Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

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lic) nicht mehr mit ihm abgeben. J<h rechne ihn unter die Kategorie derjenigen 
Handwerker, aus denen blos der verbissene Konkurrenzneid spricht, die beispielsweise 
aussprengen, daß ich im Narrenhaus sei (vor Kurzem in Stuttgart passirt) und 
unter deren Zahl natürlich Niemeyer ebenso Beifall johlende Zuhörer hat, wie 
irgend ein sozialdemokratischer Agitator, wenn er gegen Alles das donnert, was 
anständigen Leuten werth und heilig ist. Damit ijt aber nicht gesagt, daß die, 
welche dem Wollregime ihre Gesundheit verdanken, des Pflichtgefühls der Nächsten- 
liebe sich entschlagen ; es stelle Jeder in den ihm zugänglichen Kreisen, so oft dieser 
Mann jein Unkraut aussät, ihn dar als das was er ist, und werde nicht müde, 
die irregeleiteten Schafe zu unserer Heerde zu sammeln. 
Jocus. 
Der Berliner „Ulk“ liefert in seiner Nr. 45 ganz erklekliche Beiträge für 
unseren „Jocus“. Hier folgen sie: 
Wollene Lieödexr. 
(Au3 dem Album des Prof. Jäger.) 
IH. 
Ob Welle auf Welle 
Im Zeitstrom verrinnt, 
Ih walle in Wolle 
BVergnügt wie ein Kind. 
Der Zukunft5smensc< muß, wie das Schaf, 
Jn Wolle schon geboren werden: 
Dann kann er, wenn das Loos ihn traf, 
Auch gründlicher geschoren werden. 
Mein Kleid, es ist billig, 
Und heiter mein Sinn: 
So walle ich willig 
Und wollig dahin. 
1. 
Die Wolle ist des Morgen3 gut 
Und gut ist sie am Tage, 
Und wer des Nachts in Wolle ruht, 
Ist frei von aller Plage. 
IV. 
Bei offenem Fenster 
Im Winter zu schlafen, 
In Wolle gewielt, 
Gleich zottigen Schafen, 
Und trägst Du Wolle Tag für Tag, 
Bist. Du -wie neu geboren. 
Und wer davon nichts hören mag, 
Hat Wolle in den Ohren. 
Bur Riechbarßkeit des Gesanges. 
Der Pfiffige. Der Poet. 
Riecht nach Jäger's weisen Lehren Nicht in eitlem Müßiggang 
Den Gesang man, dann zu Ehren Will ich jezt die Zeit verbringen, 
Kommt auf's Neue, sicherlich Will, berie<hend den Gesang, 
Jetzt das Wort: „'S riechtsängerich“ Freudig den Geruch besingen, 
Der Wortklauber. Der Litteraturkenner. 
Wenn ihn holder Sang entzückt, Daß sich Gesang paart und Geruch, 
Ruft der Kunstfreund hochbeglückt Zeigt deutlich schon: „Des Sängers Fluch“, 
Fortan voll Extase : Weil auf die fürchterlichste Art, 
»A<h, ich bin. ganz -- Nase!“ Der Sänger dort gerochen ward. 
Stuttgart. Professor Jäger hat einem unsere Stadt verlassenden 
schlechten Sänger einen sehr aromatischen Nachruf gewidmet, den er mit den 
Worten schließt: „Da geht er hin und stinkt nicht mehr!“ 
H 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Prof. Dr. Gustav Jäger. = Druc und, Verlag von 
W. Bohlhammer in Stuttgart.
	        

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