Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1883, Bd. 2, H. 1/15)

= TT was 
geben, denn keine Krankheit läßt sich getrennt vom Individuum beurtheilen und 
behandeln. In vielen Blättern aber finde ich nun Herrn Dr. Paul Niemeyer 
als- eine sehr beachtenswerthe medizinische Autorität bespro<en. Dies kann nur 
auf einer Verwechslung desselben mit dem wirklich berühmten und wirklich ver- 
dienstvollen Pathologen Prof. Felix von Niemeyer beruhen, der aber leider schon 
todt ist und bei seinen Lebzeiten nie in so oberflächlicher Weise seine Kollegen an 
der“Seine bekrittelt haben würde, Sein Namensvetter Paul, der jet in Berlin 
lebt, genießt dagegen in der wissenschaftlichen Welt nur den zweifelhaften Ruf 
eines schreibseligen Publizisten über medizinische Fragen, und seine neueste Lei- 
stung wird in den Kreisen der Sachverständigen die Achtung vor seiner Wirk- 
samkeit kaum erhöhen. 
Oefung« Hierüber erhalte ih von einem Abonnenten folgenden 
Ausschnitt aus einer Zeitung (aus welcher ist nicht ersichtlich): 
Oel erhält die Gesundheit. Schon die Gewohnheit der Naturvölker, 
sowohl in Ländern der heißen, wie in denen der kalten Zone (die Negervölker in 
Centralafrika, die Eskimo3 in Grönland), ihre Körper mit Fett oder Oel einzu- 
reiben, beweist, daß sie die Nützlichkeit derartiger Mittel für die Gesundheit er- 
kannt haben. Auch bei den alten Griehen war das Einreiben mit Oel üblich, 
und ein Römer, der über 100 Jahr alt wurde, schrieb die Erhaltung seines Le- 
bens der steten Befolgung des Spruches; „Innerlich Honig, äußerlich Oel* zu. 
In den Wollenspinnereien hat man bemerkt, daß die darin beschäftigten Kinder 
sich durch gutes Aussehen auszeichnen und man sendet daher oft selbst krankhafte 
schwächliche Kinder in dieselben , wo sie sich bald erholen, Man schreibt dies 
vem Oel zu, mit dem die Wolle gefettet wird und von dem auch die Kinder so 
getränkt werden, daß sie aussehen, als wären sie in Oel getaucht, Auch gegen 
anstekende Krankheiten, ferner gegen Schwindsucht, Lähmungen, Rheumatismus 
u. s. w. hat sich in vielen Fällen das Einreiben mit Oel als nüßlich erwiesen. 
Heilerfolg der Wolte- Med. Dr. Horci>a, Bezirksarzt in Prag, 
schreibt mir? . 
Durch einige sehr gute Resultate Jhrer Heilmethode bei einigen 
meiner Kranken (der lette betrifft einen eklatanten Erfolg bei Pollutiones 
nocturnae) aufgemuntert, erlaube ich mir Sie u. s. w. 
Das offene Zieuster- Ein aus Berlin im Nov, vor. Jahres mix 
eingesandter Zeitung3ausschnitt lautet: 
Von einem schreflichen Unglück ist ein in der Bernauerstraße wohnender 
Restaurateur betroffen worden. Hr. S,., ein allgemein geachteter und beliebter 
Mann, war, von Müdigkeit überwältigt, in der Nacht zum Sonntag, nachdem 
die lezten Gäste das Lokal verlassen hatten, auf einem Stuhl, der unweit des 
geöffneten Fenster3 stand, eingeschlafen. Beim Morgengrauen erwachte Herr S. 
und stieß einen markerschütternden Schrei aus: er war auf beiden Angen er- 
blindet. In der königlichen Augenklinik, wo der Aermste Heilung suchte, hat er 
sie bis jeht nicht gefunden. Nach Ausspruch der Aerzte ist der Fall ein sehr 
shwerer. Die Erblindung ist dur< Zugluft herbeigeführt und leider wenig 
AuSsicht vorhanden, dem Unglülichen das Sehvermögen wiederzugeben. 
Waz3 erhellt daraus ? 1) Wenn ein Mensch mit einem Krankheitsstoff 
geladen ist, so genügt ein Zugwind, um denselben zu entbinden und ihn 
krank zu machen. Jst er dagegen frei von Krankheitsstoffen, so können 
ihn weder da3 offene Fenster bei Nacht, noch ein sonstiger Zug bei Tag 
frank machen. 2) Wenn ein Mensc< Nachts die Fenster nicht öffnet, so 
beladet er sich mit Sicherheit allmählig mit Krankheitsstoff und wird eines 
schönen Tages sich „erkälten“. Wer dagegen beharrlich bei offenem Fenster 
JIM genießt schon dadurch eine hohe Sicherheit gegen Erkältungskrank- 
eiten.
	        

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