Morgen die Ausdünst- 
ungen des Kopfes (der Haare) und fand, abweichend von den gesunden 
Kindern, bei dem Kranken einen leicht salzigen Geruch (ähnlich dem See- 
wasser) stets unschwer erkennbar. Wenn ich selbstredend als Laie fern da- 
von bin, irgend ein maßgebendes Urtheil abzugeben, so verschweige ich diese 
Thatsache im Hinbli> darauf doch nicht, weil ich die Ueberzeugung hege, 
daß dem ausgebildeten Geruchösinn sicher vereinst ein Antheil auf dem Ge- 
biete hygienischen Forschens zufallen wird, wo uns unsere übrigen Sinne 
im Stiche lassen. Jh bedaure, nicht damals schon öfters die Kopfaus- 
dünstungen meiner Kinder einer Geruchsvisitation unterzogen zu haben, als 
die Krankheit im Beginne sich befand, doc<h waren mir damals noc< Jhre 
Forschungen unbekannt. (Jeder Mensch weigert sih Fleisch kranker 
Thiere zu essen, warum? weil es schlecht s<hme>t, ergo kann man 
die Krankheit sogar schmed>en und angesichts dieser Thatsache muß 
sich einer noch entschuldigen, wenn er von der Riechbarkeit der Krank- 
heiten spricht. Die Aerzte, die ohne Nase mit vem Mikroskop in der Hand 
die Krankheit suchen, kommen mir .vox wie ein Mensch, der einen Bauch- 
fist mit einem Tapphandschuh fangen will. Jäger.) 
Blumen und Musif. Zu dem sehr interessanten Aufsatz über 
„Blumenduft“ in Nr. 11 Jhrer werthen Zeitschrift möchte ich bemerken, 
daß im Hebräischen das Wort 8chuschan (8chuschano) Lilie oder Rose heißt 
und zugleich in der Bedeutung eines musikalischen Instrumentes vorkommt. 
Am drastischsten können Sie das an den Anfängen des 45., 60., 69., 80. 
Psalms sehen, allwo es lautet : „Von den Rosen vorzusingen“. 
Dieses zeigt doch ein gewisjes instinktives Gefühl, daß Blumen und 
Musik im innigen Zusammenhange zu einander stehen. 
Mitgetheilt von A. S. in Hamburg. 
Einen efelhaften Gebrauch fand ich auf meiner letten Reise in 
zahlreichen Hotels: anstatt Braten und Fische auf dem appetitlihen Por- 
zellan oder Metall zu serviren, legen sie die Speise auf Servietten, die 
zwar schön aussehen, aber abscheulich stinken, wie jede gebrauchte gewaschene 
Serviette; die Folge war, daß namentlich die Fische auf der unteren Seite, 
wo sie die Serviette berührten, ganz abscheulich schme>ten. E53 ist un- 
glaublich, zu was für Dummheiten der nasenlose Mensch kommt. 
Correspondenz. 
HerrnR. in Ludwigshafen, Herrn H. in Kreiensen und Anderen, 
welche mir in letzter Zeit die gedrukten Stylübungen des Herrn Niemeyer gegen 
mich eingesendet haben, besten Dank! Nachdem i< Herrn Niemeyer in Berlin ab- 
geführt, und ihn als einen Mann hingestellt, der nur bellt wo der Gegner nicht 
ist, und ein zweitesmal in Leipzig, wo er sich gefallen lassen mußte, als ein Mann 
dargestellt zu werden, der wissentlich die Unwahrheit spricht, kann ich mich persön-
	        

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