Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1884, Bd. 3, H. 1/12)

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heitSpflege und Heilfunst? Nichts anderes als eine Ehrenrettung 
und Bestätigung des Volkswissen3, das von der der Natur entfrem- 
deten Scholastik kurzweg als Aberglauben gebrandmarkt worden ist. 
Ein anderer Theil diese3 Volks8glauben3s, den die moderne Wissen- 
schaft Aberglauben nennt, ist der Saß: es gibt einen Gott im Himmel, 
der seine Hand über denen hält, welche seine Wege wandeln. Meine 
Entdeckung ist nichts anderes, als die naturwissenschaftliche Bestätigung 
auch dieses Volks8glauben3 und ich befinde mich mit dieser Bestätigung 
deShalb allerdings im Gegensaß zu der herrschenden atheistischen 
Naturwissenschaft, aber nicht in schlechter Gesellschaft. 
Cine ausführliche Darlegung dieser Entde>kung erfordert zwar 
eine durc< weitere Jahre fortgeseßte Naturbeobachtuug, aber eine kurze 
Andeutung gebe ich: 
Da ich von meinem 9. bis zu meinem 13. Jahre bei Wind 
und Wetter einen */4 Stunden langen ungebahnten Feldweg zur 
Schule passiren mußte, so gewann ich schon sehr früh ein offenes 
Auge für Wind und Wetter und konnte es schon damals in der 
Wettervorhersage fast mit einem Schäfer aufnehmen. 
Dur< meine Sammelexkursionen, meine Jagd- und Fisch- 
ausflüge, meinen mehrjährigen Beruf als Thiergartenvorstand, meine 
jahrelangen Berufsgänge nach dem 2 Stunden entfernten Hohenheim 
wurde diese Passion für Wetterbeobachtung unterhalten und geschärft, 
und während ich früher nur ein gewisses Renommee als Wetter- 
prophet bei meinen Lekannten hatte, kam ich bald in ein anderes 
Renommee, nämlih Wetterglü> zu besitzen und seit fast 20 Jahren 
spricht man im Kre1,2 meiner Bekannten ebenso vom „Jägerwetter“, 
wie das deutsch2 Volk vom „Kaiserwetter“ spricht. Je länger ich 
dieses beobachtete, und zwar nicht blos allein, sondern unter Assistenz 
zahlreicher Personen, um so räthselhafter wurde es mir, bis ich end- 
lich die für mich lichtbringende Beobachtung machte, über die ich mich 
jedoch öffentlich nicht äußere, bis weitere Beobachtungen vorliegen, 
dann werde ich ebensowenig ein Hehl daraus machen, als ich es mit 
meinen anderen Funden gethan. 
I< beabsichtige durhaus nicht, meinen Lesern und den An- 
hängern meines Regimes meine religiöse Anschauung und Ueber- 
zeugung aufzudrängen; was ich weiß und kann, steht Christen, Juden, 
Türken und Heiden zur Verfügung; aber was ich thun zu müssen 
glaubte, ist, daß ich meinen Lesern bei dem wichtigen durc< meinen 
Austritt aus dem Staatsdienst geschaffenen Wendepunkt offen Rechen- 
schaft über meinen Standpunkt in dieser Frage gebe, gerade so offen, 
wie ich das auf dem Katheder meinen Schülern gegenüber gewohnt war. 
Jäger. 
Hiezu eine Beilao-.
	        

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