Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

vei '.G. Jägers Monatsb| 
Beilage zu Prof. Dr. G. Jägers Monatsblatt 
Stuttgarf. MB. 4, April 13883. 
Briefkalten. 
Frager von Graz. Sie schreiben: „I< bitte Sie höflichst, dem Herrn W. 
Sch. in Friedrichshafen*). folgende Fragen zur gefl. Beantwortung vorzulegen und 
beides im nächsten Monatsblatte zu veröffentlichen. 1. Welche Sorte Seife wird 
zum 1. Seifenwasser verwendet? 2. Wie viel Seife soll zu diesem Seifenwasser 
auf 1 Liter Wasser genommen werden? 3. Wie viel Grad R. soll dasselbe Seifen- 
wasser haben? 4. Wel<he Gattung Seife soll zum Seifenbrei benützt werden? 
5. Wie viel Seife und wie viel Soda sollen zu diesem Seifenbrei auf 1. Liter 
Wasser genommen werden? 6. Wie viel Grad R. soll der erwähnte Seifenbrei 
haben? 7. Welc<he Sorte Seife ist zum letzten Seifenwasser zu gebrauchen ? 
8. Welches Quantum Seife ist zu diesem Seifenwasser in 1 Liter Wasser aufzu- 
lösen? 9. Wie viel Grad R. soll das nämliche Seifenwasser haben? 10. Wie 
viel Grad R. soll das nachher zu verwendende „reine lauwarme Wasser“. haben ? 
11. Wie viel Gramm Schwefel sollen zum Wäscheschwefeln in einem ca, 7/10 Kubik- 
meter habenden Schwefelkasten von Chr. Vetter abgebrannt werden ?“ 
Darauf antwortet Herr W, Sc. folgendermaßen: „Zu Frage 1, 4 und 
7: ich verwende feine Kernseife. Zu Frage 2: auf 3 Liter Wasser nehme ich 30 
bis 40 Gramm Kernseife und füge hiezu no< 5-6 Tropfen Salmiakgeist zur 
leichten Entfernung des S<hmußes. Zu Frage 3, 6, 9 und 10: die Temperatur 
betrage zwischen 25 und 30 Grad R. Zu Frage 5: zum Seifenbrei nehme man 
ungefähr 70--80 Gramm Seife und etwa 10 Gramm Soda auf 1 Liter, lasse 
denselben ungefähr 20--30 Minuten kochen und hernach wieder auf 30--25 Grad R. 
erkalten. Zu Frage 8: das gleiche Seifenwasser wie bei Nr. 2. Zu Frage 11: 
man verbrenne in dem "7/19 Kubikmeter großen Sc<hwefelkasten etwa 10 Gramm 
Schwefel (auf 1 Dutzend Kragen). NB. Salmiakgeist füge ich erst seit kurzem bei.“ 
Amicus in Darmstadt: Besten Dank. 
Litterarisches. 
Sphinx, Monatsschrift für die geschichtliche und experimentale Begründung der über- 
sinnlihen Weltanshauung auf monistischer Grundlage, eden vön 
Dr. Hübbe-Scleiden. 
I<h glaube manchem meiner Leser, der sein Wissen von Natur und Leben 
fene vertieft, einen Gefallen zu erweisen, wenn ich ihn auf vorstehende, nun in ihrem 
“. Jahrgang erscheinende Zeitschrift aufmerksam mache. Es ist eine der Sünden, 
welche die materialistische Richtung der modernen Naturwissensc<haften begangen hat, 
daß sie das ganze Gebiet der Mystik und Magie, dem in den früheren Jahrhun- 
derten jederzeit Kirche und Lehrstuhl seine sachgemäße Beachtung schenkte, als Aber- 
glaube und Schwindel zu brandmarken suchte und ihre Gläubigen blind und taub 
dagegen machte. Gegenwärtig vollzieht sich der: Rü>shlag und die Sphinx ist 
ein und zwar das objektivste und“ wissenschaftlichste Organ dieser Richtung, aus 
welcher sich der Leser über das Thatsächlihe auf diesem merkwürdigen und hoh- 
interessanten Gebiet orientieren kann. Den. „monistischen“ Standpunkt des Blattes 
teile ich allerdings, wie meine Leser wissen, nicht, mein Standtpunkt ist der dua- 
listische , der Geist und Materie auseinander hält, allein diese Verschiedenheit der 
Standpunkte hat ja mit dem Thatsachenmaterial , um das es sich handelt, nichts 
zu thun. Da die Mystik das Gebiet ist, in welchem Naturforschung und Religion 
an einander stoßen und in einander hereinspielen, so bemerke ich nach dieser Richtung, 
*) "Veräl. Monatsblatt 1887 S, *... 
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