Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1884, Bd. 3, H. 1/12)

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„Neulich nun wollte ich eine größere Reise antreten und hatte nicht 
die Zeit, oder vielmehr auch nicht daran gedacht, das Hemd mit Leinen 
zu versehen. J< nahm infolge dessen ein großes ausrangirtes leinenes 
Taschentuch und stete dieses mit zwei Sicherheitsnadeln an dem Woll- 
hemde fest, jedoch so, daß es den ganzen Unterleib bede>te, denn sonst 
würde es ev. unter dem Hemde hervorgesehen haben. Nach ca. 1 Tage, 
an welchem ich äußerst solide gelebt hatte und der Hiße wegen auch nur 
2 Glas Bier und außerdem nur Selterswasser getrunken hatte, befand ich 
mich schre>lich, es grummelte mir sozusagen im Leibe und ich hatte ein 
Gefühl, als müßte ich brechen. Dies erfolgte auch am Abend und zwar 
3 mal. Sofort dachte ich an das leinene Taschentuch und entfernte dieses. 
Nach einer Stunde schon war ich kurirt und das panzerartige Gefühl, quasi 
der Druck vom Unterleibe war verschwunden. BAKDi0 10“ 
Kameelhaar. Von Herrn Dr. L., praktischem Arzt, erhalte ich folgende 
Lesefrucht mitgetheilt. „Der bekannte englische Chirurg Braid erzählt in 
seinem Buch ver Hypnotismus, deutsch v. W. Preyer, Berlin 1832, von 
den seltsamen Leistungen der indischen Fakirs, die sich lebend begraben lassen 
und sagt pag. 57 von einem solchen Heiligen: Nachdem er sich hingelegt 
und in einen eigenthümlichen Zustand gerathen sei, hätte seine Begleitung 
seinen Körper in eine Hülle, die man „Kumlee“ nennt, gebracht und dann 
in ein Grab gelegt. Und pag. 59: „Zum Entseßen unseres Offiziers kam 
der Heilige auch wirklich (nach 3-Tagen) heraus, eingehüllt in die Dede 
von Kameelhaar“. =- Also den indischen Fakirs ist die spezifische, con- 
servirende, den -Stoffumsaß, also auch den Stoffbedarf vermindernde Wirkung 
des Kameelhaars praktisch bekannt. 
Kuhstallvuft. Eingesandt v. R. H. in H... . . . . - „Auf meinem 
Gut hier in der Nähe, welches ich vor kurzem besuchte, lebt ein alter Knecht 
ver schon seit 10 Jahren an Lungenschwindsucht leidet, sich aber Freund 
„Hein“ dadurch vom Leibe hält, daß er fast Tag und Nacht im Kuhstall 
bleibt. J< habe auch bemerkt, daß man dort wunderbar leicht athmet --“. 
(Auch mit dieser Thierarznei hat es, wie mit allen vom Volk entdeckten 
Arzneien, seine Richtigkeit. Jägex:) 
Woher stammt der Name Grog? =- „Vernon, um 1740 Admiral 
ver englischen Flotte, ertheilte einst die: Weisung, daß in Zukunft seinen 
Leuten der bei ihnen so berühmte Rum. nicht mehr ungemischt verabreicht 
werden solle, vielmehr mit Wasser und Zu>er vermischt und zu verdünnen 
sei, um hiedurch die vielen verursachten Räusche zu vermeiden. =- Da nun 
der Admiral einen Ro> von „Grogram“ (Kameelhaar) zu tragen pflegte, 
jorhots er. von der Mannschaft den Spißnamen „Old Grog“ bekommen; 
ieser Spihname. übertrug sich auch auf das von ihm erfundene Getränk 
und stammt somit der Name Grog von -- Kameelhaar! 
„Hamburg. HTH“ 
- FRütenmarksleiden. Einem Briefe: entnehme ich darüber folgendes: 
„Son jahrelang hatte ich von. Jhrem Wollregime gehört und mir auch 
wollene Unterkleidung nach Ihrer Vorschrift zugelegt, ohne indessen eine 
Ihrer Schriften gelesen zu haben. Jm Laufe dieses Frühjahrs traf ich 
nun mit einem Leidensgefährten von mir, Hauptmann a. D. P., im Bade 
zusammen. Derselbe ist ganz Wollener und konnte mir nicht genug Rühmens 
von Ihrem Negime machen, für das ich ohnehin schon reges Interesse hatte.
	        

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